Beiträge von immerweiter

    brauch ich nicht....
    du magst ja im osteuropäischen sprachraum vlt. bewandert sein-
    aber mit noch so viel geschwafel und rumdreherei von wörtern und bedeutungen
    kannst du den englischen text nun mal nicht verfälschen...

    genau das willst du aber...

    Naja, da muss ich Karl beispringen: Im Kontext von Frage, Antwort und sonst üblicher diplomatischer Zurückhaltung in solchen sportpolitischen Fragen lese ich da auch eine kaum verhohlene Drohung gegen die RNL heraus. Aber gut...

    Wichtiger finde ich etwas anderes: Die Personalisierung dieses Konflikts ebenso wie die schlichte Unterstellung von Geldgier ist mir erheblich zu kurz gegriffen. Mag sein, dass sich Wiederer und Bohmann nicht riechen können, aber angesichts der vielschichtigen Interessen wäre das Problem auch nicht unter Männerfreunden mal eben so lösbar.
    Im aktuellen Fall liegt die "Schuld" m.E. hauptsächlich bei der HBL, weil sie sehenden Auges in diesen Konflikt marschiert ist. Die CL-Termine waren nun mal bereits bekannt, als die HBL ihrem TV-Vertragspartner offenbar die Zusicherung gegeben hat, trotzdem an diesen Tagen Bundesligaspiele anzusetzen - wohl wissend, dass die interessanten Vereine für Livespiele höchstwahrscheinlich in der CL spielen.
    Das ändert aber nichts daran, dass spätestens ab 2020 schlicht zu wenig Termine zur Verfügung stehen, um selbst bei gutem Willen konfliktfrei durch die Saison zu kommen. Nun, jeder Verband versucht, sein Produkt zu pushen. Im Erfolgsfall gibt das schließlich Geld und Macht. Nun agiert aber jeder Verband nicht im luftleeren Raum, sondern ist zugleich ein Ergebnis von Einzelinteressen seiner Mitglieder. Und es ist nun mal so, dass...
    ... es bei der HBL 12-14 Vereinen sch...egal sein kann, ob vorne jemand Probleme in der CL bekommt. Mit einer Reduzierung der BL würden die aber dafür bezahlen, dass EHF, CL-Vereine im Ausland und ihre direkten Konkurrenten in der Liga profitieren.
    ... es bei den meisten europäischen Ligen offenbar keine oder wenige Bedenken gegen eine aufgeblähte CL gibt, dafür aber wenig Bereitschaft, sich an den Vorstellungen der HBL zu orientieren.
    ... in der EHF die HBL tatsächlich nur eine von vielen Ligen ist, deren Bedeutung dazu abzunehmen scheint.

    Im Grunde sehe ich nur zwei Alternativen: Man rauft sich im eigenen Interesse so gut es geht zusammen und versucht sich an gesichtswahrenden Kompromissen. Oder die HBL überschätzt ihre Bedeutung (bzw. die des deutschen Marktes für die EHF) nicht und geht auf Konfrontationskurs. In der Konsequenz hieße das: auf deutsche Starter in der CL zu verzichten, bis die EHF mit ihrem entwerteten CL-Produkt zu Kreuze gekrochen kommt. Ob das realistisch ist...?

    Naja, es gibt noch mehr Parallelen zu Stenzel. Der hat nämlich 74 erst einmal eine Reihe Altstars wie Hansi Schmidt rausgekegelt und stattdessen junge Spieler in die NM geholt, "die seinerzeit nur die besten ihrer Straße waren", wie er selbst das mal recht blumig gesagt hat. Dafür waren sie hungrig und zumindest vier Jahre bereit, ihm bedingungslos zu folgen.
    Unterschiede gibt´s allerdings auch: Stenzel hatte von Anfang an Erfolg. 76 Platz 4 bei Olympia, 78 die Krönung. 80 wäre mit der Mannschaft damals ein Olympiasieg möglich gewesen und wie die durch die Rücktritte geschwächte Mannschaft 82 abgeschnitten hat, wissen wir ja. Als es bergab ging, war er dann auch nicht mehr zu halten.
    Heute hat ein BT aber keine vier Jahre mehr Zeit, eine Mannschaft zu entwickeln...

