Beiträge von immerweiter

    Regelfrage: Gilt eigentlich nicht mehr, dass beim Anwurf alle Spieler der angreifenden Mannschaft uin der eigenen Hälfte sein müssen? Wenn ja, war der Hamburger Siegtreffer in meinen Augen irregulär, weil in der Mitte ein HSVler vier, fünf Meter in der Lemgoer Hälfte stand.

    Das ist eine alte Diskussion mit vielen Fürs und Widers. Kaum jemand wird bestreiten, dass es vor allem im weiblichen Bereich talentierte und körperlich weit entwickelte Jugendliche gibt, die ohne Probleme zwei Altersklassen höher spielen können. Ich eronnere mich, dass Mitte der 90er Jahre in Waiblingen der Vater und Trainer von Nadine Krause alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, damit seine Tochter bereits mit 15 bei den Regionalligafrauen mitspielen konnte. Erfolglos, obwohl sie dazu wahrscheinlich in der Lage gewesen wäre.
    Im unteren Leistungsbereich wäre vermutlich viel häufiger das entscheidende Kriterium für den Einsatz (zu) junger Spielerinnen nicht deren Talent, sondern personelle Engpässe in den höheren Altersklassen. Von daher kann ich mit einem generellen Verbot gut leben.
    Grundsätzlich gehört für mich eine talentierte Jugendspielerin immer eher in eine höherklassige Mannschaft ihrer Altersklasse als in eine höhere Jugend auf niedrigerem Niveau.
    Was deinen Fall angeht, san17, könnte sie ja evtl. woanders spielen, bei günstigen Trainingszeiten aber zusätzlich weiterhin an deinem Training teilnehmen. Täte ihr womöglich sportlich gut und hilft, den sozialen Anschluss zu halten.

    Ist Dago denn für Maren Baumbach ein Grund zu kommen oder eher das Gegenteil? Und sind Spielerinnen in dieser Güteklasse in GP ein Thema, wenn der Hauptsponsor tatsächlich aussteigt (worüber ich allerdings nirgendwo eine Information gefunden habe)?

    Auch wenn Heiner-Bashing gerade schick ist und die THW-Fans ihrem aufrechten Alfred natürlich den Rücken stärken: Wenn die Aussage korrekt ist, dass es sich hier um eine Initiative der Liga handelt, ist Brand eigentlich der falsche Adressat. Ich halte das Ganze auch für eine Schnapsidee, aber ich kann dem Bundestrainer schlecht vorwerfen, dass er die unverhoffte Chance auf einen zusätzlichen Lehrgang nutzt.
    Sorry, aber Art und Tonfall von Gislasons Kritik ist plumper Populismus, wofür der Beifall hier ein deutliches Indiz ist. Das hätte man auch sachlicher und diskreter lösen können. Deshalb kann ich auch Brands Verweis auf das fehlende Interesse eines ausländischen Trainers an der deutschen Nationalmannschaft durchaus nachvollziehen.

    Da kann ich dir nur zustimmen. Ich hatte diese Begründung schon befürchtet, wollte aber abwarten, ob es sich tatsächlich um eine dauerhafte Umstellung handelt.
    Ich mag wirklich niemand für die Anpassung an wirtschaftliche Zwänge kritisieren, halte aber ebenfalls die kommentarlose Änderung für unentschuldbar.
    Ich selbst hätte lieber eine moderate Preiserhöhung mitgetragen und dafür die hochwertige Anmutung des hm beibehalten. Nun werde ich die nächsten Schmalspurausgaben abwarten und dann entscheiden, ob ich mein Abo kündige.

    Zitat

    Original von Mary
    Er könnte ja mal mit gutem Beispiel vorangehen der Hr. Brand - statt Bankdrücker der " großen " Klubs - die motivierten der " kleinen" Klubs " mitnehmen - dann würde man evtl auch mal über schlechtere Ergebnisse drüberwegsehen, weil man zumindest das Gefühl hätte der Spieler ist HOCHMOTIVIERT und hat ALLES gegeben!!!

