Beiträge von Peter2000

    Also Rheiner würde gut in die Riege unserer Bezirksliga-Schiedsrichter passen. Da wissen einige schon beim Betreten der Halle, wem sie im Spiel Rot geben werden.

    Die Aktion Ernst gegen Weber war für mich die krasseste Fehlentscheidung des Spiels. Wahrscheinlich hätte Weber (schein-)tot umfallen müssen, damit die Schiedsrichter mal auf den Monitor schauen. Kristjánsson hat das gegen O'Sullivan besser gemacht. Bekommt eine leichte Berührung und macht noch in der Luft einen auf sterbenden Schwan. Mit dem Gesichtsausdruck kann er sich in der Schauspielschule bewerben. Da war deutlich mehr Theatralik, als es der Kontakt hergegeben hat. Aber für die Schiedsrichter war's genug. Und da O'Sullivan alleine für das Fordern des Videobeweises schon eine Zeitstrafe verdient hätte, war die Entscheidung dann auch vertretbar. Wenn ich in der entscheidenden Phase des Spiels schon in Unterzahl bin, muss ich meine Nerven beisammen haben und so eine dumme, sinnlose Aktion unterlassen.

    Übers Spiel hinaus betrachtet finde ich es auffällig, wie viel wieder über Wiegert diskutiert wird. Letzte Saison die ganzen Lobeshymnen und nun wieder der Fokus auf seiner Einstellung zum Wechseln. Da hat der Rückraum Smits-Gisli offenbar alle Unzulänglichkeiten des Trainers überspielt.

    Der SCM/Wiegert tut sich ja bekanntermaßen schwer, den Zustand seiner Spieler zu kommunizieren. Das führt dann dazu, dass (vor allem hier im Forum) munter draufgehauen wird. Aber niemand fragt, ob Damgaard überhaupt fit genug ist? Meine spontane Erklärung wäre ja, dass er fürs Celje-Spiel geschont wurde, vielleicht sogar geschont werden musste. Das hat Parallelen zur letzten Saison.

    Oh, da wurden einige Baustellen größer...

    Barcelona will ich eigentlich nicht in den Himmel loben. Nielsen konnte glänzen, weil er größtenteils B-Klasse-Würfe auf sein Tor bekam. Im Zusammenspiel mit der Abwehr hat er einen guten Job gemacht. Im Vergleich zum SCM war bei Barcelona die Physis um eine Klasse besser. Respekt an deren Trainerteam. Es ist ja nicht nur der (angeborene) stabilere Körperbau. Die sind trotzdem sehr dynamisch unterwegs.

    Der SCM muss sich hingegen fragen lassen, ob man bei seinen Spielern nicht auch mal ein bisschen in den Körper investieren sollte. Gerade OIM ist für mich aktuell eher sowas wie ein weichgespültes Handtuch. Da ist überhaupt keine Spannung im Körper zu sehen. Und nein, die Verletzung lasse ich da nur bedingt als Begründung gelten. Besonders die fehlende Wurfkraft zeigt sich halt sehr deutlich, auch bei seinen Strafwürfen. Dazu kommt das erfolglose Angriffsspiel. Anziehen, ein bisschen hoch springen und Alibiabspiele nach links. Das war in den ersten Bundesligaspielen zu erkennen und darauf konnte sich Barcelona gut einstellen. Vielleicht braucht er erstmal ein paar Spiele ohne Erfolgsdruck? Da kommt von Lagergren derzeit ein bisschen mehr. Trotzdem fehlt unbestritten der um Klassen bessere Smits.

    Bei Saugstrup und Portner hat man nach den ersten Auftritten offenbar zu schnell die Lobeshymnen herausgeschrien. Gut, Portner kam gestern erst, als die Messe gesungen war. Aber er ließ ja schon in den Spielen vorher nach. Hernández' Leistung gestern war auf jeden Fall mit die beste auf dem Platz auf Seiten des SCM. Aber bei Saugstrup habe ich das Gefühl, dass er vergessen hat, dass da Torhüter im gegnerischen Tor stehen können. Die Wurfauswahl lässt nicht erst seit gestern etwas zu wünschen übrig.