    Ich selbst brauche so etwas auch nicht und dachte erst: So ein Quatsch. Aber als meine Jungs E-Jugend und D-Jugend spielten, hätte Ihnen das bestimmt gefallen. Also nicht gleich den Stab über so eine Veranstaltung brechen, sondern den KIndern den Spaß lassen. Nachwuchs ist wichtig, wenn wir in diesem Forum auch noch in 16 Jahren über die verpassten Chancen eines EM-Titels diskutieren wollen. :D

    So isses. Meine Mädels (11 und 7) haben den "Zirkus" durchaus genossen, fanden auch den 10. Kempa noch schick und zumindest die Kleine hat sich beömmelt bei mitspielenden Schiedsrichtern oder als Damgaard Wolff festgehalten hat. Man kann über Sinn und Unsinn solcher Event-Veranstaltungen immer streiten, genau wie über die Details der Umsetzung. Aber wer das Ganze in Bausch und Bogen verdammt, sollte immer mal bedenken, dass es auch andere Zielgruppen als die beinharten, regelkundigen, mit Insiderinformationen versorgten Taktikfüchse gibt, die hier versammelt sind. Die können ja dafür mit dem notwendigen heiligen Ernst hier im Forum diskutieren. Das ist dann die Eventfan-freie Zone ;)

    Paul Jonas: Wenn Deutschland im kommenden Jahr, hoffen wir es alle, das WM-Finale erreichen sollte, dann werden es bei Eurosport, Pro7 oder Sport1 genauso viele Leute sehen wie bei ARD oder ZDF.

    Das ist allerdings eine steile These, bei der ich im Zweifelsfall jederzeit eine Kiste Gehopftes dagegen setzen würde ;)

    Dass eine Handball-WM als Programmhighlight eines Spartensenders ungleich umfangreicher und vermutlich auch besser dargestellt würde als bei den ÖR mit ihrem starren Programmschema, da bin ich bei dir. Aber wie schon (sinngemäß) gesagt wurde: Für den erhofften Impuls für unsere Sportart braucht es kein Programm für uns Handball-Nerds. Ich denke, darin liegt auch ein Teil der massiven Kritik hierbegründet, die bei jedem Großereignis auf die Kommentatoren bei den ÖR einprasselt.

    Wo hast du das denn her? Hat hier irgend jemand geschrieben, dass man NUR so gewinnen kann, dass das total einfach ist und mit jedem Zweitligaspieler geht und das es ausschließlich an Lemke lag? Hab ich nirgends gelesen.

    Lass ihn. Diese Art Rückfragen ist beim Kollegen völlig sinnlos. Wie schon jemand weiter oben geschrieben hat: Vieles, was er sagt, ist diskussionswürdig und da ist mancher Gedanke sicher nicht falsch. Eigentlich. Aber bei seinem unsäglichen Tonfall, den ständigen Übertreibungen, dem aggressiven Geschreibsel, habe ich da echt keine Lust zu.

    Abwehrarbeit wieder mal "umgestellt" obwohl die bis auf den Kreis super funktioniert hat, und vorne die 2. Welle nicht abgebrochen wenn Spanien formiert war, dadurch zu nah mit Ballverlusten. Und den Spielaufbau aus ruhendem Spiel auch "geändert", mit diversen unnötigen Ballverlusten weil der Mitspieler nicht mehr da stand wo er in der 1. Halbzeit war, und direktem Gegentor weil das Tor leer war.

