Beiträge von Peter2000

    Die größte Enttäuschung war der von einigen nach nen paar guten Auftritten so hoch gelobte Weber. Komplett abgetaucht und gerade in Spielen wie gestern, wäre es drauf angekommen.

    Wissen wir denn, ob das nicht auch Teil des Matchplans war? Dass Weber nicht der Solokünstler ist, der durch die gegnerischen Reihen durchmarschiert, ist doch allseits bekannt. Der braucht Lücken oder zumindest müssen die Mitspieler die Abwehrspieler beschäftigen. Und das habe ich nicht wirklich gesehen. Und vielleicht war die Order ja, nicht aus der zweiten Reihe zu werfen? Würde mich angesichts der publizierten Abwehranweisungen jedenfalls nicht wundern.

    Menaltraining in welcher Form? Individuell auf freiwilliger Basis oder im Kollektiv als "Pflichtveranstaltung"? Was forderst du? Wenn es nicht freiwillig erfolgt, kann es auch nach hinter losgehen.

    Ich fordere nicht, sondern beziehe mich auf den verlinkten Artikel.

    Und bei allem Respekt: Dass ein Spitzensportler dank mentaler Unterstützung noch weiter abbaut, das halte ich für sehr weit hergeholt. Da würde ich gern reale Beispiele sehen.

    Das ist eben die Frage. Wäre tatsächlich mehr möglich? Man könnte ja auch sagen, bei einem anderen Weg wäre mit gut vorbereiteten Spielern sogar weniger möglich. Der Knackpunkt ist doch, dass wir keine Spieler haben, die auf entscheidenden Positionen tatsächlich zur Spitze zählen (Wolff lasse ich da mal außen vor). Wir haben einige vielversprechende junge Spieler, aber mehr eben noch nicht. Und selbst da ist es nicht sicher, dass sie es bis ganz oben schaffen.

    Ich kann mir gerade schwer vorstellen, wieso Mentaltraining dazu führen sollte, dass die Spieler noch weiter abbauen. Und vielleicht sind ja die von dir angesprochenen fehlenden Skills die Folge mangelnder psychologischer Unterstützung?

    Aber die meisten sind noch sehr jung, vielleicht wächst der Eine oder Andere in diese Rolle noch hinein. Potenzial ist großes da, da darf man gespannt sein, wie sich die einzelnen Talente und die Truppe insgesamt weiter entwickeln.

    Das Weltmeisterteam von 2007 hatte ein Durchschnittsalter von 27,1 Jahren, dieses Mal lag es bei 26,3 Jahren. Reden wir also in zwei Jahren hoffentlich nicht davon, dass die Mannschaft zu alt ist...

    Natürlich sollte er selbst auch eine gewisse Torgefahr ausüben, aber in erster Linie manschaftsdienlich für den Torerfolg seiner Mitspieler spielen.

    Beim Rest des Textes bin ich bei dir, vor allem bei der Rolle eines Lenkers.

    Aber ich sehe die Torgefahr des RM im modernen Handball nicht mehr als untergeordnete Anforderung. Idealerweise verzichtet man auf das Konzept des klassischen RM und agiert im Rückraum variabler. Alle drei Rückraumspieler sollten in der Lage sein, ihre Mitspieler einzusetzen und situativ zu reagieren. Bei der deutschen Mannschaft war leider immer wieder zu beobachten, dass Spieler nicht schnell genug auf sich ergebende Möglichkeiten reagieren konnten. Das ist einer der wenigen Punkte, die man nicht dem Nationaltrainer anlasten kann. Hier gilt eher der Spruch "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hand nimmermehr".

    Ich glaube nicht, dass das dem Trainerteam angelastet werden kann. Viele Spieler waren durchs Turnier weg oder zumindest in den meisten Spielen ziemlich von der Rolle. Sie machten zu viele einfache Fehler, waren im Kopf nicht schnell genug, trauten sich nicht, zum Wurf durchzuziehen oder warfen oft völlig überhastet. Oder sie wirkten extrem ausgelaugt, was nicht nur gegen die schnellen Portugiesen offensichtlich war.

    Und das kann man dem Trainerteam nicht anlasten? In vielen Sportarten gehört heute psychologische Betreuung von Spitzenathleten dazu. Es gibt unzählige Berichte von Sportlern, die ihre Leistungssteigerungen genau damit erklären. Gibt es das im DHB? Wenn ja, scheint es nicht zu funktionieren. Wenn nicht, dann wäre es in der Verantwortung des Trainerteams, das zu ändern.

    War das in den Jahren zuvor unter AG anders?