    Das galubst du doch selber nicht, oder? Wenn Heiner Brand sein Team aus den Mannschaften von Platz 10 bis 18 rekrutiert und dann mit dem 10. Platz heimfährt - da möchte ich aber die verständnisvolle Handballszene sehen.
    Außerdem waren die Schwachpunkte bei der EM nicht die Bankdrücker, sondern Spieler, die in ihren Vereinen genug Spielzeit erhalten. Wenn ein Michael Müller die Nationalmannschaft retten muss, dann wird das nichts mit den Medaillen, egal ob er in Wallstadt, Mannheim oder Buxtehude spielt.

    Mimi Kraus hat seinen zahlreichen Kritikern mit seinen Leistungen in dieser Saison - in Lemgo wie in der Nationalmannschaft - natürlich reichlich Munition geliefert. Und ob die eine oder andere Eskapade jetzt nur unglücklich, naiv oder unprofessionell war, mag ich aus der Distanz nicht beurteilen. Trotzdem scheint mir aus vielen Postings hier der blanke Neid zu triefen bzw. die Lust, einen (zu?) schnell nach oben gekommenen Helden auch wieder gründlich zu demontieren.

    In der derzeitigen Verfassung verstärkt er sicher weder das Nationalteam noch gar einen Spitzenclub. Entsprechend gering dürfte das Interesse sein. Aber so viele Spieler mit seinem Potenzial gibt es nicht, schon gar keine deutschen. Bei den RNL wäre allerdings die Kombination mit Stefansson interessant. Bestimmt passt er besser in eine Mannschaft mit einem Denker und Lenker neben sich als mit ausgesprochenen Shootern.

    Glückwunsch an Frankreich. Aufgrund der zweiten Halbzeit der verdiente und klare Sieger. Gegen die physische Präsenz von Karabatic. Narcisse und Abalo im Angriff, gegen die geballte Wucht der gesamten Abwehr und natürlich gegen Omeyer scheint momentan kein Kraut gewachsen. Wenn die anderen Mannschaften abbauen, können die Franzosen noch einen Zahn zulegen.

    Schade, dass Methe/Methe ihre schwächste Turnierleistung im Finale geliefert haben. Bemerkenswert oft daneben gelegen. Vor allem bei persönlichen Bestrafungen nach undurchsichtigen Situationen fast schon konsequent den Falschen herausgepickt. Immerhin haben die beiden das Spiel nicht - wie manche ihrer Kollegen bei diesem Turnier - entschieden, aber den Spielfluss haben sie schon ein wenig gebremst und mit unglücklichen Entscheidungen Hektik und Härte reingebracht.
    Anmerkung: Vom Spiel um Platz 3 habe ich nur die letzten zehn Minuten gesehen, aber wenn man die zum Vergleich nimmt, haben die Brüder doch noch besser gepfiffen.

    Hmmh...

    ... Kroatien heute sehr stark, aber wenn Alilovic nicht so gut hält oder wenn sie auf Schiris treffen, die früher den Arm heben oder wenn es bei Balic nicht läuft, oder... in jedem Fall reicht die Leistung von heute auch fürs Halbfinale.
    ... Polen heute nicht mit letztem Einsatz - oder geht nicht mehr viel?
    ... Island stark und mit einem Lauf, aber in meinen Augen individuell die schwächste der vier Mannschaften.
    ... bei Frankreich hat man aufgrund der individuellen Klasse immer das Gefühl, sie könnten noch einmal eins drauf legen. Aber ein schlechter Tag von Omeyer...

    Zitat

    Original von arcosh
    Es werden wohl jeweils die Tagesform und Kleinigkeiten entscheidend sein

    Exakt, aber dabei sehe ich Frankreich und Kroatien vorn.

    Wollten hier nicht manche den Balic schon nach Hause schicken? Seine Art auf dem Spielfeld ist sicher Geschmackssache, aber der Mann wackelt immer noch zwei Leute aus und die Pässe, die dann folgen: Wow!
    Abgesehen davon bieten die Kroaten eine Lehrstunde an taktischer Disziplin. Man hat nie das Gefühl, dass da einer auf dem Feld etwas tut, was er nicht soll.