    Ähm, du vergisst bei deiner Analyse etwas die Spanier. Die entscheidenden Umstellungen kamen nämlich zunächst von denen. Im Grunde hatte das Spiel doch fünf (taktische) Phasen:
    1. Deutschland stabil in der Abwehr, Wolff gleich mit mehreren Paraden. D mit Druck und Tempo nach vorne, lässt aber ein paar Freie liegen, sonst wäre mehr als die zwischenzeitliche 2-Tore-Führung herausgesprungen.
    2. Spanien bekommt vorne sein Kreisläuferspiel in den Griff und stellt hinten auf offensiv um. D zeigt sich gut vorbereitet und bespielt die 5:1 sehr gut.
    Halbzeitfazit: Hinten Aguinagalde und Sarmiento in den Griff kriegen und vorne so weitermachen.
    3. ESP stellt auf eine sehr offensive 6:0 um, D bekommt im Angriff die Probleme, die sich schon durchs Turnier ziehen: Das Angriffsspiel ist zu langsam, das Timing stimmt nicht, es werden zu oft falsche Entscheidungen getroffen. Hinten versucht D vergeblich, mit einer etwas offensiveren Abwehr die bis dato erfolgreichen spanischen Angriffsmittel zu unterbinden. ESP legt vor.
    4. D reagiert mit personellen Änderungen und stellt auf 7:6 um. Das geht voll in die Hose. Die eingewechselten Spieler (Fäth) rechtfertigen voll und ganz, dass sie bisher nicht auf der Platte standen. Das 7:6 geht zweimal schief und dann bricht die kollektive Verunsicherung aus. Spanien legt entscheidend vor.
    5. Beide Abwehrreihen beschränken sich auf sanfte Begleitung. Das Spioel ist zu diesem Zeitpunkt entschieden und alle Formationswechsel sind für das Endergebnis völlig belanglos. So können auch noch Spieler glänzen (Häfner), die in der entscheidenden Phase kein Faktor waren.

    Ich halte nicht für völlig falsch, was du sagst. Aber dein beitrag steht stellvertretend für viele, in denen die taktische und individuelle Leistung der Gegner geradezu arrogant gering geschätzt wird. Die gegenerischen Trainer sind genausowenig Idioten wie unser BT und haben einfach häufig Mittel gegen unsere Schwachstellen gefunden. Zudem hat es die spanische Abwehr im 6:7 eben geschafft, keinen frei durchkommen zu lassen. Es war immer irgendwie ein Abwehrspieler dran und so hat man die deutschen Angreifer zu falschen Entscheidungen geradezu gezwungen - je länger und verunsicherter, je mehr.

    Dass alle für die Spitzengruppe in Frage kommenden Vereine mal mehr, mal weniger Fehler gemacht haben, ist klar. Dass die Bayern sich nicht dafür entschuldigen müssen, dass sie in (fast?) allen Bereichen deutlich besser und professioneller aufgestellt sind als die deutsche Konkurrenz, ebenso.
    Trotzdem würde ich die Lage nicht mit einem einfachen "die Bayern werden auch mal wieder verlieren" abtun. Ja, das kann durchaus sein, aber nicht als quasi Naturgesetz. Die Bayern haben strukturell so einen Vorsprung, dass sie in einem prognosefähigen Zeitraum - sagen wir in den nächsten 5-7 Jahren - nur dann nicht als Erster einlaufen werden, wenn sie selbst Fehler machen bzw. großes Pech haben mit der Spieler- oder Trainerauswahl. Das kann natürlich passieren, liegt aber in ihrer eigenen Hand.
    Die zwei Jahre währende Dortmunder Dominanz unter Klopp wurde m.E. deshalb von den Bayern als schwere Demütigung empfunden, weil ihnen das eigene Missmanagement in Sachen Spieler-, System- und Trainerauswahl deutlich vor Augen geführt wurde. Sie haben dann ja auch reagiert...

