Nach der Logik kann ja jeder Trainer unbekümmert das ganze Spiel meckern. Irgendwann gibt es halt mal eine gelbe Karte, aber eine zweite gelbe Karte, die gibt es ja nicht. Warum soll das Verhalten nach einer gelben Karte anders behandelt werden, als vor einer gelben Karte? Der Deligierte hat Wiegert eine gelbe Karte gegeben, weil er es in dieser Situation für angemessen hielt
Und vllt war es tatsächlich so, dass er die erste gelbe Karte nicht aufm Schirm hatte. Das ist aber dann das Pech von Wiegert und nicht das vom Delegierten. Wenn ein Trainer nach einer gelben Karte nichts mehr zu befürchten hätte, würde die gelbe Karte in meinen Augen relativ wenig Sinn ergeben.
Jetzt muss ich nochmal mit meiner Regelkenntnis dazwischen... Es kann sehr wohl mehr als eine gelbe Karte pro Person geben. Nämlich dann, wenn niemandem auffällt, dass die Person schon verwarnt wurde. Das Regelwerk schützt die Schiedsrichter dahingehend, dass hier lediglich von "sollte nicht" gesprochen wird.
Rheiner argumentiert mit Feingefühl, wie man es durchaus auch im Fußball regelmäßig sieht. Da ist die Hemmschwelle für eine zweite Gelbe Karte beim Schiedsrichter halt doch höher, weil es zur Disqualifikation des Spielers führt.
Wünschenswert wäre natürlich eine Gleichbewertung und -beurteilung vom An- bis zum Abpfiff. Aber da grätscht der Handball ja mit seinen eigenen Regeln z.B. für die letzten 30 Sekunden dazwischen. Oder mit der Beurteilung, ob eine fehlerhafte Schiedsrichterentscheidung "spielentscheidend" war, was ja durchaus Konsequenzen wie z.B. ein Wiederholungsspiel haben könnte. Hier wird in der Regel argumentiert, dass Fehler von Schiedsrichtern erst zum Ende des Spiels hin spielentscheidend sein können, weil ansonsten die Mannschaften genug Zeit hätten, die Fehler wieder auszubügeln.