    Wird da nicht das Kapitänsamt (das es in unteren Ligen offiziell gar nicht mehr gibt) etwas überbewertet? Wir haben vermutlich für ewige Zeiten Markus Baur vor Augen, wen wir an "eine Mannschaft führen" denken. Aber diese Art von Quasi-Spielertrainer ist doch auch international die Ausnahme, oder?
    BTW: Ich fand Heiners Plan, Baur aus dem Ruhestand nach Peking mitzunehmen, seinerzeit völlig daneben. Aber der Gute ahnte wohl schon, dass er so einen Spielführer kein zweites Mal mehr kriegt...

    @ FEH
    Der Hinweis auf die tschechischen Zweitligaspieler ist richtig. Bei den Polen waren Tluczinski (richtig geschrieben?) und Michal Jurecki auch schon zu Zweitligazeiten Stammspieler, wenn ich mich richtig erinnere. Und auch die guten Leistungen der Gastgeber sind mit dem Heimvorteil allein nicht zu erklären. Etwas fatalistisch würde ich sagen: Wo Luft ist für positive Überraschungen, müssen immer auch ein paar höher Eingeschätzte baden gehen.

    Zur den erfolgreichen Jugendmannschaften zitiere ich mich ausnahmsweise selbst:

    Zitat

    Die Aussagekraft von Titeln im Jugend- und Juniorenbereich für die A-Nationalmannschaft geht gegen Null.

    Überspitzt gesagt: Meister bei den Junioren wird eine ausgeglichene Mannschaft, die gut zusammenarbeitet. Aus ihr wachsen später zwei durchschnittliche A-Nationalspieler, zwei Bundesliga- und mehrere gute Zweitligahandballer. Zweiter oder Fünfter oder so wird die Mannschaft, die zwei Ausnahmetalente und sonst nur durchschnittliche Spieler an den Start bringt. Aus ihr wachsen später zwei Weltklasseleute und eine Menge Regionalligaspieler. Wenige Ausnahmen, bei denen sogenannte "Goldene Jahrgänge" das Geschehen bei den Junioren und bei den Aktiven präg(t)en, sind mir aus dem Fußball bekannt (Spanien, Portugal).

    @ schwedenhappen
    Du wirst aber nicht behaupten wollen, dass Narcisse oder Jicha die gleiche Preisklasse sind wie Kaufmann?

    Bei deiner Auswahl gibt´s nicht viel zu meckern. Ich hätte noch zwei, drei Alternativen:

    Tor
    Für mich ist Slawomir Szmal der bisher beste Torhüter im Turnier.

    RR
    Für sich genommen ist keiner überragend, aber als Gespann in meinen Augen das beste Tandem auf dieser Position: Marcin und Krzysztof Lijewski.

    Kreis
    Frank Löke spielt im Angriff der Norweger groß auf, kommt aber nicht ganz an deine Vorschläge ran.

    RM
    Iker Romero hatte schon auffälligere Zeiten. Aber das Gefühl für das perfekte Timing, schöne Anspiele, solide Abwehr und eine unglaubliche 7m-Quote sprechen für sich.

    Geht es nach den bisher gezeigten Leistungen, kann MVP allerdings wohl nur Filip Jicha werden. Vor allem, wenn man sowohl Leistung als auch Bedeutung für die eigene Mannschaft berücksichtigt.

    @ Ronaldo
    Da fallen mir spontan nur Kaufmann, Späth und Sprenger ein. Der erste überfordert, der zweite unerfahren, der dritte auf seiner Position von den Mitspielern abhängig. Und da macht es dann doch einen Unterschied, ob die Jicha, Ilic, Andersson und Narcisse heißen oder Kaufmann, Haaß, Kraus und Glandorf.
    Die anderen haben ohne Ausreißer nach oben gespielt, leider auch diejenigen, die schon die ganze Saison mit Formschwankungen kämpfen. So sie überhaupt spielen.
    Eine Erklärung könnte sein, dass Verein und EM doch zwei Paar Schuhe sind, was Druck, Verantwortung, mediale Aufmerksamkeit und Klasse der Gegenspieler angeht.

