Beiträge von immerweiter

    Es gäbe noch eine andere Möglichkeit: Wechsel zum Verein B und dort per Doppelspielrecht Aktive spielen. Dann kann er im Verein A A-Jugend spielen, wenn

    1) Verein B keine A-Jugend gemeldet hat (Gastspielrecht), oder 2) wenn die A-Jugend von A in einer höheren Klasse spielt als B (Zweifachspielrecht).

    Inwiefern das mit den Vereinen funktioniert und ob das Ganze angesichts der Sperrfristen bei einem Wechsel während der Saison sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

    Mir ist klar, dass ich vorsichtig sein muss, aus dem Amateurbereich auf den Profi-Handball zu schließen. Trotzdem wird das vielleicht relativiert durch die Tatsache, dass ich zwar nur dreimal die woche im Training bin, aber die Schiedsrichter meiner (Bezirksliga-) Klasse ihr Tun vermutlich auch nicht öfter reflektieren.

    Ich wage zu behaupten, dass ich mich mit meinen +30 Jahren Erfahrung als Trainer leichter tue als mancher junge Schiedsrichter, Spielsituationen und Aktionen korrekt zu beurteilen. Dazu hätte ich als Ü50 womöglich einen besseren Stand auf dem Spielfeld als mancher 16-Jährige. Aber:

    Wenn ich meine Bezirksliga-B-Jugend im Training pfeife,erlebe ich (sagen wir: in 15 Minuten) regelmässig, dass...

    ...ich 1,2 Situationen habe, in denen ich mögliche Regelverstösse übersehe, weil ich gerade damit beschäftigt bin, Laufwege, individuelle Aktionen etc. zu analysieren,

    ...ich Regelverstösse, die von den Spielerinnen moniert wertden, schlicht nicht gesehen habe, weil z.B. der Blick verdeckt war,

    ... und 2, 3, 4 Situationen schlicht so oder so interpretiert werden konnten.

    Ich habe auch schon bei Hobby-Turnieren o.ä. als Schiedsrichter agiert. Das war wohl insgesamt keine Katastrophe, aber ich hatte auch legendäre Fehlleistungen: z.B. hatte ich einmal einen Wurf von LA an den Innenpfosten als Tor gegeben. Zwar hatte ich völlig übersehen, dass der Ball gar nicht imTor gelandet war, dafür konnte ich mit 100%iger Sicherheit sagn dass der Schütze nicht im Kreis war und der Abwehrspieler kein Foul begangen hatte. :)

    Was ich damit sagen will: Ich würde im Leben nicht darauf kommen, dass ich aufgrund meiner Trainer-Erfahrung per se der bessere Schiedsrichter wäre. Das sind einfach zwei völlig verschiedene Stiefel. Dass ich, würde ich einen Schiri-Schein machen, womöglich einen Startvorteil gegenüber einem unerfahrenen 16-jährigen hätte, bleibt unbenommen. Aber ansonsten vergleichen wir hier Äpfel mit Birnen.

    Schlicht und einfach modern, gut und mir fällt kein Gegenargument ein. Der Handball möge bitte nachziehen

    Ich weiß nicht, ob ich das hier schon einmal gepostet habe. Ich finde, der Fußball zieht hier dem Handball nach. Die Reformen sind im Kern - andere Spielformen auf kleinere Felder mit weniger SpielerInnen, vorgeschriebene offensive Abwehrsysteme, aber auch Multiplikatorenregel, um Siege durch dominierende Einzelspieler zu erschweren - bei uns im Kinderhandballbereich längst eingeführt. Auch wenn man über manches Detail diskutieren kann. Die Handball-Variante von Funino (2 Stangentore, 2+TW gegen 2+TW, wobei der TW mit angreift, die Trainer sind angehalten, den (Tor-)Schützen nach jedem Angriff fliegend auszuwechseln) wird zumindest in Württemberg seit Jahren als sogenannte 2. Spielform gespielt.

    Vor mittlerweile echt vielen Jahren (10 oder so) hatte ich mal die Gelegenheit, am Rande eines solchen E-Jugend-Spieltags mit dem Fußballtrainer Peter Zeidler zu reden (aktuell Trainer St. Gallen, davor u.a. VfB-Jugend und Co-Trainer TSG Hoffenheim). Er war damals total begeistert und meinte, dass der Handball dem Fußball in dieser Altersklasse um Jahre voraus sei. Von daher brauchen wir imho unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.

