Nun, super erfolgreich sind wir seit 2016 nicht mehr.
Du hattest ja weiter vorn (RE: Neuausrichtung Nationalmannschaft Männer) ausführlich herausgearbeitet, was deiner Ansicht nach die Faktoren des Erfolgs waren.
Was mir da jedoch fehlt, ist die Einordnung in die damaligen Möglichkeiten. Konnte Sigurðsson gar nicht anders als genau diese Spieler zu nominieren bzw. nachzunominieren? Waren es also lediglich die Spieler oder war es vielleicht doch das Gespür des Trainers?
Natürlich kann niemand voraussagen, dass ein neuer Trainer gleichbedeutend mit Erfolg ist. Hier greift man jedoch gern auf vergleichbare Situationen in der Vergangenheit zurück. Und dass Trainerwechsel etwas bewirken können, ist unbestritten.
Ich favorisiere eine Risiken-Chancen-Betrachtung. Also: Welche Risiken sind mit einem Trainerwechsel verbunden, welche mit dem Festhalten am Trainer? Und welche Chancen ergeben sich bei einem Trainerwechsel bzw. welche Chancen räumt man der Mannschaft ein, wenn der Trainer bleibt?
Ein mögliches Risiko wäre, dass es ein neuer Trainer noch schlechter macht. Hier darf jeder gern seine Meinung äußern. Meine ist: Es ist schwer vorstellbar, dass es mit einem neuen Trainer noch schlimmer wird.
Welche Chancen räumt man dem bisherigen Trainer ein? Hier geben mir die letzten Jahre keinen Anlass auf Hoffnung, dass es zur zwingend notwendigen Weiterentwicklung kommt. Dagegen steht das Risiko der weiteren Stagnation bzw. sogar negativen Entwicklung, da die anderen Nationen sichtbar Fortschritte machen. Wir haben den weltgrößten Handballverband und schon allein deshalb müssen die Ansprüche andere sein als ein Unentschieden gegen Österreich zu erreichen. Natürlich spielen hier auch andere Faktoren eine Rolle. Trotzdem gilt die Risikobetrachtung explizit auch für den Trainer und seine Handlungen.
Bleiben die Chancen mit einem neuen Trainer: Und hier kann man es kurz machen: Es kann besser werden.
Wer es noch ausführlicher will, betrachtet nicht nur Chancen und Risiken, sondern auch noch Stärken und Schwächen (SWOT-Analyse).