    Dass Damgaard anfangen würde, war recht klar, nachdem er im vorherigen Bundesligaspiel geschont wurde. Leider ist der Plan nicht aufgegangen. Er bleibt halt die unberechenbare Wundertüte. Laut Statistik 1 von 5. Da braucht man nicht überproportional über Weber herziehen (3 von 7 + 0/1 7-M.). Zumal der restliche Rückraum sich ja ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert hat: Claar 2/5, Smarason 2/4, Magnusson 1/6 + 1/3 7-M., Lagergren 2/5. Bei solchen Rückraumquoten bräuchte man eigentlich einen Plan B. "Früher" war das mal das Spiel über die Außen. Aber das ist dem SCM über die Jahre abhanden gekommen.

    Naja, wenn ich mich an den Optimisten hier im Forum orientiere, dann wird trotzdem alles gut. Ich wünsche es mir natürlich auch.

    Diese ganze Diskussion hier erinnert mich an den Typen, der den ganzen Abend ein Bier nach dem anderen trinkt und dann den Schnaps am Ende dafür verantwortlich macht, dass er kotzen muss.

    Diese Szene war NICHT ENTSCHEIDEND für das Ergebnis. Das waren die 20 Minuten davor, in denen der Hannoveraner Angriff nur Murks gespielt hat und dazu der Torwart, der so gut wie nichts gehalten hat.

    Die Schiedsrichter hatten sicher nicht ihren besten Tag, aber sie haben das Spiel nicht entschieden. Hier wird mal wieder eine Szene rausgesucht und in Endlosschleife die selben Argumente durchgenudelt.

    Hannover hat verdient verloren, weil sie sich zu blöd angestellt haben und gut ist.

    Du magst mit deiner Einschätzung recht haben, dass die Hannoveraner es die 20 Minuten vorher selbst in der Hand hatten. Trotzdem liegst du mit deinem "NICHT ENTSCHEIDEND" daneben. Denn es geht hier einzig und allein um das Regelwerk. Und da haben die Regelersteller und die Gerichte selbst Messlatten gesetzt, indem sie einerseits Vorgaben machen, Aktionen in den letzten 30 Sekunden anders zu bewerten als in den 59 Minuten und 30 Sekunden vorher und auch einräumen, dass durch Schiedsrichter begangene Regelverstöße gegen Ende des Spiels anders zu bewerten sind als zu Beginn.

    Wenn die Schiedsrichter im Sinne einer Tatsachenentscheidung festgestellt haben, dass der Spieler die Freiwurfausführung behindert hat, dann ist das unanfechtbar. Es liegt dann auch kein spielentscheidender Regelverstoß vor, da sie ja die Regeln als Folge ihrer Wahrnehmung korrekt angewendet haben. Entsprechend sehe ich nicht, dass ein Einspruch Chancen auf Erfolg hätte.

    Bei der Bewertung der Szene kann ich mich den Verteidigern der Schiedsrichter aber nicht anschließen. Der Spieler läuft in den Passweg, mit dem erklärten Ziel, den Ball abzufangen, und ist beim ersten Pfiff mit Ball schon in der vollen Vorwärtsbewegung.

    Der Pfiff des Schiedsrichters erfolgt klar ersichtlich ohne Handzeichen. Wenn ich jetzt mal ganz penibel sein möchte, dann frage ich, welche Regel vorschreibt, dass bei einem Pfiff alle Spieler unverzüglich zu Salzsäulen zu erstarren haben? Es gibt nicht einmal eine Regel im Sinne von "ein Pfiff unterbricht das Spiel", oder?

    Dem Spieler muss die Möglichkeit eingeräumt werden, klar zu erkennen, was der Schiedsrichter möchte. Und dazu gehört dann auch das entsprechende Handzeichen für den Freiwurf.

    Wenn er blöd fällt, liegen bleibt, sich weh tut o.ä., kanns‘s da nur Rot geben.

    Da hier so gar keine Auswirkung beim Gefoulten zu erkennen war und er sofort aufgesprungen ist, hätten‘s zwei Minuten für mich auch getan.