    Klar, Flick sammelt keine Argumente (also für sich, wohlgemerkt). Was ich mich aber bei den Forderungen nach seinem Rauswurf immer frage: Gibt es eigentlich eine Alternative? Ich halte es keineswegs für ausgemacht, dass sich auch nur ein Trainer von Format diesen Job jetzt antut. Bei aller berechtigten Kritik glaubt doch hoffentlich niemand, dass Flick das einzige Problem ist. Zudem ist nach allem, was man hört, der DFB derzeit kaum in der Lage, ein Mördergehalt oder gar eine fette Ablöse zu zahlen. Jedenfalls nicht in den Dimensionen internationaler Spitzenkräfte.

    Ronald war das einzige Mitglied der Handballecke, das ich persönlich kannte. Wir trafen uns vor 13, 14 Jahren bei einem Jugendspiel in Göppingen. Ich trug ein Shirt der IG Handball, er sprach mich an. Und sofort entwickelte sich ein interessantes Gespräch über Handball im Allgemeinen und Jugendhandball im Speziellen, über die IG Handball und die HE. Ein angenehmer, warmherziger Mensch. Und ich dachte damals, muss ein gutes Projekt sein, wenn da so coole Jungs dahinterstehen.

    Sehr traurig, dass er jetzt schon gehen musste. RIP Ronaldo

    Also wenn es an der gegenwärtigen Misere einen positiven Aspekt gibt, dann meiner Meinung nach den, dass überhaupt in der Jugendausbildung ein zentraler Lösungsansatz gesehen wird. So lange ist es noch nicht her, dass bei schlechten Leistungen des A-Teams viele Gründe gefunden wurden, aber (fast) zuletzt die Ausbildungsinhalte im Jugendfußball. Das hat erst vor zwanzig Jahren angefangen und ist imho ein gutes Zeichen. Wenn wir davon ausgehen, dass auch beim DFB nicht nur Blindfische rumlaufen, werden vielleicht die richtigen Schlüsse gezogen. Die Korrektur der eigenen Konzepte ist nie einfach. Dass entsprechende Maßnahmen erst in fünf bis zehn Jahren greifen steht dazu natürlich auf einem anderen Blatt. Trotzdem finde ich die Wertschätzung einer guten Jugendarbeit erst mal gut.

    Dazu passt, dass in den letzten Jahren immer mal wieder SportlerInnen im besten Alter ihre Karriere zugunsten eines „normalen“ Berufs beendet haben. Mir sind (ohne Namen) Meldungen aus dem Frauenhandball und Hockey in Erinnerung, wo es bei letzterem sogar einen Nationalspieler und Olympiateilnehmer/-medaillengewinner/-sieger(?) betraf.

    Das sind halt die Sportarten wo es nur für wenige ernsthaft was zu verdienen gibt. Sieht in den meisten Individualsportarten genauso oder schlechter aus.

    So sieht´s aus. Bei Häfner bin ich zugegebenermaßen immer ein wenig befangen (kommt aus einem Nachbarverein). Und um seine Leistung bei der MT zu bewerten, habe ich über Jahre viel zu wenig gesehen. Aber dem Satz, dass D auch ohne die beiden Europameister geworden wäre, würde ich rundweg ablehnen. Wären sie nicht. Wenn, dann höchstens ohne die Ausfälle, wegen denen die beiden damals überhaupt nachnominiert worden sind.

    dass die MT aktuell womöglich besser aufgestellt sind, bleibt davon natürlich unberührt. Aber aus der Ferne schienen in den letzten Jahren die Probleme im Drumherum immer mindestens so groß wie auf der Platte.

    Mal noch eine andere Perspektive zur Leistungsdiskussion. In der Stuttgarter Zeitung hat heute ein Prof. Nolte von der Steinbeis-Hochschule einen Leserbrief zu diesem Thema geschrieben.

    Darin stellt er unter Verweis auf "unsere Studien und Untersuchungen" (die ich nicht kenne) die These auf, dass es sich hier weniger um ein generelles Problem der Kinder und Jugendlichen mit Leistung(sbereitschaft) handele, sondern der Aufwand für Leistungssport in einer grundsätzlichen Konkurrenz zum notwendigen Invest in Schule und Beruf stehe. Interessanterweise bezeichnet er die Entscheidung gegen eine Spitzensportkarriere und damit gegen die "verlorenen Jahre" eines Sportlers als rational richtig.