    Nein. Und das ist auch so ein Punkt, in dem ich den Daueroptimisten hier Realitätsverweigerung unterstelle. Wobei ich gestern und nach dem Lesen aller Beiträge hier schon die Frage formulieren möchte, welche Mittelchen die Leute, die aus den Spielen ablesen wollen, dass uns bessere Zeiten bevorstehen, so nehmen? Ich möchte das auch. Ich möchte auch mal diesen Schleier vor den Augen, um einfach positiver gestimmt durch das Leben zu gehen. Einfach immer weiter behaupten, dass beim nächsten Mal alles gut wird. Und wenn es nicht gut wird, dann hat man ja immer noch das Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!".

    Taktisch war das gestern ein Offenbarungseid, vor allem im Angriff. War es wirklich Teil des Plans, nach einem Gegentor nach vorn zu schleichen und sich dann irgendwelche Halbchancen zu nehmen, obwohl die generische Abwehr sich schon wieder formiert hatte? Die Außen über die 70 Minuten fast komplett zu ignorieren? Immer wieder durchzurammeln und Stürmerfouls zu kassieren, statt die Abwehr ernsthaft zu beschäftigen?

    Wenn ja, dann sollte uns wohl die vermeintliche individuelle Klasse einiger weniger Spieler den Sieg bescheren. Wenn nicht, was hat der Trainer der Mannschaft dann mit auf den Weg gegeben?

    Symptomatisch war dann auch die letzte vergeigte Abwehraktion. Werden keine Stoppfouls mehr gelehrt? Was geht in den Köpfen der Spieler vor, die bei dieser Spielsituation einen Angreifer mit Ball auf sich zulaufen sehen? Welche andere Option, als draufzugehen und diesen um jeden Preis zu stoppen, hat man denn da? Ich kenne Spieler in der Bezirksliga, die würden für sich selbst sogar eine Rote Karte in Kauf nehmen, wenn damit der Mannschaft ein Punkt gerettet wird. Und nein, es geht nicht darum, den Gegenspieler zu verletzen. Es geht darum, konsequent zu verhindern, dass der Gegner nochmal eine Torchance bekommt. Selbst wenn man dann nochmal 2 Minuten in Unterzahl spielt, hätte man im gestrigen Fall wenigstens die zweite Verlängerung erreicht. Alles wäre besser gewesen als den Gegner werfen zu lassen.

    Dahmke ist da tatsächlich durch weiche Faktoren wie Erfahrung, Einläufer, Ausstrahlung gelandet. 🫣

    Die Frage ist doch, ob es in der Nationalmannschaft überhaupt erwünscht ist, dass der Außen einfach mal einläuft?

    Es ist zwar von außen betrachtet offensichtlich, dass es taktische Defizite im Team gibt. Aber vielleicht halten sich alle einfach nur an den Plan, den wir nicht kennen?

    Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung.

    Mit jedem weiteren Spiel der Deutschen denke ich mehr und mehr darüber nach, mir diesen Satz für die Ewigkeit einzurahmen.

    Eigentlich wäre es Zeit für eine Entschuldigung für diese Unterstellung. Nichts hat sich an den in den Brasilien-Spielen gezeigten Defiziten geändert.

    Deutschland gegen Italien - vom Ranking her ist das vergleichbar mit einem Spiel des Deutschen Meisters gegen einen potenziellen Absteiger aus der Zweiten Liga. Und was macht Deutschland? Spielt selbst wie ein Zweitligist.

    endlich mal mehr über Außen, aber die Quote stimmt nicht

    Das darf man aber differenzierter sehen. Links 3/4, rechts 4/7. Mit insgesamt 4 von 5 hat Mertens zumindest in diesem Spiel im Angriff ordentlich performt. Kastening mit 3 von 4 aus dem Feld und dasselbe von der 7m-Linie. Das passt auch. Zerbe dagegen mit 1 von 3. Das war zu wenig.

    4 von 5 Strafwürfen insgesamt getroffen und Wolff 4 von 5 pariert, das war einer der wenigen Lichtblicke in diesem Spiel.

    Wenn ich mir das gegurke anderer Mannschaften, die unsere Viertelfinalgegner werden können anschaue, verstehe ich nicht, wie man unsere Spieler oder unsere Spielweise so kritisieren kann.

    Und wenn ich mir die Strohhütten in Afrika oder die der indigenen Völker in Südamerika so anschaue, verstehe ich nicht, warum so viele Menschen nach unserer Lebensweise streben. Deiner Logik nach sollten doch alle mit dem Status quo zufrieden sein.

    Wie viele andere hier tiefgründiger als du analysiert haben, geht es darum, das vorhandene Potenzial auszureizen und sich weiterzuentwickeln. Nur falls es einige vergessen haben: Deutschland hat den weltgrößten Handballverband. Wir haben 736.000 Mitglieder. Das "unerreichbare" Dänemark kommt gerade einmal auf 108.000. Da darf man andere Ansprüche stellen.

    Und wie bringt es uns weiter, wenn man sich permanent alles schön redet?