    Da gar nichts zu geben, war natürlich sehr unglücklich.

    Mich überrascht diese Antwort, angesichts der Souveränität, die du in Bezug auf Regelfragen ausstrahlst.

    Ich habe kürzlich an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Die Handballregeln sind aus gutem Grund nicht darauf ausgelegt, die Folgen einer Handlung zu bewerten. Die Strafen ergeben sich aus der Eignung einer Aktion, gefährlich für den Gegenspieler zu sein. Das ist in der Beurteilung ein himmelweiter Unterschied.

    Mal etwas übertrieben (aber sehr bildlich) erläutert: Ich kann einen Spieler mit dem kleinen Finger antippen, der vor Schreck über seine eigenen Beine fällt, auf dem Hallenboden aufschlägt und mit blutiger Nase aufsteht. Und ich kann einen Spieler im vollen Lauf einen Bodycheck verpassen, während der in der Luft steht, sich aber artistisch einmalig abfängt und sicher mit beiden Beinen landet. Die Folgen könnten unterschiedlicher nicht sein, sind aber von den Schiedsrichter überhaupt nicht zu werten. Einzig meine Aktion und dass, was daraus passieren könnte, ist relevant. Die physische und psychische Verfassung des Gegners sind nicht Teil der Bewertung.

    Das war schon heftig. Das war ja ein Sprung von mehreren Sekunden nach vorn. Ich kann mir das aktuell nur so erklären, dass der Stream zu weit hinterher hing und ein Zeitlimit überschritten wurde, wodurch es den Sprung nach vorn gab. Dann spielte kurz alles verrückt, bis es sich wieder einpendelte. Passieren darf sowas aber nicht,

    Rückraum Rechts war für mich ebenfalls ein Knackpunkt. Man kann ja Weber vorwerfen, was man will. Der ist aber wenigstens noch in die Abwehr gegangen. OIM hat Alibihandball gespielt. Da war kein Zug zum Tor, die Abwehr musste überhaupt nicht auf ihn reagieren.

    Die Probleme vor Beginn des SCM-Spiels kann ich bestätigen. Ich habe die App (Android) mehrmals neu gestartet bzw. das Spiel angewählt, bis irgendwann ein Bild da war. Vorher wollte mir die App (mal wieder) erklären, dass es ein Problem mit meiner Internetverbindung gibt. Da haben die Programmierer und Verantwortlichen bei DYN aber schön dafür gesorgt, die Schuld auf einen anderen zu schieben.

    Beim Spiel selbst wirkten, vor allem in der Anfangsphase, die Bewegungen abgehackt. Als ob Frames gefehlt haben. Jedoch ohne die typischen Fehler, die bei Überlast auftreten würden. Das war schon ein stabiles Signal, deshalb gehe ich davon aus, dass da die Rohdaten schon nicht gepasst haben. Meine Kombi App + Chromecast will ich da eigentlich als Verursacher ausschließen, da das ansonsten sehr gut harmoniert.

    Den von Rheiner schon mehrfach angeführten Blaustich kann ich übrigens auch bestätigen. Am ehesten ist das an Bildinhalten zu erkennen, die eigentlich ein klares Weiß wiedergeben sollten, wie den Gästetrikots gestern. Da ist meiner Meinung nach der Weißabgleich zu sehr Richtung Kaltweiß verschoben.

    Ich kann aber verstehen, dass das nicht jeder wahrnimmt, denn viele Fernseher haben selbst Bildoptimierungsmethoden integriert, die das Angezeigte selbst nochmal "optimieren".

    Ich weiß nicht, ob und wie das technisch funktionieren könnte, aber wo ich schon mal so dran gedacht habe, ob es nicht möglich wäre das Spiel sozusagen 1x als "Sicherungskopie" aufzunehmen, unabhängig vom Live-Gestreame, damit man wenigstens nachträglich eine saubere Aufnahme hat, um sie dann ins Re-live einzustellen.

