Beiträge von Peter2000

    Wir hätten das gegen Slowenien heute nicht verlieren können. Das hätte sonst was von den chinesischen Badminton-Spielerinnen damals gehabt, die disqualifiziert wurden, weil beide verlieren wollten.

    Das halte ich in Bezug auf Handball aber für eine gewagte These. Jede Mannschaft kann mal 'nen gebrauchten Tag haben. Und man muss es ja nicht offensichtlich machen. Über 60 Minuten kann man bequem Fehler einstreuen, die den Ausgang des Spiels in eine geeignete Richtung lenken.

    Das war allerdings ein völlig lächerlicher Pfiff. Schauspielerei war das keineswegs. Stürmerfoul meinetwegen auch nicht, aber die Definition von Schauspielerei ist doch, ohne Gegnereinwirkung zu fallen. Das wäre definitiv nicht der Fall!

    Welche Gegnereinwirkung hast du da gesehen? Der Spanier macht aktiv den Schritt nach vorn, nimmt sogar die Hände zur Hilfe und lässt sich dann wie ein nasser Sack nach hinten fallen.

    Es darf nur aus Verletzungsgründen gewechselt werden. Wer bestimmt, ob so ein Grund vorliegt?

    Die Unterstellung, es wird damit gespielt, ist hart.

    Wir reden hier von den Olympischen Spielen. Da können 1.000 Athleten ohne aktuellen Dopingtest teilnehmen, da können Personen mit auffälligen Testosteronwerten beim Boxen als Frau antreten. Ich behaupte mal, die Hürden, jemanden wegen einer Verletzung aus dem Turnier zu nehmen, liegen nicht sehr hoch.

    Also ich erwarte einfach, dass sich die Deutschen im letzten Vorrundenspiel nochmal richtig reinhängen. Und dann gilt es halt zu hoffen. Auf Unterstützung der Däninnen würde ich nicht setzen. Und schon gar nicht wegen freundschaftlicher Beziehungen. Hier geht es um den Olympiasieg und da ist das eigene Kräftemanagement wichtiger als das Abschneiden anderer Mannschaften.

    Die Deutschen hatten es gegen Südkorea und gegen Dänemark selbst in der Hand. Diese Chancen wurden nicht genutzt und damit muss man jetzt klarkommen.

    Was ich mir wirklich wieder wünschen würde wäre mehr taktische Disziplin im Angriffsspiel. Die werden wir gerade gegen die Spanier brauchen.

    Nun ja, wünschen tun wir uns alle was. Nur muss die Frage erlaubt sein, warum diese Disziplin heute fehlte und welche Konzepte man parat hat, um sie zurück auf den Platz zu bringen?

    Die Niederlage gegen Kroatien ist alles andere als überraschend, die Art und Weise hingegen finde ich enttäuschend. Heute war man völlig chancenlos - und zwar auf nahezu allen Positionen. Unser Rückraum hatte keinerlei Durchschlagskraft und "glänzte" nebenbei noch mit vielen erfolglosen Anspielversuchen an den Kreis. Rechtsaußen ist eine Katastrophe und macht offensiv alle anderen Positionen schlechter, weil der Gegner die Abwehr verdichten kann. Abwehr auch kaum vorhanden, gerade Martinovic durfte ja durch spazieren wie er wollte. Einzig Wolff in den ersten 20 Minuten (warum haben wir diese Torwartleistung eigentlich zum 3. Mal nur zu Beginn eines Spiels?) und Dahmke waren in Ordnung.

    Vor einer Stunde warst du in deiner Bewertung aber noch nicht so pessimistisch.

    Die jetzt bereits mehrfach kritisierten Anspiele an den Kreis hatte ich direkt nach dem Japan-Spiel schon als unnötig ausgemacht und gemahnt, dass sich solche Nachlässigkeiten fortpflanzen können. Da wurde ich jedoch darauf hingewiesen, dass unser Bundestrainer schon die richtigen Worte finden wird. Offensichtlich war dem nicht so.

    Was negatives suchen und finden: Ist klar. Der warnende Zeigefinger vor dem nächsten Gegner darf nicht fehlen. Auch klar.

    Oder: Lockerer Sieg zu ungewohnter Anwurfzeit. Sich einfach freuen, und Haken dran.

    Ich habe mich über das Trainingsspiel auch gefreut. Aber ich stimme ebenfalls denjenigen zu, die den warnenden Zeigefinger heben. Gerade die Nachlässigkeiten in der zweiten Halbzeit will man eigentlich nicht sehen. Es gibt halt genügend Beispiele aus der Vergangenheit, wo man nach einem eher schlechten Spiel meinte: Das wird schon wieder. Und man irrte sich...

    Ich möchte gern glauben, dass die Spieler soweit gefestigt sind, dass sie einfach einen Schalter umlegen und dann entweder solche Risikoanspiele auch ankommen oder man diese unterlässt, gleichzeitig jedoch weiterhin für Gefahr sorgt. Die nächsten Spiele werden es zeigen.

