War das in den Jahren zuvor unter AG anders?
Nein. Und das ist auch so ein Punkt, in dem ich den Daueroptimisten hier Realitätsverweigerung unterstelle. Wobei ich gestern und nach dem Lesen aller Beiträge hier schon die Frage formulieren möchte, welche Mittelchen die Leute, die aus den Spielen ablesen wollen, dass uns bessere Zeiten bevorstehen, so nehmen? Ich möchte das auch. Ich möchte auch mal diesen Schleier vor den Augen, um einfach positiver gestimmt durch das Leben zu gehen. Einfach immer weiter behaupten, dass beim nächsten Mal alles gut wird. Und wenn es nicht gut wird, dann hat man ja immer noch das Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!".
Taktisch war das gestern ein Offenbarungseid, vor allem im Angriff. War es wirklich Teil des Plans, nach einem Gegentor nach vorn zu schleichen und sich dann irgendwelche Halbchancen zu nehmen, obwohl die generische Abwehr sich schon wieder formiert hatte? Die Außen über die 70 Minuten fast komplett zu ignorieren? Immer wieder durchzurammeln und Stürmerfouls zu kassieren, statt die Abwehr ernsthaft zu beschäftigen?
Wenn ja, dann sollte uns wohl die vermeintliche individuelle Klasse einiger weniger Spieler den Sieg bescheren. Wenn nicht, was hat der Trainer der Mannschaft dann mit auf den Weg gegeben?
Symptomatisch war dann auch die letzte vergeigte Abwehraktion. Werden keine Stoppfouls mehr gelehrt? Was geht in den Köpfen der Spieler vor, die bei dieser Spielsituation einen Angreifer mit Ball auf sich zulaufen sehen? Welche andere Option, als draufzugehen und diesen um jeden Preis zu stoppen, hat man denn da? Ich kenne Spieler in der Bezirksliga, die würden für sich selbst sogar eine Rote Karte in Kauf nehmen, wenn damit der Mannschaft ein Punkt gerettet wird. Und nein, es geht nicht darum, den Gegenspieler zu verletzen. Es geht darum, konsequent zu verhindern, dass der Gegner nochmal eine Torchance bekommt. Selbst wenn man dann nochmal 2 Minuten in Unterzahl spielt, hätte man im gestrigen Fall wenigstens die zweite Verlängerung erreicht. Alles wäre besser gewesen als den Gegner werfen zu lassen.