    Als Lösung fordert er eine "bessere und garantierte Grundsicherung und Förderung der jungen Athleten für die Zeit nach ihrer Sportkarriere" plus attraktive berufliche Angebote, z.B. durch Sponsorenfirmen.

    Noch mal ein Zitat: "Das Kernproblem ist ein ökonomisches, und nicht ein immer wieder unterstelltes, dass die jungen Menschen nicht ehrgeizig genug und entbehrungsfähig wären. Sie sind nur reicher an Optionen hierzulande - und klügere Entscheider, als viele glauben wollen."

    Für eine Wertung fehlen mir die Einblicke, aber in meinen Augen immerhin ein interessanter Ansatz und ein etwas anderer Blickwinkel.

    Naja, in dem Artikel wird erwähnt, dass nicht alle gegnerischen Vereine der Nutzung der Orthese zugestimmt haben. Und der Verband wiederum sagt, dass auf Antrag eine ebensolche Anfrage gestartet wird. Kaum zu beurteilen, wer da jetzt Recht hat. Aber das Problem scheint mir doch zu sein, dass die Regeln den Einsatz eines Handschuhs als notwendige Orthese bei einer Behinderung nicht berücksichtigen. Das ist ja nicht das erste Mal, dass wir diese Diskussion haben, man denke nur an Oskar Pistorius.

    Im vorliegenden Fall bin ich mir sicher, dass man jede - ohnehin eher theoretische- Verletzungsgefahr durch entsprechende Polsterung vermeiden könnte. Aber dann findet sich bestimmt einer, der sich über die Vergrößerung der Handfläche mokiert 🤷‍♂️

    Dass sich in solchen Spielethreads viel auf echte oder vermeintliche Schlüsselszenen konzentriert wird, und dabei andere Aspekte vielleicht zu kurz kommen, ist doch meistens so. Ich hab aber das große Draufhauen gar nicht entdecken können. Es hat doch niemand geschrieben, dass die SG sch… war oder unverdient gewonnen hat. Es haben nur einige darüber spekuliert, ob das Spiel ohne die rote Karte anders gelaufen wäre. Ich finde, man kann es auch aushalten, wenn daraus der „Heimschiedsrichter“-Vorwurf gebastelt wird. Letztlich brauche ich auch als Favorit in beinah jedem Spiel etwas Glück: Mit der Taktik, mit dem Spielverlauf, mit Würfen und Paraden. Und ja, auch mit den Schiedsrichtern. Na und?

    Letztlich denke ich, die SG ist eine der drei spannendsten Mannschaften in dieser Saison. Entsprechend groß ist die Neugier, wie weit sie schon sind. Und wenig überraschend gab es Licht und Schatten. Was ich da hervorhebe, liegt dann im Auge des Betrachters 😉

    Ich schreib hier zum ersten Mal mit dem Handy und gleich geht’s schief 🤷‍♂️

    Also Zitat und Antwort getrennt:

    Sorry Paul, aber ich habe den ganzen Thread gelesen. Und zwar neutral. Ich mag beide Teams, bin aber kein Fan von ihnen. Ich hab das Spiel nicht mal gesehen, sondern versuche, mir aus den Beiträgen eine Meinung zu bilden. Und was soll ich sagen: Wenn du auf die kommenden Spielethreads keinen Bock hast, kann ich das verstehen. Aber nicht, weil gerade in diesem Thread hier ein gutes Spiel so zerredet wird. Sondern weil es einige User gibt, die geradezu reflexhaft angepisst reagieren, wenn sie irgendwo Majestätsbeleidigung wittern, sprich: wenn andere ihren Lieblingsverein nicht angemessen loben. Die findet man in Flensburg, in Magdeburg, in Kiel und wahrscheinlich auch anderswo, nur sind sie da nicht so zahlreich in der HE unterwegs.

    Meine „neutrale“ Sicht: Wenn eine Mannschaft nach 15(?) Minuten einen wichtigen Spieler durch eine wahrscheinliche Fehlentscheidung verliert, dann ist es völlig ok, dass die Anhänger dieses Teams darüber spekulieren, ob es anders besser gelaufen wäre. Und genau so ok ist es, wenn die Fans vom Sieger die bessere Leistung, bessere Bank und so weiter betonen. Ich finde, man kann diese Meinungen völlig problemlos nebeneinander stehen lassen.

