Beiträge von immerweiter

    Ich möchte hier mal eine Lanze für die Reformen im Kinderhandballbereich in den letzten 10, 15 Jahren brechen. Vorab: Ich kann nicht beurteilen, ob eine Folge der DHB-Konzeption im Spitzenhandball ist, dass wir Kreativität, Nonkonformismus und Schlitzohrigkeit bei der Jugendförderung im Leistungsbereich vernachlässigen, wie teilweise bemängelt wird. Mein Feld ist die Basisarbeit, und da ist mein Fazit uneingeschränkt positiv.

    Kurzer Rückblick: Zu Beginn meiner Trainertätigkeit (das ist echt schon lange her, nämlich1986) sahen Kinder-Handballspiele oft so aus wie exemplarisch bei der D-Jugend in meinem eigenen Verein: Zwei 6:0-Deckungen, vor denen sich der Angriff den Ball ohne große Bewegung von links nach rechts durchspielte, bis der Halbrechte, anderthalb Kopf größer als der Rest und im Zweitsport erfolgreicher Kugelstoßer, irgendwann aus dem Stemmschritt den Ball in den Winkel nagelte. Der hätte auch gleich werfen können, aber die Vorgabe des Trainers war nun mal "zweimal durchspielen". Es kam wie es kommen musste: Irgendwann wuchsen auch die anderen. Stemmwurf - Tor war nicht mehr, aber weder der Torjäger noch seine Mitspieler hatten ein Instumentarium, um irgendwie anders erfolgreich zu sein. Der Linkshänder hat in der B-Jugend aufgehört, manche seiner Mitspieler waren noch jahrelang Stützen der Herrenmannschaft - mit Können, das sie sich oft erst bei den Aktiven angeeignet hatten.

    Wenn ich mir meine Jugendmannschaften aus den Nullerjahren und darüber hinaus anschaue, liegen Welten zwischen denen und meinen Teams der letzten Jahre - obwohl wir immer noch in etwa in der gleichen Liga spielen. Selbst schwächere Spielerinnen behrrschen einen technisch sauberen 1:1 Durchbruch (wenn auch nicht unbedingt mit der nötigen Dynamik), die Passgeschwindigkeit und -härte ist deutlich höher, das "Auge" für den Mitspieler und die Qualität der Lösungen ebenfalls. Und woran liegt´s? In meinen Augen an den Vorgaben zum offensiven, ballorientierten Abwehrspiel.

    Dass die Spielerinnen, tatsächlich vor allem die Mädels, Schwierigkeiten haben, eine Gegnerin festzumachen, das Stoppfoul zu setzen und gegenerische Aktionen im Ansatz zu unterbinden, ist wahr. Aber das ist nach meiner Erfahrung ein vorübergehendes Problem, vor allem in der C- und B-Jugend. Jedenfalls ist es deutlich leichter, in diesem Alter ins körperbetonte Abwehrspiel einzusteigen, als einer Damenspielerin noch einen erfolgreichen Durchbruch gegen die Hand beizubringen.

    Im (unterklassigen) Damenbereich ist es fast immer erfolgreicher, eine defensive Abwehrformation zu wählen, was vor allem am Mangel an geeeigneten Shooterinnen aus 9m+ in diesen Klassen liegt. Aber die Spielerinnen profitieren auch da ungemein von den Grundlagen im 1:1, die einst in der F- bis D-Jugend gelegt wurden.

    Erst mal Tach, Hans Richard und willkommen in der HE. Du wirst hoffentlich feststellen, dass es hier noch viele weitere interessante Themen gibt, nicht nur die "Causa A. Fuhr".

    "Generell ist im Sport die Wortwahl sicher oft gröber als im normalen Alltagsgeschehen, häufig nicht druckreif. Es geht aber nie um persönliche Beleidigungen, sondern geschieht im Eifer des Gefechts und der Emotion." Das ist ein Satz aus dem mittleren 20. Jahrhundert und sollte den Kommunikations-Verantwortlichen um die Ohren gehauen werden. Er legitimiert Respektlosigkeit gegenüber und Erniedrigung von Frauen. Auch "im Eifer des Gefechts" dürfen Führungskräfte wie Trainer nicht mal ansatzweise beleidigend auftreten. Wer das nicht kapiert, wer diesbezüglich seine Emotionen nicht im Griff hat, hat auf einer Trainerbank nichts mehr verloren.