    Was ich allerdings nicht glaube, ist dass die Bayern-Dominanz direkt große Auswirkungen aufs Geschäft, sprich: Zuschauerinteresse, haben wird. Das ist höchstens ein Nebeneffekt bei der viel größeren Gefahr, dass die Schraube überdreht wird. Zu Phantasie-Ablösen, Bezahlfernsehen und sportlich bedeutungslosen weltweiten Business-Missionen gesellen sich dann eben auch noch betonierte Strukturen und geschlossene Gesellschaften. Vielleicht bewegt das in Summe den einen oder anderen Fan zum Rückzug. Wenn er sich dann eine andere attraktive Sportart aussucht, ist das ja nur zu begrüßen ;)

    Wir warten ja (im Angriff) alle auf den Umschwung, Schalter umlegen etc. Vielleicht klappt´s ja heute aus folgender Überlegung:

    Prokop hatte bei seinen Entscheidungen in diesem Turnier nicht immer das, was man Fortune nennt. Man kann ohne Backup für Gensheimer spielen. Dass der dann für seine Verhältnisse doch einige Freie liegen lässt - dumm gelaufen. Weinhold und Häfner auf RR, Wiede draußen - kann man nachvollziehen. Dass Häfner bisher schwach spielt - dumm gelaufen. Weber hätte nach dem bisherigen Saisonverlauf auch eine Rolle spielen können, wie sie Kühn und Häfner 2016 hatten. Stattdessen kommt die Mannschaft nur selten in den schnellen Gegenangriff, aus dem er die einfachen Tore macht - dumm gelaufen.
    Ich will garnicht diskutieren, wessen "Schuld" das im Einzelnen wohl ist. Aber einen Umschwung habe ich schon gegen Tschechien entdeckt: Man musste nicht unbedingt mit Heinevetter anfangen und diesen dann nach starker Leistung auch nicht zwingend am Schluss runternehmen. Aber dann vernagelt Wolff den Kasten vollends und liefert am Ende entscheidende Impulse - super gelaufen. Vielleicht ist das ein Fingerzeig, dass ein wenig das "Schlachtenglück" zum BT zurückkehrt. Dass er willens und in der Lage ist, Fehleinschätzungen zu korrigieren, hat er m.E. schon bewiesen. Ich bin optimistisch ;)

    Ich finde, für eine Vettern-Nominierung, die dem Trainer so um die Ohren fliegt, sind die Beiträge hier noch sehr freundlich.

    Andauernd beleidigt werden hier seine Kritiker - nicht Prokop!

    Doch. Dein Post ist das beste Beispiel. Mit deiner Wortwahl unterstellst du Prokop nämlich, dass er seine Nominierungen nicht nach sportlichen Gesichtspunkten vornimmt (über die man natürlich diskutieren kann), sondern nach Gefälligkeit, Bestechungssumme, Angst vor Drohungen, auf Anweisung von Bob oder was weiß ich...
    Das ist einer der schlimmsten Vorwürfe, die man einem Trainer im Leistungssport machen kann und deshalb in der Tat beleidigend.

    Und damit meine ich nicht in erster Linie das deutsche Spiel, sondern eine Unzahl von Beiträgen in diesem "Fachforum". Ja, im deutschen Angriffsspiel ist die Verunsicherung greifbar. Ja, wenn der BT einen Plan für eine andere Abwehr hatte als in der Vergangenheit, dann ging das einigermaßen in die Hose. Mit der Nachnom9inierung von Lemke hat er das ja quasi eingestanden und - erfogreich - versucht zu korrigieren. Und ja, Gensheimer spielt ein eher durchwachsenes Turnier bisher - allerdings auch nur, wenn man von ihm ob seiner Klasse eine herausragende Leistung erwartet. Soll heißen: Mit jedem anderen Kandidaten auf dieser Position wäre man mit Gensheimers Statistik sehr zufrieden. Ergo wäre er kaum eine Verstärkung. Aber...