    Das kommt ganz darauf an, wo die Übertragung letztendlich "aufbereitet" wird. Falls die alle Rohdaten erst an einen zentralen Ort schicken, wo dann die Regie aus den ganzen Kameras ein Fernsehsignal zusammenschneidet, dann ist halt nichts mehr zu retten, wenn die Daten dort nicht sauber ankommen. Man hätte allenfalls noch die reinen Kamerasignale und müsste daraus eine komplett neue Sendung generieren. Und den Aufwand wird man nicht betreiben. Wenn die Produktion dagegen in oder vor der Sporthalle stattfindet, dann sollte ein sauberes Backup eigentlich Pflicht sein.

    Ich weiß nicht, ob dieser Bericht schon mal verlinkt wurde:

    Sportsender Dyn setzt auf Tech-Projektmanagement von Qvest - film-tv-video.de
    Die neue Streaming-Plattform Dyn wird vor dem Go-live mit Projektmanagement und technischer Beratung von Qvest unterstützt.
    www.film-tv-video.de

    Aktuell muss man sagen, dass da jemand den Mund ganz schön voll genommen hat.

    Danke für die Erläuterungen.

    Noch ne (allgemeine) Frage, ist bisschen OT, aber ich will kein extra Topic aufmachen. Wie verhält es sich bei einer blauen Karte eigentlich im letzten Spiel einer Saison? Wird die dann übertragen?

    Da es eine persönliche Bestrafung ist gehe ich davon aus.

    Konnte nicht irgendein Spieler vorige Saison nicht das erste CL Spiel nicht bestreiten weil er in der Vorsaison (glaube auch noch bei einem anderen Verein) bestraft wurde und die Sperre noch absitzen musste,

    Hatte Marco nicht mal eine rote/ blaue am letzten Spieltag bekommen. Er durfte am ersten Spieltag spielen.

    Kann mich auch erinnern, das man bei SpielSperre ein offizielles Freundschaftsspiel angesetzt hat, somit konnte der Spieler die Sperre absitzen

    Das ist aber lang her

    Guten Morgen!

    Man muss hier genau schauen, in welchem Wettbewerb die Blaue Karte gezeigt wurde. Zumindest im Zuständigkeitsbereich des DHB (nationale Wettbewerbe) ist recht klar definiert, wann und wo die Sperre gilt. §17 der Rechtsordnung des DHB hilft da weiter. Die automatische Sperre gilt nur für das nächste Spiel des "laufenden Spieljahres" und auch nur für den Wettbewerb bzw. die Mannschaft, wo man sich die Blaue Karte eingefangen hat.

    Ein Freundschaftsspiel hat keinen Einfluss auf die Sperre. Es gibt allerdings die Regelung, dass man außerhalb der Saison trotz Sperre an Freundschaftsspielen teilnehmen kann. Runtergezählt wird damit aber trotzdem nicht.

    In internationalen Wettbewerben findet die Rechtsordnung des DHB keine Anwendung. Hier müsste man in die entsprechenden Ordnungen der jeweiligen Wettbewerbe schauen, wie da mit Blauen Karten umgegangen wird. Auf die Schnelle konnte ich bei der EHF aber nichts finden. Die automatische Sperre von einem Spiel könnte durchaus eine Eigenheit des DHB sein.

    Übrigens genauso wie das fordern von 2 min Strafen (das gab es ja schonmal, wurde aber leider abgeschafft).

    Die Regel dazu existiert noch, sie wird dann wahrscheinlich nur nicht mehr angewendet:

    Regel 8.7 - Unsportliches Verhalten, das progressiv zu ahnden ist:

    Zitat


    a)
    Protest gegen Schiedsrichter-Entscheidungen sowie verbale oder nonverbale Aktionen, um eine bestimmte Entscheidung der Schiedsrichter herbeizuführen;

    Allerdings muss ich gestehen, dass ich ad hoc nicht sagen kann, wann ich zum letzten Mal einen Spieler gesehen habe (in der Bundesliga), der eine Zeitstrafe gefordert hat. Dafür hatte ich die letzten Tage aber irgendwo gesehen, wie ein Spieler den Videobeweis wollte. Bestraft wurde er dafür nicht, obwohl das wohl so in Aussicht gestellt wurde.

