Darum geht es ja bei einem Dopingtest nicht. Will sagen es geht nicht darum ein Atom einer Substanz nachzuweisen, sondern eine so signifikante Menge, dass die einen gewissen Grenzwert überschreitet. Je nach Substanz rechnet das die natürlichen Werte im Körper mit.
Das System ist mit Sicherheit nicht perfekt, aber so plump und anfällig wie hier dargestellt wird, dann doch auch nicht.
Nachweisgrenze ist doch ein Grenzwert. Die liegt ja nicht bei 0,00000001
Der Nutzer mit Fachkompetenz, der hier mal kurzzeitig schrieb, hatte es deutlich erklärt: Das jeweilige Labor setzt die Nachweisgrenze selbst. Er hatte sich, soweit ich mich erinnere, damit gerühmt, dass sein Labor deutlich besser (im Sinne von niedrigerer Nachweisgrenze) arbeitet als andere.
Es kann also durchaus passieren, dass dieselbe Probe in zwei Laboren unterschiedliche Ergebnisse erzeugt. Nämlich genau dann, wenn die Konzentration so niedrig ist, dass sie unterhalb der Nachweisgrenze eines Labors liegt.
Ich war da beim ersten Lesen spontan stutzig geworden. Denn wenn ein Labor sagt, dass es das Verfahren so verfeinert hat, dass es die Nachweisgrenzen senken konnte, ergeben sich Fragen. Es muss nämlich der objektive Nachweis erbracht werden, dass das bessere Verfahren auch richtig arbeitet. Es muss also validiert worden sein. Und das wäre durch unabhängige Gutachter zu prüfen und idealerweise durch Ergebnisse anderer Labore zu bestätigen. Wenn es aber keine anderen Labore auf diesem Niveau gibt, wer prüft dann unabhängig die Richtigkeit des Verfahrens? Die Fragen, die ich hierzu vor einigen Wochen gestellt hatte, blieben jedoch unbeantwortet.
Damit ist auch klar: Existieren keine festgelegten Grenzwerte, würde theoretisch ein einzelnes Fremdmolekül ausreichen, wenn man es sicher nachweisen kann, um als Dopingsünder deklariert zu werden.
Und zu den oben genannten "0,00000001": Ich nehme an, dass hier nur einfach ein paar Nullen geschrieben wurden und dass die Zahl unvorstellbar klein vorkommt. Sie entspricht 10 ppb (Teile pro Milliarden). Das unterbieten einige analytische Verfahren in der Tat bei bestimmten Stoffen sogar. Sie ist also keinesfalls unrealistisch. Um es deutlicher zu sagen: Die Analytik kennt auch noch die Einheiten ppt und ppq. Das sind nochmal drei bzw. sechs Nullen mehr hinter dem Komma.
Ich zitiere mal aus einer Schrift des Bundesinstituts für Risikobewertung:
Zitat
Das bedeutet, dass man ein Roggenkorn in
einem Güterzug voll mit Weizen von 20.000 km Länge nachweisen könnte!
Quelle: https://www.bfr.bund.de/cm/343/entwick…-von-dioxin.pdf
Entsprechend des aktuellen Dopingregelwerks wäre der Weizenzug mit Roggen gedopt, wenn es keine Untergrenze für die zulässige Verunreinigung gibt.