    Ich hab mal die gleiche Textstelle ausgesucht wie mein Vorredner. Warum? Weil mir dieser Satz genau so sauer aufgestoßen ist wie dir. Das wurde und wird ja so oder so ähnlich häufiger angeführt, um verbale Entgleisungen im Sport ein Stück weit zu rechtfertigen. Wenn damit gemeint ist, dass man in der Hitze des Gefechts nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen darf - ok. Wenn damit gemeint ist, dass es dem Sport alle Emotionen nimmt, wenn ich auch auf der Bank jeden Satz von einem Kommunikationsanwalt absegnen lassen muss - kann ich auch mit. Aber ich bin voll und ganz bei dir, wenn du den Verweis auf die besondere Drucksituation als "Legitimation für Respektlosgkeit und Erniedrigung" empfindest.

    Ich bin seit mehr als 30 Jahren Trainer, nicht im Leistungshandball, aber im weiblichen Bereich in allen Altersklassen von den Minis bis zu den Frauen. Ich kommuniziere unter Druck, also in erster Linie während des Spiels, auch anders als entspannt und reflektiert im Training. Ich bin auch nicht immer sachlich in meiner Wortwahl, ich habe vor allem eine völlig andere Lautstärke - soll heißen, ich brülle mir auch mal die Seele aus dem Leib - und ich hab auch schon meine Wasserflasche hinter die Bank gepfeffert.

    Kleiner Exkurs: Ich finde, das gehört auch ein Stück weit dazu. Teilweise, weil ich den Ärger raus lassen muss, um nicht daran zu ersticken. Teilweise, weil ich nicht als Eisklotz rumstehen kann, wenn ich meinen Mädels Leidenschaft und eine 100%-Einstellung vermitteln will. Aber auch das hat Grenzen. Zwei Beispiele: Ich muss als Trainer erkennen, ob ich es mit Verunsicherung oder mit Lustlosigkeit zu tun habe. Erfordert eine völlig unterschiedliche Kommunikation. Oder ich muss in der Kommunikation mit dem Schiedsrichter jederzeit bedenken, ob ich gerade meiner Mannschaft helfe oder ihr schade. Das ist eine Professionalität, die ich von den hauptamtlichen Kollegen noch viel stärker einfordern kann.

    Aber, und jetzt kommt´s: Nie, nie, nie kämen mir Begriffe wie "fett" über die Lippen, um den Körper einer Spielerin zu beschreiben. Meine Mädels werfen auch keine "schwulen" Bälle, obwohl ich sicher in jedem Spiel und in jedem Training mit dem einer Menge erbärmlicher Zuspiele oder Würfe leben muss. (Immer vorausgesetzt, dass die Zitate aus dem Spiegel-Artikel stimmen.) Das ist ein Mindestmaß an Respekt gegenüber den Menschen, mit denen ich es zu tun habe, das ich mir auch nicht mit noch so viel Verweisen auf die manchmal etwas rauhere Luft im Leistungssport wegdiskutieren lasse.

    Niemand ist gezwungen, im weiblichen Bereich zu arbeiten. Aber wer das tut, sollte wissen, wie heikel manche Themen hier sind, gerade bei jungen Spielerinnen. Wer das nicht drauf hat, ist schlicht fehl am Platz.

    Ich weiß, das ist nur ein Teilaspekt dieses Themas. Aber der Kollege hat mich angeregt, meinen Senf zu genau diesem Punkt beizutragen. Weil das in meinen Augen tatsächlich vor allem der Verharmlosung und Relativierung dient.

    In jedem Fall würde ich Messi den Titel sehr gönnen. Gegen Frankreich sowieso und auch gegen Marokko. Zwar bin ich auch gerne beim Underdog, aber Halbfinalteilnahme oder gar Finale ist schon ein Riesenerfolg. Und nu ist aber auch erst mal gut. Die brauchen schließlich noch Ziele für die nächsten Turniere. ;)

    Ist nie passiert, das ist pure Polemik!

    Der direkte Weg ins Krankenhaus ist sicher Polemik. Aber ich werfe mal den Aspekt Langzeitfolgen in die Runde. Im Fußball sind Kopfbälle inzwischen ein viel diskutiertes Thema. In Großbritannien, wenn ich mich richtig erinnere, gibt es mittlerweile im Jugendfußball Einschränkungen für Kopfbälle in Spiel und Training, wegen Forschungsergebnissen, die einen Zusammenhang zwischen Demenzerkrankungen und intensivem Kopfballspiel nahelegen. Von daher ist ein besserer Schutz der TW für mich schon nachvollzihbar und angebracht.