    Und fragt mal Außenspieler, wie ihre Sprunggelenke so drauf sind. Ist per se schon belastend, aber jede unkontrollierte Landung ist High Risk. Auch Sportler haben ein Recht auf Arbeitsschutz.

    Puh..., da bewegen wir uns jetzt aber auf einer ganz anderen Ebene.

    Jeder Beruf ist mit Risiken verbunden. Normalerweise wird niemand gezwungen, einen bestimmten Beruf auszuüben. Wenn ich mich entscheide, im Bergwerk oder in der chemischen Industrie zu arbeiten, dann weiß ich, dass ich meinem Körper damit nichts gutes tue. Auch beim Fußball ist nicht erst seit gestern in der Diskussion, dass Kopfbälle nachhaltig zu Schäden führen können. Und jetzt geh' mal auf die Straße und frage die angehenden Fußballmillionäre, ob sie deshalb mit dem Sport aufhören würden...

    Wer Handball spielt, kennt die Gefahren von kaputten Gelenken und Bändern. Ich kenne genügend Handballer, die sich nie freiwillig ins Tor oder an den Kreis stellen würden. Sie haben für sich entschieden, auf anderen Positionen zu spielen - der Gesundheit wegen. Für Außen gilt dasselbe.

    Arbeitsschutz ist keine Einbahnstraße. Es besteht natürlich eine Fürsorgepflicht seitens des Arbeitgebers. Wir können ja mal diskutieren, ob ein Kristjansson unter Berücksichtigung der geltenden Gesetze und Verordnungen überhaupt im CL-Finale hätte spielen dürfen...

    Arbeitsschutz heißt aber auch Eigenverantwortung. Abwägung der mit den Aktionen verbundenen Risiken. Und beim Handball ist der Gegnerkontakt ein unbestrittenes Risiko. Dazu gehören auch regelwidrige Aktionen des Gegners. Ich kenne Gegenspieler, da weiß ich ganz genau, was mir blüht. Wenn ich jetzt den von dir ins Spiel gebrachten Arbeitsschutz ernst nehme, müsste ich mich von diesen Gegenspielern fern halten.

    Wenn ich Gabelstapler fahre und ein Palette anhebe, deren Ladungssicherung kaputt ist, dann wird, wenn etwas passiert, die erste Frage nicht sein, warum die Ladungssicherung kaputt war. Gefahren erkennen gehört einfach dazu. Und wenn ein Spieler das nicht kann oder will, dann müsste er, den Regeln des Arbeitsschutzes entsprechend, vor sich selbst geschützt und aus dem Spiel genommen werden. Das wird im Spitzensport aber nicht passieren. Im Gegenteil: Die Spieler, die für sich selbst das größte Risiko eingehen, werden dann als MVP gefeiert.

    Ich habe lange Außen gespielt und begrüße diese Richtung.

    Zu meinen aktiven Zeiten und in meiner Spielklasse war das Spiel nicht so schnell wie heute. Aber wenn man als Flügelspieler abspringt und einen Wurf macht (auf den man sich aufgrund des in der Regel schweren Winkels) konzentriert, reicht ein „Stupser“, eine Hand am Arm oder ein Schritt mit folgendem Körperkontakt, um Dich völlig zu erwischen. Das sind hochkomplexe Bewegungsabläufe, und einen Rückraumspieler darf man auch nicht „richtig“ von der Seite angehen.

    Ich bin da eher beim Threadersteller. Wir sollten die Abwehr nicht opfern, nur um noch schönere, spektakulärere Tore zu sehen. Es gibt beim Sport auch so etwas wie Eigenverantwortung. Immer nur auf die vermeintliche Gefährlichkeit der Aktion hinzuweisen, ist eine Art Totschlagargument geworden.

    Was du beschreibst, nämlich den Wurf aus einer Situation, die keinen Kontakt zum Abwehrspieler erlaubt, ist für mich halt "Mission Impossible". Man will etwas, was eigentlich nicht geht.