    ... mit den Kumpels vorm Fernseher und einem Bier in der Hand rufe ich während des Spiels auch mal "Sch...spiel", "So ein Mist" oder ähnliches. Aber ich fühle mich nicht genötigt, das laufend auch im Forum abzusondern und dabei noch so zu tun, als ob meine Emotionen einer profunden Fachkenntnis und genauer Analyse entspringen würden. Insbesondere die Beiträge während und kurz nach dem Spiel sind, sorry, zu 90+x% kompletter Müll.
    ... die Verunsicherung liget doch wohl in erster Linie an den bisherigen Leistungen, genauer an der Diskrepanz zwischen selbst formulierten Ansprüchen der Mannschaft, den bisher starken Leistungen im Jahr 2017 und in den Vorbereitungsspielen und der Einschätzung vieler Experten vor dem Turnier auf der einen Seite und dem, was davon bisher auf der Platte zu sehen war andererseits.
    ... weiß jeder Kreisligatrainer, dass es im Normalfall nichts bringt, z.B. in einer Auszeit auf eine ohnehin verunsicherte Mannschaft noch einzuprügeln. Wenn Prokop aber mal von der sachlich-taktischen Ansprache abweicht und z.B. versucht, sein Team stark zu reden, wird ihm das prompt auch angekreidet.
    ... kann der BT beim besten Willen nichts dafür, dass ihm ein Spielmacher auf RM fehlt. Die beiden einzigen ernst zu nehmenden Kandidaten Ernst und Pieczowski sind verletzt. Wen hätte er denn stattdessen mitnehmen sollen? Im Übrigen erinnere ich mich an die eine oder andere Einschätzung von Strobels Leistung 2016, dem auch regelmäßig die Qualität für die NM abgesprochen wurde. In einzelnen Beiträgen wurde hier ja schon Abbitte geleistet. Aber so jemand kann ich momentan nirgends sehen.
    ... hat Prokop heute seine Kandidaten auch nach Fehlern lange spielen lassen. Die hier oft geforderten Häfner und Kühn haben keinerlei Argumente geliefert, dass man bisher zu wenig auf sie gesetzt hätte. Aber ich glaube nicht, dass der BT Kühn angewiesen hat, so einen Murks zu werfen, oder den gesamten Rückraum, bloß nicht den freien KL anzuspielen. Die Ausnahme ist Fäth, der nach der heutigen Vorstellung vielleicht (!) bei den beiden Unentschieden ein Faktor zu unseren Gunsten hätte sein können.

    Zusammengefasst erscheint es mir geradezu absurd, wie hier für alle Fehler und Schwächen im deutschen Spiel der Trainer verantwortlich gemacht wird. Und wie schon früher geschrieben wurde: Wenn das nicht funktioniert, gibt es immer noch Hanning, der im Zweifelsfall als Böser im Hintergrund die Fäden zieht.
    Die Mannschaft hat sich heute nach einer hinten guten, vorne 50 min schwachen Vorstellung am Ende selbst aus dem Sumpf gezogen. Dass die Spieler anschließend darauf abheben und das Positive betonen, mag man ihnen als Realitätsferne oder Schönrednerei auslegen. Aber das ist doch das einzig Richtige, wenn ich mich für die nächsten beiden Spiele irgendwie aufbauen will.
    Wenn wir die heutige Abwehr- und TW-Leistung halten können, haben wir natürlich auch gegen Dänemark und Spanien eine Chance. Wenn nicht, kann und muss man diskutieren, weshalb Anspruch und Wirklichkeit nicht zueinander gefunden haben. Und dabei wird die Leistung von Christian Prokop genauso zu hinterfragen sein, wie die jedes einzelnen Spielers. Aber viele kritische Beiträge hier erwecken schon den Eindruck, dass ihnen nichts wichtiger ist, als in jeder Aktion Indizien für die schon vorher vorhandene negative Meinung zu suchen.

    Ein letzter Randaspekt noch: Ich kann kein kroatisch, aber die letzte Auszeit der Kroaten gegen Weißrussland machte auch den Eindruck, als ob viele Leute durcheinander redeten und niemand so recht dem Trainer zuhörte. Und Cervar kann man sicherlich vieles vorwerfen, aber nicht mangelnde Autorität und Erfahrung.

    Sagt mal, ich bilde mir ein, bei der letzten Auszeit in der Ansage vom BT das Wort "Kempa" gehört zu haben. Dann würde der Pass auf Groetzki auch Sinn machen, wenn der aus einem Einspringen weit außen einen Kempa für den Rückraum oder Kreis auflegen sollte. Von daher könnte das schon der Plan gewesen sein (ob´s ein guter war, sei mal dahingestellt).