    Dass die Interpretation der jeweiligen Szene durch die Schiris eher einem Glücksspiel gleicht, ist aber auch richtig. Das ist im Grunde aber bei Entscheidungen zu Schritten, Stürmerfoul oder Gesichtstreffer auch nicht viel anders. Wenn die Regel nun dazu führt, dass weniger oft versucht wird, den Ball am Kopf des TW vorbeizuziehen, ist das ja durchaus positiv.

    Auf Bezirksliganiveau, wo ich mich bewege, ist sowieso davon auszugehen, dass ein Kopftreffer nahezu immer eine Folge technischer Unzulänglichkeiten des Angreifers ist. Oder natürlich wegen der Aktion eines Abwehrspielers.

    Naja, nicht ganz richtig. Mit den Kadetten Schaffhausen wurde er zweimal Schweizer Meister. Und vier der vierzehn Jahre hat er gar nicht als Trainer garbeitet. Aber klar, aus dem obersten Trainer-Regal ist er nun nicht gerade. Vermutlich ist FAG auch seine letzte Chance, wieder richtig ins Geschäft zu kommen.

    Wenn ich richtig informiert bin, wäre das möglich. In jedem Fall kommen jetzt die (nominellen) Kracher: Niederlande - Argentinien, England -Frankreich, evtl. Portugal - Spanien. Lauter Mannschaften, die mit dem erklärten Ziel Weltmeister angetreten sind. In der Vergangenheit waren oft die Viertelfinals die fußballerisch besten Spiele, weil die Mannschaften noch einigermaßen frisch waren.

    Nicht nur als falsche 9 ist er verschenkt. Spielt bei Bayern eine Kacksaison, Letztes Pflichtspiel vor der WM war im September ist folglich nicht fit. Als Sturmspitze unbrauchbar, als Konterspieler unbrauchbar. Dazu langsam und technisch limitiert. Bringt keinen Mehrwert, nur Mehrarbeit für die anderen Spieler, weil sie quasi in Unterzahl spielen und seine fehlende Präsenz ausgleichen müssen. So schaut's aus! Hallo Zeitzi! :hi:

    Möglicherweise hast du Recht, was seinen Fitnesszustand bzw. seine aktuelle Form anbelangt. Aber ich habe ihn bei Bayern bis zu seiner Verletzung nicht so schwach in Erinnerung wie du. Und man sollte nicht vergessen, dass mit Müllers Auswechslung der Absturz gegen Japan begann. Ok, lag vermutlich eher an Gündogans gleichzeitigem Abgang. aber bis dahin hatte auch Müller zur deutschen Dominanz beigetragen. Heute war´s echt nicht so berühmt.

    Wenn rund um ein bedeutendes Turnier die politischen / gesellschaftlichen Diskussionen wichtiger sind als die sportlichen, ist das immer bedenklich. Und wenn sich die Sportler dazu positionieren, geht die Fallhöhe ruchzuck deutlich nach oben, wenn´s dann sportlich nicht rund läuft. Aber ich finde nicht, dass daran die Spieler schuld sind. Mittlerweile wird von Prominenten, egal ob in Sport oder Showgeschäft, grundsätzlich erwartet, dass sie zu allerlei Themen eine "Haltung" besitzen. Ob sie wollen oder nicht. Hier einfach anzutreten und zu sagen "Wir konzentrieren uns nur auf das Sportliche" wäre für die Mannschaft schlicht unmöglich gewesen. Dafür war der öffentliche Druck viel zu groß.

    Ob Team und Verband da jetzt immer geglänzt haben, darüber lässt sich natürlich streiten. Aber ich habe schon Verständnis dafür, wenn man in der Zwickmühle zwischen Druck der Öffentlichkeit, eigenen Überzeugungen, sportlichen Ambitionen nicht immer souverän agiert. Zumal der Kern des Problems, die ungehemmte Kommerzialisierung des Sports, halt eben auch dafür sorgt, dass die Spieler Millionen verdienen können. Sich den eigenen Ast absägen und z.B. über einen Boykott der WM nachzudenken, ist schon reichlich wohlfeil. Umgekehrt wird die Forderung nach einer strikten Trennung von Sport und Politik meist dann erhoben, wenn einem die politischen Positionen nicht passen.

    Zum Spiel selbst: Es mag sein, dass die Turbulenzen im Vorfeld der Konzentration geschadet haben. Aber daran die Niederlage festmachen? Dagegen spricht, dass die deutsche Mannschaft Japan lange Zeit dominiert hat, viele Chancen herausgearbeitet und nur wenig zugelassen hat. Dagegen spricht auch, dass die Probleme der deutschen Elf, die letztlich auch zur Niederlage geführt haben, schon längere Zeit sichtbar sind. Die Abwehr patzt zu oft und vorne fehlt ein Knipser bzw. die letzte Konsequenz und Abgeklärtheit beim Abschluss. So kommt es eben, dass eine Führung nicht ausgebaut wird und ein taktisch gut vorbereiteter Gegner die Schwachstellen im deutschen Team allzu leicht bloßlegen kann.