    Würde ich gerne ergänzen:

    Ohne Rückraum mit cleveren/intelligenten Würfen hast du keine Chance...

    Darf im professionellen Handballdeutschland aber nicht mehr unterrichtet werden. Defense, defense über alles, inklusive 1. Welle und Kontertor bzw. 2. Welle und Durchbruch. Alles andere ist dekadent und hat mit modernem Handball nix zu tun...

    (IRONIE OFF!!)

    Ich stimme zu. Das sah vor allem taktisch sehr traurig aus. Ideenloses Hin- und Hergepasse des Balls im Rückraum. Kein Kreuzen, kein Abholen der Halbpositionen. Selbst im 7 gegen 6 wird die schwedische Abwehr im Zentrum nicht beschäftigt und die Deutsche will mit dem Kopf durch die Wand. Dazu immer wieder Wurfverweigerungen, obwohl in der Abwehr scheunentorgroße Lücken waren.

    Und für die gezeigten Würfe, gerade die frei durch waren, hätte ich früher unter unserem alten Trainer noch im Spiel Liegestütze machen müssen.

    Warum geben sie sich nicht als Underdog (der sie ja realistisch gesehen auch sind) und können so befreiter aufspielen?

    Ehrlich? Deutschland zählt laut Angaben des DHB 285.000 aktive Handballerinnen. Das sind mehr als doppelt so viele im Vergleich zum zweitgrößten Handballverband (Frankreich) und übertrifft die Gesamtzahl an Handballern und Handballerinnen im drittgrößten Handballverband (Dänemark) um das 2,5-fache.

    Südkorea hat, wenn ich die Zahlen vom nationalen Handballverband richtig deute, nicht einmal 1.000 Handballerinnen (inkl. Kinder).

    Ein Verband wie Deutschland kann sich nie als Underdog bezeichnen. Mit dieser zahlenmäßigen Überlegenheit muss der Anspruch lauten, ganz oben stehen zu wollen.

    Nochmal und unabhängig von Portner: ich nehme heute ein Dopingmittel, mit dem ich mehr Muskeln aufbauen kann. Deshalb kann ich in der Saison härter werfen, da ich den somit illegal erreichten Stand mit normalem Training erhalten kann. Kontrolliert wird aber nicht täglich oder wöchentlich. Dementsprechend kann bei einer noch so kleinen nachgewiesenen Menge (eines Stoffes, der nicht natürlicherweise im Körper vorkommt) nicht wissen, ob es wirklich eine Kleinstkontamination war oder der Körper einfach zu spät den letzten Rest vernichtet hat. Und da haben sich alle Verbände (in denen die Vereine organisiert sind) dem Regelwerk der WADA unterworfen. Es gibt keine bessere Methodik.

    Natürlich gibt es die: Öfter testen.

    Da es hier vor Kurzem gefragt wurde, zitierte ich mich mal selbst:

    Zitat von https://www.handballecke.de/forum/thread/34761-der-sc-magdeburg-thread/?postID=1295978#post1295978

    Die NADA hat 2022 gerade einmal 314 Trainingskontrollen im Handball durchgeführt. Das sind 6 pro Woche in ganz Deutschland. Da muss man schon viel "Glück" haben, um überhaupt mal erfasst zu werden. Von einer systematischen Kontrolle, die irgendwelche statistischen Rückschlüsse zulässt, ist das Welten entfernt.

    @Tobi75

    Die in Absatz 3.1 eingeforderte Beweislast für das Vorliegen eines Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen ist durch den positiven Doping-Befund nach Analyse der A- und B-Probe ausreichend gegeben. Absatz 2.1 legt fest "Es ist die persönliche Pflicht der Athleten*innen, dafür zu sorgen, dass keine Verbotenen Substanzen in ihren Körper gelangen." Auf Basis des NADC hat Nikola Portner damit zweifelsfrei gegen die Anti-Doping-Regeln der NADA (und der HBL) verstoßen - selbst wenn ihn kein persönliches Verschulden träfe. Es geht lediglich um die Frage welche Sanktionen für diesen Dopingfall angemessen sind und da kommen u.a. 10.5 und 10.6 ins Spiel. Deshalb ist es auch nicht richtig "Keine Sperre" mit einem "Freispruch" bezüglich des Dopingvergehens gleichzusetzen.

    Sorry, aber jedem klar denkenden Menschen muss doch bewusst sein, dass diese Forderung, die Verantwortung einzig auf den Sportler abzuwälzen, absolut realitätsfern ist. Quasi jeder Geldschein in den USA enthält Kokainspuren. Selbst auf den Toiletten des Bundestags wurde Kokain nachgewiesen. Ja, ich weiß: Kokain ist nicht Meth. Aber Europas Meth-Hochburgen liegen in Deutschland. Hier hat man also die besten Chancen, damit in Kontakt zu kommen.