    Gegen jede andere Mannschaft geht man mit 18 Toren normalerweise mit einer Führung in die Halbzeit oder ist zumindest auf Tuchfühlung dran. Wir lagen aber 6 Tore hinten. Und das nicht weil wir reihenweise technische Fehler produziert haben, sondern im Gegenzug gleich wieder ein Gegentor gefangen haben.

    Deutschland in HZ1 mit 6 technischen Fehlern, 3 davon wurden zu Gegentoren. Dänemark mit nur 2 technischen Fehlern, wodurch 1 Tor für Deutschland raussprang.

    Dazu kamen weitere 4 Angriffe Deutschlands, bei denen der Ball nicht aufs gegnerische Tor ging, Dänemark auch hier nur mit 2.

    Am Ende stehen dann halt 24 kassierte Tore und 5 Paraden bei Deutschland. Auch die Dänen hatten in HZ1 nur 5 Paraden.

    Nielsen bekam bis zum 9:7 keine Hand an den Ball, entschärfte dann aber hintereinander 2 Würfe von Knorr, denen noch ein technischer Fehler von Uscins vorausging. Dänemark auf der anderen Seite ohne Fehler und schon stand es 12:7. Das war die erste unglückliche Häufung von Fehlern, die im weiteren Verlauf halt richtig weh taten.

    Ich finde wir sollten alle mal positiver in die nächsten Spiele gehen. Lieber gegen gute gegner sich einen abwürgen, als gegen Chile oder Kapverden mit 20 Toren und dem Busfahrer gewinnen. So wurden wir gefordert und sind im Wettkampf Modus.

    Jeder hat jetzt die richtige Einstellung und alle haben ein Bild von dem Schiri Fokus bei dieser WM.

    Ich denke wir fangen uns und werden uns in der Hauptrunde souverän für das VF qualifizieren.

    Ich muss bei solch grenzenlosem Optimismus immer an die Anfangsszene von Mars Attacks! denken, als die Leute jubelnd die Aliens begrüßt haben.

    Gidsel hat es doch wunderbar gesagt:


    In Dänemark feiern es die Leute auch, wenn Spieler mal außergewöhnliche Sachen probieren und wenn sie dann schiefgehen, ist es kein Problem.

    Das wäre hier in Deutschland ganz anders...

    Natürlich feiern die Leute. Interessant wäre die Feststellung, ob sie das auch noch tun, wenn die Mannschaft über einen längeren Zeitraum nur noch Blumentöpfe gewinnt. Sich mit Dänemark zu vergleichen, ist angesichts der Erfolge dieser Mannschaft denkbar ungünstig.

    Gestern schrieb hier jemand ( glaub Arcosh ) von Markus Baur.

    Also ich konnte dem beim Handball nicht zuschauen, da passierte ja absolut nichts außergewöhnliches sondern es wurde stramm und aalglatt "nach Linie" gespielt.

    Bin immer vor Freude aufgesprungen, wenn dann mal endlich Mimi Kraus übernehmen durfte.

    Ohne die Genialität von Kraus wären wir NIEMALS 2007 Weltmeister geworden.

    Es ist legitim, sich über ausgefallenes Spiel zu erfreuen. Manche bewundern auch Leute, die ihren Namen tanzen können. Mir persönlich wäre es wichtiger, wenn die tanzende Person damit etwas Produktives erreicht.

    Der Handball in Deutschland braucht Aufmerksamkeit, um neue Mitglieder zu gewinnen. Wenn du jetzt mit Zahlen um die Ecke kommen kannst, dass die Wirkung in der Öffentlichkeit durch Pirouetten höher ist als durch Titel, dann fange ich umgehend damit an, Werbung für Tanzelemente auf der Handballplatte zu machen. Bis dahin bleibe ich aber bei der bisherigen Mehrheitsmeinung, dass wir Titel brauchen, um den Sport als attraktiv für den Nachwuchs zu machen.

    dieses Jahr ist es Köster

    Nein. Köster war es auch schon bei der EM 24 und bei Olympia 24. In beiden Turnieren lagen die Quoten nur knapp über 50 %.

    Was ich sehr positiv finde ist die mittlerweile vorhandene Breite des Kaders und eben, dass nicht alles rund laufen muss um dann doch zu gewinnen, auch wenn die höhe gestern nicht ganz das Spiel widerspiegelt.

    Es muss nicht alles rund laufen, wenn die Gegner ihren Teil dazu beitragen. In einem Spiel gegen einen ebenwürdigen Gegner fällt die Bewertung sicherlich anders aus, wenn die Mannschaft durch vermeidbare Fehler ein positives Resultat verpasst.

    Aber mit welchen Spielern wäre denn die Wahrscheinlichkeit einer Abschlussquote nahe 100% für dich am realistischsten?

    Niemand redet von 100 %. Und deshalb würde ich die Frage auch zurückgeben: Warum halte ich im Angriff an einem Spieler fest, der übers komplette letzte Jahr bewiesen hat, dass er nicht über die 50 % kommt?