    Dazu muss ich in diesem Fall auch Hansi Flick einen ordentlichen Anteil an der Niederlage zuweisen. Die Entscheidung für Schlotterbeck hat sich als falsch erwiesen, die Auswechslung von Gündogan und Müller war ein Rohrkrepierer (wobei Müller angesichts seiner Verletzungsgeschichte vermutlich nicht zu verhindern war). Und auf die taktische Umstellung der Japaner gab es keine erkennbare Reaktion von der Trainerbank. Da sind wir Handballer denn doch ganz andere taktische "Gefechte" im Lauf eines Spiels gewöhnt ;)

    Zu guter Letzt fehlt mir etwas der Respekt vor den Japanern. Das ist keine Übermannschaft, aber auch ganz sicher keine Laufkundschaft. Vielmehr reihen sie sich ein unter die vielen Mannschaften, die taktisch und körperlich gut ausgebildete Spieler haben, mit denen sie auch "größeren" Teams jederzeit Probleme bereiten können, wenn sie diszipliniert spielen und etwas Glück haben. Von daher hat das ewige Beschwören der goldenen Tage, als wir solche Gegner noch locker weggebügelt haben, doch heute keinerlei Aussagekraft mehr.

    Dieser Einschätzung kann ich mich anschließen. Das Statement ist sachlich und professionell verfasst (alles andere wäre auch ein schlechter Witz gewesen). Der BVB-Vorstand hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend, professionell und den betroffenen Spielerinnen gegenüber korrekt reagiert. Es wurden externe Kooperationspartner ins Boot geholt und strukturelle Maßnahmen ergriffen. Das ist angemessen und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

    Natürlich gilt diese Bewertung nur für den Fall, dass die geschilderten Abläufe den Tatsachen entsprechen. Ich sehe im Moment keinen Grund, daran zu zweifeln.

    Wie immer ist bei solchen Statements auch interessant, was nicht thematisiert wird. In diesem Fall das Verhalten der Abteilungsleitung. Und da besteht ja doch der begründete Verdacht, dass dies nicht ganz so korrekt war wie das Vorgehen des Vorstands.

    Also ich stelle fest, dass ich mich hier in der - eigentlich nicht gewollten - Rolle des Verteidigers befinde. Und zwar in zweierlei Hinsicht:

    Erstens finde ich immer noch, dass man von den Spanierinnen nicht verlangen kann, sehenden Auges in die schlechtere Ausgangsposition für das weitere Turnier zu rennen. Der Spielplan und der Spielverlauf haben ihnen die Möglichkeit geboten, das optimale Ergebnis quasi kontrolliert herauszuholen. Diese Chance nicht zu ergreifen, wäre schlicht unprofessionell.

    Zweitens ist bei laufenden Turnieren Tacheles reden einfach nicht angesagt. Oder anders gesagt: Zum Job von Axel Kromer gehört auch, die Mannschaft öffentlich stark zu reden, Optimismus zu verbreiten und eben nicht auf den Fehlern und Unzulänglichkeiten herumzureiten. Wenn der sich hinstellt und noch während des Turniers öffentlich die Mannschaft zusammenfaltet, dann hätte er eben genau diese Aufgabe verfehlt. Jedenfalls so lange die Messe noch nicht endgültig gelesen ist. Dafür steht er ja auch im Wind, wenn sich seine Statements im Nachhinein als hohles Gerede erweisen (wonach es ja gewaltig aussieht). Aber das gehört im Grunde zu seiner Stellenbeschreibung.

    Ob er nach dem Turnier klare Worte finden wird, ist eine andere Sache. Ebenso, ob intern anders geredet wird als öffentlich. Das kann ich beides (noch) nicht beurteilen. Aber öffentlich wird er hoffentlich einen Teufel tun und unsere Erörterungen hier 1:1 als Sportchef herauzuposaunen. Und dieses Verhalten hat im Übrigen der Frauenhandball im DHB nicht exklusiv. Das gehört zum grundlegenden Anforderungsprofil eines Verantwortlichen in dieser Position.

    Sie hat bei unserem sowieso schon unterirdischen Angriff in 3 Spielen keine 5 Minuten Angriff gespielt. Das ist einfach Fakt und hat nichts mit eindreschen zu tun .