    Wie soll sich denn ein Sportler verhalten, um dieser Forderung nachzukommen? Im Keller einschließen und nur selbst angebaute Nahrung zu sich nehmen? Nach draußen nur im Vollschutzanzug, ja nichts anfassen und auf keinen Fall etwas essen oder trinken, was man nicht selbst angebaut hat?

    Man kann einer Pflicht nachkommen und wird trotzdem unter Umständen ein Ereignis nicht verhindern. Gerade der öffentliche Sektor lebt doch vor, wie niedrig die Hürde zur Pflichterfüllung sein kann. Straßenschäden -> Warnschild aufstellen = Pflicht getan. Baum fällt um -> Wir haben doch einen Baumbeauftragten den Baum begutachten lassen = Pflicht getan. Öffentliche Straßen und Fußwege im Winter räumen -> Wir können doch nicht überall zur selben Zeit sein = Pflicht getan.

    Es muss dem Sportler möglich sein, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Das ergibt sich schon aus dem Grundgesetz. Und das bedeutet, dass man die oben formulierte persönliche Pflicht nicht von der Realität losgelöst betrachten kann. Und offenbar ist man beim DHB genau zu dieser Entscheidung gekommen.

    Einige hier im Forum (und nun wahrscheinlich auch die NADA) versuchen auf Biegen und Brechen ein Konzept aufrecht zu erhalten, was sich mit dem echten Leben nicht in Einklang bringen lässt. Der nachvollziehbare Wunsch, Doping aus dem Sport rauszuhalten, wird höher bewertet als die Würde des Sportlers und sein Recht auf die Unschuldsvermutung. Im deutschen Recht ist die Beweislastumkehr nur in sehr wenigen Fällen anzutreffen. Beim Doping wird es aber als Selbstverständlichkeit hingestellt. Natürlich kann man argumentieren, dass sich jeder Profi-Sportler wissentlich und willentlich diesen Regelungen unterwirft und damit in Kauf nimmt, unschuldig zu sein und doch bestraft zu werden. Das Pechstein-Urteil zeigt, dass Vereinbarungen, die Sportlern aufgezwungen werden, nicht zwangsläufig unangreifbar sind.

    Rechtsprechung und Auslegung von Gesetzen haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Der einzelne Mensch rückt immer mehr in den Vordergrund und "Das Wohl von Vielen, es wiegt schwerer als das Wohl von Wenigen oder eines Einzelnen" hat nicht mehr den Stellenwert, den es mal hatte, als Spock diese Worte sprach. Deshalb kann ich mir durchaus vorstellen, dass die in den Dopingregeln verankerte Beweislastumkehr irgendwann gekippt wird, zumal sie seit Jahren diskutiert wird.

    ...

    Das HBL-Präsidium hat nun als erster Akteur Stellung bezogen und hebt aufgrund ihrer Einschätzung der Darstellungen mit Blick auf "weit überwiegend wahrscheinlich nicht schuldhaft / absichtlich" die Sanktionen auf.

    ...

    Ich werde mit dem Begriff "Stellung beziehen" nicht warm. Das wird der Sache nicht gerecht. Die Stellungnahme ist von der Bedeutung her niedriger angesiedelt als das Fällen einer Entscheidung. In der Regel sind es Stellungnahmen, die zu Entscheidungen führen. Und in diesem Fall wurde bereits eine Entscheidung getroffen. Daraus ergeben sich juristisch auch ganz andere Hürden bei nachgelagerten Vorgängen.

    Wenn man die Regelung, dass der Sportler nachweisen muss, dass die Substanz unverschuldet in den Körper gekommen ist, wirklich Ernst nehmen würde, würde kein Sportler je freigesprochen werden, denn das kann man einfach nicht nachweisen.

    Um das nachzuweisen, muss man genau wissen, wie es passiert ist und dafür einen Beleg haben. Ein Nachweis der Plausibilität, mit der hier z.B. argumentiert wird und mit der die HBL zufrieden ist, ist kein Beweis dafür, dass es tatsächlich so war. Letzteres ist meiner Ansicht nach in praktisch allen Fällen unmöglich und genau das macht diese Regelung so schwierig.

    Dir fehlt einfach nur die Fantasie oder du hattest bisher noch nicht so viel mit dem Rechtssystem zu tun. Das ist nicht negativ gemeint.

    Die triviale Lösung für den von dir erklärten "unmöglichen" Nachweis besteht darin, jemanden zu präsentieren, der die Schuld auf sich nimmt. Das funktioniert bei Blitzerfotos, das funktioniert in manchen Ländern sogar erschreckend einfach bei Taten wir Mord. Selbst in Deutschland. Die Story muss halt plausibel sein. Idealerweise ohne weitere Zeugen, die Verunsicherung stiften könnten.