    Die heftigen Angriffe gegen Prokop hier mag ich nicht überbewerten. Auf den wurde in der Ruhe vor und mit Abstand nach den Spielen schon ordentlich draufgehauen. Da ist ja klar, dass in der Emotion unmittelbar nach so einem Krimi schnell noch mal die große Keule eine Schublade tiefer herausgezogen wird. Was ich immer sehr amüsant finde, ist der Tonfall persönlichen Beleidigtseins, als hätten die Schreiber verdammt noch mal ein Anrecht auf bessere Leistungen der Mannschaft eingekauft.

    Generell sehe ich die Probleme momentan eher im Angriff als in der Abwehr. Einige Spieler im Rückraum haben bis jetzt nicht die Leistungen von 2016 gezeigt. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass daran der Trainer schuld sein soll. Über die vielen aufreibenden 1:1-Situationen und die dafür fehlenden Kreuzbewegungen, mit denen die Shooter in gute Positionen gebracht werden sollen, wurde ja schon geschrieben. Das sah in den Vorbereitungsspielen gegen Island aber noch ganz anders aus. Könnte es nicht sein, dass die gegnerischen Trainer ihre Hausaufgaben auch gemacht haben und diese Laufwege sehr geschickt zumachen ließen, u.a. durch vorgezogene Deckungsspieler, die unseren spielfluss schon ziemlich gestört haben?

    Aber wer nur den Trainer kritisiert, der springt zu kurz.

    In der Stuttgarter Zeitung erschienen am Freitag mehrere Vorberichte zum Derby. Darin wird auch die derzeit unbefriedigende Situation in Göppingen thematisiert.
    StZ_2017-09-22

    Der AutorJürgen Frey schätzt die Probleme so ein:

    "Die Bereiche Marketing und Finanzen werden in Göppingen mit viel Sachverstand beackert, der dritte und wichtigste strategischen Erfolgsfaktor bietet dagegen das meiste Steigerungspotenzial: Der Sport. Mit kluger Personalpolitik, vorausschauender Kaderplanung, akribischer Nachwuchsarbeit, schlüssigem Scouting und einer modernen, attraktiven Spiel- und Trainingsphilosophie konnte Frisch Auf in den vergangenen Jahren nicht gerade glänzen."

    Christian Schöne wird gelobt und seine Verpflichtung als Sportlicher Leiter als richtiger Schritt gewertet. Bisher hätten sich aber Teile des Aufsichtsrates gegen mehr Handball-Sachverstand in der Vereinsführung gewehrt. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. In jedem Fall deckt sich der Bericht aber mit Trollingers These, dass der Trainer nicht allein schuld sei.

    Wäre es denn so schlimm? Der gute Mann klagt ja nicht auf eine unbegrenzte Vertragslaufzeit. Er unterschreibt einen Zweijahresvertrag mit einer eventuellen Option auf ein weiteres Jahr bei einer bestimmten Spielanzahl. Die Argumentation ist ja nicht mal das er diese Spiele garantiert haben wollte, sondern er sich um die Chance gebracht sah sich dafür zu empfehlen, weil er aus der Mannschaft für die er einen Vertrag unterschrieb "verbannt" wurde.

    Auf SPON wurde der Sachverhalt so beschrieben: Bei der Ablehnung von Müllers Klage in der ersten Instanz hat das Gericht die von dir genannte Argumentation offenbar ausdrücklich nicht anerkannt. Dafür hat es in der Urteilsbegründung die Frage aufgeworfen, ob befristete Verträge im Profisport generell mit geltendem Arbeitsrecht zu vereinbaren sind. Deshalb habe Müller vor dem Landesarbeitsgericht eine andere Argumentationslinie gefahren und deshalb habe das Verfahren erst seine grundsätzliche Bedeutung gewonnen.