    Baloos Beitrag erweckte aber den Eindruck, als ob ihn schon die Tatsache stört, dass nicht jeder vorbehaltlos die Flensburger lobt. Und dieses Reflexgehampel droht uns hier in zahlreichen anderen Spielethreads auch, zumal die üblichen Verdächtigen sich auch zu wirklich jedem Spiel äußern werden. (Insofern sollte auch klar sein, dass das nicht gegen Baloo persönlich geht, sondern er ihr nur als aktuelles Beispiel dient). Das ist es, was nervt. Meine Meinung.

    Alle die gerade Unverständnis wegen baloo haben...lest euch mal den Thread durch und zwar mal neutral. Wenn ihr euch hier ernsthaft hinstellt und meint das würde euch nicht nerven oder es völlig überzogen finden, wenn das euren Verein beträfe, lügt ihr euch einen in die Tasche.

    Ich finde das unerträglich. Auf die Spielthreads der kommenden Gegner habe ich jedenfalls keinen Bock. Einige User hier sind einfach zu ätzend.

    So ein schönes Handballspiel auf beiden Seiten so zu zerreden...

    1. THW Kiel

    2. SG Flensburg-Handewitt

    3. SC Magdeburg

    4. Füchse Berlin

    5. Rhein Neckar Löwen

    6. Recken Hannover

    7. MT Melsungen

    8. VfL Gummersbach

    9. HSV Hamburg

    10. Frisch Auf Göppingen

    11. DHfK Leipzig

    12. TVB Stuttgart

    13. HC Erlangen

    14. TBV Lemgo

    15. Bergischer HC

    16. HBW Balingen-Weilstetten

    17. HSG Wetzlar

    18. THSV Eisenach

    Erklärung: Ok, die ersten fünf sind quasi gesetzt, nur die Reihenfolge ist offen. Mir wird das Kieler „Siegergen“ unterschätzt, die erstklassigen Verpflichtungen der Konkurrenz überschätzt.

    Von Platz 6 bis 14 ist irgendwie alles möglich, hier ist auch der Wunsch der Vater des Gedankens. Ebenso bei Platz 16-18: Ich sehe Wetzlar, Balingen und Eisenach hinten drin und hoffe, dass Balingen drin bleibt 🙂

    Ach, und das weißt du woher genau? Hast du da eine valide Umfrage gestartet?

    Sorry, die Chance, dass das die Mehrheit nicht will, ist tatsächlich recht groß. Aber meine persönliche Meinung: Verschone uns damit, mit unbewiesenen Halbwahrheiten hier deinen persönlichen Feldzug zu führen.

    Jenseits des immer reizvollen Spottes über unsere Sportart Nr 1, und auch jenseits der Themenkomplexe "Ruhm, Ehre, Patriotismus" und "satte Wohlstandsjünglinge", mit denen ich persönlich nicht soviel anfangen kann, ist die aktuelle Situation im Fußball ein warnendes Beispiel, was man alles falsch machen kann. Eine Gefahr, die ja bekanntlich im Erfolg am größten ist.

    - In den Jahren nach 2004 in der Talentförderung den Anschluss an die Weltspitze geschafft, nachdem wir zwischenzeitlich weit abgehängt waren

    - Nach 2014 die Entwicklung im modernen Fußball verschlafen und die falschen Spielertypen ausgebildet

    - These: Jahrelang zu sehr auf technische und taktische Fertigkeiten gesetzt und mentale Kraft, Durchsetzungsfähigkeit, Robustheit und Zweikampfstärke unterbewertet

    - These: Die Mannschaftserfolge im Juniorenbereich haben die Defizite bei der individuellen Förderung übertüncht

    - Dazu die Marketingschraube überdreht, was in dem Moment überdeutlich wurde, als die sportlichen Ergebnisse nicht mehr da waren

    - Und schließlich nicht die Kraft zu einem rechtzeitigen und deutlichen personellen und organisatorischen Schnitt aufgebracht. Warum auch immer: Bequemlichkeit, alte Seilschaften, persönlicher Respekt, Phantasielosigkeit, Arroganz, verkrustete Strukturen,... Das mag sich jeder selbst raussuchen.

    Jedenfalls täte der deutsche Handball gut daran, nicht die selben Fehler zu wiederholen. Immerhin diskutieren wir teilweise die gleichen Themen.