    Zum zu Recht kritisierten fehlenden Tempo im deutschen Spielaufbau: Schwalbe hat gestern in der ARD darauf verwiesen, dass auch die schnellen, einfach aussehenden Tore Präzision und 100% Präsenz verlangen. Sobald zwei Spieler mehr mit sich selbst beschäftigt sind, kannst du Tempospiel á la Kiel und Hamburg vergessen (war jetzt nicht ganz wörtlich, aber sinngemäß und, wie ich finde, richtig).
    Allerdings erklärt das auch nicht, wieso z.B. Bitter Gegenstoßpässe wirft, für die mein weiblicher A-Jugend-TW Liegestütze machen müsste.

    Was die Rückendeckung in der Öffentlichkeit angeht, hast du völlig recht. Anders sieht es mit dem Verbleib im Kader aus. Diese Schiedsrichter haben im weiteren Turnierverlauf nichts mehr verloren. Das hat nichts mit Wiedergutmachung zu tun, sondern mit dem Schutz einer Sportart. Und da ist in einem früheren Posting völlig zu Recht der Hinweis auf den Fußball erfolgt.
    Wenn die beiden Pfeifen bei dieser EM noch einmal auflaufen, wirft das wiederum ein anderes Licht auf das Verhalten der EHF. Dann riecht das Ganze nämlich nicht nach Solidarität, sondern nach, tja: Ignoranz, Dummheit, Kumpanei, Bestechung, ... Da kann sich jetzt jeder raussuchen, was ihm wahrscheinlich erscheint. Oder in den Kram passt. Und genau das ist das Problem.

    Ich verstehe ja, dass nach solchen schwachen Auftritten ein Sündenbock her muss. Da bietet sich der Bundesheiner natürlich an. Aber, mit Verlaub:
    - Heiner warnt seit Jahren vor den Folgen der zu geringen Spielanteile für deutsche Spieler in den Top-Klubs.
    - Heiner hat nach mehrheitlicher Meinung auch in diesem Forum keine krassen Fehler bei der Nominierung gemacht - ergo hat er im Großen und Ganzen die besten Spieler mitgenommen.
    - Heiner hat sehr viel gewechselt und probiert im Laufe der Spiele. Wenn eine der oft geforderten Alternativen zum Einsatz kam, war die in der Regel noch schlechter: Christophersen für Kaufmann? Lächerlich. Müller für Glandorf? Keine Verstärkung. Gensheimer oder Jansen? Spielte keine Rolle. Schröder oder Sprenger oder Schöne? Keiner hat überzeugt.
    - Die einzige Ausnahme: Haaß deutlich besser als Kraus. Und siehe da - Haaß bekam sofort seine Spielanteile.

    Nicht wenige haben wahrscheinlich die Warnungen vor der starken Vorrundengruppe und die Beschränkung auf das Ziel Hauptrunde für taktisch motiviert gehalten. In dieser Hinsicht war der Titelgewinn 2007 Gift, weil doch seither jeder glaubt, man könne auch mit einer schwächeren Mannschaft ganz weit nach vorne kommen. Dabei wird übersehen, dass man die perfekte Kombination aus Heimvorteil, Glück, überragender Torwartleistung und wohlwollenden Schiedsrichtern nur ganz selten hat.
    Deutschland hat zur Zeit nur einen sehr begrenzten Kreis an Spielern, die in Bestform das Prädikat Weltklasse verdienen. Wenn diese fehlen (Hens), bestenfalls ordentlich spielen (Bitter, Jansen) oder völlig außer Form sind (Kraus, Glandorf), dann ist eben nicht mehr drin. Wobei ich da mit dem Begriff Weltklasse ja schon recht großzügig umgehe.
    Die Mannschaft hat mehr Potenzial und sie wird sich sicher wieder besser präsentieren als zuletzt. Auf Dauer werden wir uns aber an karge Zeiten gewöhnen müssen, wenn wir unseren Talenten nicht mehr Spielzeit gerade auf den Schlüsselpositionen verschaffen.
    Eins noch zum Schluss: Die Aussagekraft von Titeln im Jugend- und Juniorenbereich für die A-Nationalmannschaft geht gegen Null. Nicht nur im Handball. Rettung aus dieser Richtung ist vorerst auch nicht zu erwarten.