    Es völlig in Ordnung und notwendig, Fouls zu sanktionieren. Aber wie oben geschildert, verschiebt sich die Grenze anscheinend immer mehr in Richtung "Narrenfreiheit für den Angreifer". Zumindest bei den Außen. Beim klassischen Stürmerfoul über die Mitte oder die Halben sehen wir oft genug, dass die Abwehrspieler noch in der Bewegung sind und aktiv in den Weg des Angreifers gehen. Trotzdem wird da im Zweifel eher für den Abwehrspieler entschieden. Bei den Außen dagegen sieht man (gefühlt) immer öfter, dass die Abwehrspieler stehen, bevor es zum Kontakt kommt, und trotzdem wird gegen den Abwehrspieler entschieden. Dabei geben die Regeln keinerlei Auskunft, wie lange der Abwehrspieler schon stehen muss. 10 Sekunden, 1 Sekunde, 0,1 Sekunde - welcher Zeitraum ist zulässig, bevor aus einer zulässigen passiven Handlung (der Abwehrspieler steht da) eine unzulässige (der Abwehrspieler läuft in den Außen) wird? Und wo sollte man die Grenze zwischen Kreisläufer und Außen ziehen? Wenn ein Außen freien Weg hat und mit 3x Dribbeln irgendwo Richtung Kreismitte ankommt, dann kann man doch nicht mehr von einem Außen reden, oder?

    Vor einigen Jahren wurde ja bereits das Herauslaufen des Torhüters stark eingeschränkt. Ich weiß, dass die Mehrheit hier im Forum das unterstützt. Ich bin aber nach wie vor der Ansicht, dass da Zwei dazu gehören. Früher wusste der Angreifer, dass da noch ein Torhüter kommen kann. Wer dann trotzdem über Meter im vollen Tempo rückwärts lief, hat meiner Meinung nach einen Zusammenstoß genauso billigend in Kauf genommen. Wenn ich im Straßenverkehr ohne Spiegel rückwärts fahre - wie würde das ein Gericht beurteilen? Aber da sind wir wieder beim Punkt: Was soll der Angreifer gefahrlos machen dürfen? Gegenstöße sind spektakulär - also werden die Angreifer besonders geschützt.

    Kleine Nebenbemerkung: Wenn ich als Torwart außerhalb des Kreises völlig passiv stehe und der Angreifer rennt rückwärts in mich rein, müsste auf Stürmerfoul entschieden werden. Trotz der Tatsache, dass der Angreifer sich dabei verletzen kann. Aber ich kenne keinen Torwart, der dieses Risiko eingeht. Die Gefahr, trotzdem vom Platz gestellt zu werden, ist einfach zu groß.

    Ich bezog mich auf das Statement von Schmedt, der ja gesagt hat, dass Smarason seiner Meinung nach die Starfe abgeleistet hat, weil er nicht am Spiel teilgenommen hat.

    Ob das aber auch juristisch so gesehen wird, weil er ja noch keine offizielle Sperre abgeleistet hat, stelle ich bezogen auf die Aussage halt einfach in Frage...

    Meine Sichtweise:

    Wenn man den Fall von 2018 und die Begründung des DHB Bundesgerichts heranzieht, dann kann es nur eine Argumentation geben: Die Blaue Karte aus dem Berlin-Spiel ist untrennbar mit der Sperre für das nächste Bundesliga-Spiel verknüpft. Nicht irgendein Spiel in der Zukunft. Es ist klar festgelegt, dass es sich um das direkt darauf folgende Meisterschaftsspiel handelt (§17 Rechtsordnung).

    Kassiert das Bundesgericht also den "Freispruch" des Bundessportgerichts, dann stellt es damit fest, dass die Blaue Karte und die damit verbundene Sperre im nächsten Spiel Bestand hatte. Es kann die Sperre nicht auf ein anderes Spiel umlegen, denn dazu fehlt die Rechtsgrundlage. Die spielleitende Stelle prüft dann, ob der Spieler die Sperre brav abgesessen hat und trifft daraufhin ggf. neue Entscheidungen.