    "kartoffeldeutsche" Sportart

    Da muss ich doch direkt mal fragen: Schon Herr Eilenberger selbst war ja sehr in dieses mir bislang unbekannte Wort verliebt. Wikipedia klärt mich auf, dass es sich bei Kartoffeldeutschen um deutschstämmige Einwanderer in Dänemark Mitte des 18. Jh. handelt. Erschließt sich da nur mir der Zusammenhang nicht, oder habe ich verpasst, dass der Begriff einen aktuellen Bedeutungswandel erfahren hat?

    Ach Leute, die Wahrheit liegt doch wie so oft in der Mitte. Kein Trainer einer (Ballspiel-)Nationalmannschaft wird nur und ausschließlich die 11, 16, 22 Besten einladen. Funktioniert nämlich nicht und dafür gibt es im Handball und im Fußball genügend Beispiele (zugegeben, in den anderen Sportarten kann ich´s nicht so beurteilen). Das Puzzle zählt, und da spielen Eigenschaften wie Teamspirit, Standing in der Mannschaft, Erfahrung eben schon eine Rolle. Umgekehrt nominiert natürlich auch kein Trainer einen reinen Grüß-Gott-August oder Gute-Laune-Bär.
    Von daher hat Lichtlein selbstverständlich einen Bonus, den er aber genauso selbstverständlich in der Rückrunde mit Leben füllen muss.

    Yep, aber Dirk war schon Fahnenträger. Und das wurde damals durchaus kritisch kommentiert, obwohl ihm bestimmt kaum jemand die Nominierung persönlich missgönnt hat. Das Argument war, diese Aufgabe an Sportler zu übertragen, die wirklich nur alle vier Jahre aus der medialen Versenkung treten. Wer Schießen, Kanu, Ringen oder ähnliches macht, hat nun mal höchstens da seine fünf Minuten Ruhm - ok, als Olympiasieger auch schon mal einen halben Tag.

    @ Karl, das finde ich sehr unwahrscheinlich. Dass man evtl. für den am leichtesten zu "verschmerzenden" Spieler Ernst eine Sperre riskiert, um das Anspiel der Norweger zu verhindern, klingt zumindest so nachvollziehbar, dass es wahr sein könnte. Dass man mit dem besten Torschützen und extrem sicheren 7m-Werfer einen Schlüsselspieler fürs Finale opfert, wäre eine abenteuerliche Dummheit.
    Davon abgesehen ging mir bei einigen Postern der Sprung von "ist auch möglich" zu "war so" schon deutlich zu flott. Und das hat jetzt mit Totschweigen nichts zu tun.

    Der interessanteste Aspekt ist für mich tatsächlich die Frage, ob mit einem provozierten Wechselfehler die Verhinderung des schnellen Anspiels (oder eines anderen Wurfes) in den Schlusssekunden mit entsprechender Betrafung umgangen werden kann. Zwar ist das wirklich nur in einem ganz engen Zeitkorridor von vielleicht acht Sekunden eine Option, weil bei längerer Restspielzeit die Unterbrechung plus Hinausstellung kontraproduktiv ist. Aber vorstellbar ist es.

    es ist mir klar, dass es um Tokio geht..aber auch für dieses Turnier ist man eben ( natürlich) noch nicht quaslifiziert..man sollte irgendwelche "Ziele" maximal dann formulieren wenn dies der Fall ist

    Ich denke, da muss man unterscheiden zwischen konkreten Zielen direkt vor einem Turnier (wo man auch relativ aktuell z.B. Formkurven und Personalsituation einbeziehen kann) und einem Fernziel. Letzteres ist eher eine Vision und hat in erster Linie den Zweck, mit einer griffigen Aussage Aufbruchsstimmung, Euphorie und Gemeinschaftsgefühl zu schaffen und so eine Dynamik zu erzeugen. Das ist in meinen Augen nicht nur legitim, sondern sogar notwendig. Klaffen Anspruch und Realität auf dem Weg dorthin allerdings zu weit auseinander, kann das zum Bumerang werden, keine Frage. Hier sieht´s ja aber gerade eher nach Held der Arbeit und 100% Sollübererfüllung aus. ;)