    Zitat

    Original von Hupferl
    [...] aber trotzdem hätte in meinen Augen diese Verletzung verhindert werden können

    Sorry, aber durch die Klarstellung wird es in meinen Augen nicht besser. Schröders Verletzung hatte - soweit am Fernseher ersichtlich - nichts mit hartem oder gar unfairem Spiel zu tun. Ergo hätte die Verletzung verhindert werden können - aber nicht durch die Schiedsrichter, sondern wenn entweder Schröder oder sein Gegenspieler den Ball freiwillig hergegeben hätten.

    Ich möchte hier auch eine Lanze für Kaufmann brechen. Sicher waren ein paar Wurfversuche überhastet, aber wie schon diverse Vorschreiber bemerkten, wer hätte sich die Würfe denn nehmen sollen, wenn nicht er? Angesichts der Leistung seiner Rückraumkollegen war er doch immerhin noch der Einäugige unter den Blinden. Die vernachlässigten Außen hatten auch nur 1 von 3 zu bieten, was noch unter Kaufmanns Wurfquote liegt.
    Auch wird mir hier die starke Abwehrleistung der Polen zu wenig gewürdigt. Natürlich war das deutsche Spiel leicht auszurechnen, aber dennoch hat der polnische Mittelblock ausgezeichnet gearbeitet. Beide Kreisläufer waren nahezu ausgeschaltet, Kaufmann wurde zu langen Wegen und Würfen aus 10m gezwungen und das Zusammenspiel Abwehr-Torwart war aus meiner Sicht herausragend.
    In der Kreisliga (mein Erfahrungshorizont als Spieler ;) ) versucht man, wenn es im Positionsspiel nicht läuft, über Gegenstoß und Tempospiel zu einfachen Toren zu kommen. Das kam mir von unserem Team viel zu spät. Ich mag aber nicht beurteilen, ob es an taktischen Vorgaben oder an einer guten Rückzugsbewegung der Polen lag.

    Ich glaube, dass Frau Enke richtig gehandelt hat. Zwar war ich zunächst ob der unverzüglich hergestellten (bzw. bedienten) Öffentlichkeit auch irritiert. Als ich aber Christoph Daums Äußerungen (zitiert z.B. auf sport1.de) gelesen habe, musste ich meine Meinung revidieren. Kaum ist Robert Enke tot, kriechen - Entschuldigung - die Ratten aus allen Löchern, um sich ihr Stück Publicity abzuholen. Daum ist sicher nicht der einzige, der sich nun als eingeweiht darstellt (was ja sogar stimmen mag) und zugleich mit nebulösen Andeutungen die Spekulationen anheizt (was ich zum Kotzen finde).
    Mit ihrer schonungslosen Offenheit bestimmt zumindest momentan Frau Enke (stellvertretend für Enkes Familie und Freundeskreis) die öffentliche Diskussion, nimmt den Daums dieser Welt den Wind aus den Segeln und hilft so, die Würde ihres toten Mannes zu bewahren. Bei dürrer Faktenlage wäre das doch ganz anders. Niemand weiß, wie lange das anhält, aber im Moment finde ich die Reaktionen in den Medien wie im Internet (selbst vor Ort war ich nicht) doch geprägt von Trauer, großer Anteilnahme und ehrlicher Betroffenheit.
    Es ist illusorisch zu glauben, dass nun ernsthaft an den Grundfesten des Leistungssports gerüttelt wird. Aber wenn der Tod von Robert Enke dazu führt, dass anderen Sportlern in der selben Lage mehr Verständnis (z.B. auch von gegenerischen Fans) entgegengebracht wird, dann hätte sich schon viel bewegt. Und Teresa Enke hätte dazu einen gewaltigen Beitrag geleistet.