    Damit hast du völlig recht und auch bei deinen Vermutungen, warum das so ist , bin ich bei dir. Und trotzdem: Ich werde das Gefühl nicht los, dass die maue Performance von Mia Z. dir eine tiefe Genugtuung verschafft. Und da vermute ich persönliche Gründe, die, wenn man die Vorgeschichte verfolgt, womöglich doch mit der Causa Fuhr zu tun haben.

    Wie gesagt, ist ein Gefühl. Aber wenn du ernsthaft an konstruktiven Diskussionen hier interessiert bist, kannst du ja mal drüber nachdenken, warum das bei mir (und offenbar auch anderen) so ankommt.

    Das war ekelhaft von Spanien.

    Ernsthaft? Ist mir ein völliges Rätsel, wie man den Spanierinnen hier einen Vorwurf machen kann. Sollen die tatsächlich uns mit 5 oder mehr Toren heimschicken und dafür die schlechtere Ausgangsposition in der Hauptrunde in Kauf nehmen?

    Normalerweise kann man im Handball nur sehr schlecht auf Ergebnis spielen. Hier bot sich Spanien die Chance und die haben sie genutzt. Völlig legitim.

    Der wahre Schuldige heißt EHF. In professionellen Sportarten finden die letzten beiden Gruppenspiele parallel statt. So auch bei der vielgescholtenen FIFA. Aber die brauchten damals auch erst die Schande von Gijon, um das so einzurichten.

    Naja, wenn sie dem Druck gegen Spanien nicht gewachsen sind, haben sie im Grunde weiter vorne auch nichts verloren. Perspektivisch wäre ein Sieg Polens gut, weil dann Montenegro auch nur mit 2 Punkten in die Hauptrunde startet. Das würde eine Platzierung als Hauptrundendritter leichter machen. Für mich wäre das Spiel um Platz 5 in jedem Fall ein Erfolg. Und die Voraussetzung für eine Olympiaqualifikation, wenn ich mich recht erinnere. Oder irre ich da?

    Puh, da wird einem ja ganz schwindelig ob der großen Namen in manchen Vereinen. Kiel, Flensburg und Magdeburg können locker zwanzig potenzielle Legenden aufbieten. Und bei Lemgo, GWD oder dem TuS wundert man sich, wer da schon alles mal gespielt hat. Da versuch ich mich mal in aller Bescheidenheit mit Frisch auf. Die 5-Jahresfrist habe ich schlicht ignoriert, weil ich bei veilen Spielern die genaue Verweildauer gar nicht kenne. Aus historischen Gründen habe ich auch zwei spieler reingenommen, die ich nicht mehr selber live erlebt habe.

    LA: Dragos Oprea

    RL: Bruno Souza

    RM: Bernhard Kempa

    RR: Jerzy Klempel

    RA: Christian Schöne

    KM: Rudi Molitor

    TW: Martin Galia

    dazu Horst Singer, Martin Schwalb, Jaume Fort Mauri

    Ist sicher diskussionswürdig, weil z.B. Schwalbe seine besten Zeiten woanders erlebt hat. Aber wer ihn Anfang der 80er im grünweißen Trikot gesehen hat, verbindet einen gewissen Zauber mit ihm :)

    Kempa steht m.E. außerhalb jeder Diskussion. Und Horst Singer habe ich nie spielen sehen. Aber bei ihm habe ich meinen ersten Trainerlehrgang besucht :S Und alteingesessene Göppinger haben immer die größten Stücke auf ihn gehalten.

    Auf den Plätzen im Übrigen noch Mimi Kraus, Dr. Willi Weiß, Arnulf Dümmel. Und als Trainer läuft wohl Bernhard Kempa Petko den Rang ab.

    Puh, ganz schön mühsam, eure albernen Scharmützel. Natürlich ist Andys Karriere nicht nichts wert, weil er nicht mehr Titel gewonnen hat. kuestentanne hat auch ausdrücklich erklärt, dass er es nicht so gemeint hat. Könnte man ja auch einfach mal so stehen lassen. Der Abschied von einem Großen wird durchaus auch entwertet, wenn er nur als Anlass dient, reflexhaft Kiel, Flensburg, die RNL oder sonstwer madig zu machen.

    Er ist/war ein toller Spieler, der nicht alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Das ging anderen vor ihm auch schon so. Für manche Titel hatte er die falsche Nationalität, für andere spielte er in der falschen Mannschaft. So what? Für letzteres ist er selbst verantwortlich, aber wenn man sieht, welchen Status er in Kronau (und in der ganzen Bundesliga) genießt, hat er offensichtlich nicht viel falsch gemacht. Chapeau!