Im Fernsehen war eindeutig zu sehen, daß der Zeitstempel des "Beweisvideos" auf 60:00 gesprungen ist, als der Ball ungefähr die 6m Linie passiert hat. Dieser Zeitstempel ist das, auf was sich die SR verlassen können und müssen um festzustellen, ob ein Ball vor oder nach 60:00 über der Linie war. Die SR gehen nach der Videobeweisaufzeichnung und nicht nach irgendwelchen TV Aufzeichnungen und Geräuschen und dort ist der Zeitstempel im Video das ausschlaggebende weil man z. B. das Video bei 60:00 stoppen kann und dann sieht wo der Ball ist.
Im eigentlichen Thread zu diesem Thema wurde Handballregel §2 zitiert: Das Spiel wird mit dem automatischen Schlusssignal der öffentlichen Zeitmessanlage beendet. Ein wie auch immer gearteter Videobeweis muss dieser Forderung genügen. Alternative Anweisungen, wann das Spiel als beendet zu betrachten ist, dürfen dieser Regel nicht widersprechen, es sei denn, sie sind in der Regel selbst definiert. Von einer im Video eingeblendeten Uhr steht in §2 nichts, d.h., es gibt hier auch keinen Ermessensspielraum.
Wenn die Schiedsrichter instruiert sind, sich auf den im Videobeweis eingeblendeten Zeitstempel zu verlassen, dann muss dieser auch stimmen. Hier geht es nicht darum, den Schiedsrichtern einen Strick zu drehen. Es gibt sichtbare und hörbare Unstimmigkeiten und die gilt es aufzulösen, damit sowas nicht noch einmal passiert.
Dazu passend die Aussage eine Herstellers von solchen Systemen:
Having full synchronisation of video cameras with the scoreboard timing is very important because, in accordance with the rules, only goals before the time has been stopped are counted. Slomo.tv equipment is compatible with more than 20 types of Scoreboard Controllers, including Omega- Swiss Timing, Westerstrand, Nautronic and Bodet.
Es gibt dazu auch noch weitere Artikel, in denen unter anderem im Fall des polnischen Handballverbands erklärt wird, wie die Anforderungen an Videobeweis-Systeme formuliert wurden.
Was wird eigentlich in deutschen Hallen eingesetzt?