    Die Strafe existiert nach dem Urteil der 1. Instanz doch aktuell gar nicht.
    Also kann sie auch nicht abgesessen werden/worden sein.

    Doch. Die Strafe existiert seit dem Zeigen der Blauen Karte. Die Regeln sagen: Bei Blau gibt es automatisch eine Sperre von einem Spiel. Das Bundesgericht, welches sich demnächst mit dem Fall befassen wird, sah bisher die Schiedsrichterentscheidungen als "unanfechtbare Tatsachenentscheidungen". Wenn also die Entscheidung des Bundessportgerichts kassiert wird, wird sozusagen der alte Stand wiederhergestellt. Man würde also so agieren, als hätte es den Freispruch des Bundessportgerichts nie gegeben. Die einzig gültige Strafe ist dann die Blaue Karte aus dem Spiel, mit ihren Folgen.

    Dass das Ganze reichlich konfus ist, vor allem, was die möglichen Folgen angeht, wurde oben im Video sehr gut erklärt.

    Es gibt in der Rechtsprechung durchaus Entscheidungen, im Sinne von "das hätten Sie ahnen müssen". Deshalb ist dieses Risiko, im Nachhinein bestraft zu werden, obwohl doch eigentlich zum Zeitpunkt X gar keine Sperre vorlag, durchaus gegeben. Auch wenn es nicht direkt vergleichbar ist, aber die "unechte Rückwirkung" ist für mich so ein Paradebeispiel. Da werden Satzungen 10 Jahre lang angewendet und dann für nichtig erklärt und rückwirkend durch neue ersetzt, von denen so getan wird, als wären sie vor 10 Jahren erlassen worden. Und das alles mit der Begründung, der Normalsterbliche hätte doch erkennen müssen, dass die Satzung fehlerhaft ist.

    Lothar Frohwein

    Ist das normal, dass man bei Einspruch bei Blau mit automatischer 1-Spiel-Sperre sowas wie eine "Schrödingers Sperre" hat?
    Schrödingers Sperre:
    Wenn der SCM den Spieler einsetzt und das Urteil gekippt wird, wird sie so behandelt als hätte der SCM gegen die Sperre verstoßen,
    zeitgleich wird sie aber eigentlich erst nach der 2. Instanz rechtskräftig, gilt also durch das 'freiwillige' Aussetzen noch nicht als 'abgesessen?

    Hier gibt es die Erklärung: Der Fall Smarason - Automatische Sperre: Ja? Nein? Vielleicht?

    Ohne jetzt DYN in Schutz nehmen zu wollen. Aber wäre es denkbar, dass die Hallentechnik in Magdeburg das eigentliche Problem war? Der Würfel unterm Hallendach ging ja offensichtlich auch nicht, wodurch die Zuschauer weder Spielstand noch Spielzeit angezeigt bekamen. Und das Kampfgericht hat wie in guten alten Zeiten mit Klapptafel und Stoppuhr gearbeitet.

    Wer ist denn für die Übertragungsinfrastruktur verantwortlich? Nutzt DYN hier komplett eigene Kapazitäten oder stöpselt man sich ans vorhandene Netzwerk an?

    Danke für die verständliche Erläuterung.

    Nochmal eine kurze Frage dazu. Wie ist das jetzt, gilt die Sperre, die ja eigentlich aufgehoben war jetzt als abgesessen oder kann es passieren, daß wenn die nächste Instanz (wie ja wohl zu erwarten ist) entscheidet, daß die Sperre berechtigt gewesen wäre, daß Smarason dann noch ein Spiel aussetzten müsste?

    Wenn er (rechtlich sauber) nicht am Spiel teilgenommen hat, also auch nicht als Spieler auf dem Spielberichtsbogen stand, dann ist die vorläufige Sperre von einem Spiel damit abgesessen.

    Eine weitergehende Bestrafung (im Sinne einer Erhöhung der Sperre) scheint nicht im Raum zu stehen. Prinzipiell wäre das ja bei einer Blauen Karte denkbar.

    Damit ist für Smárason die Sache erledigt.