Franz Beckenbauer hat in seinem Leben für den deutschen Fußball mehr geleistet als irgendjemand sonst
Also ich sehe weder Paul noch jemand anderen und auch nicht die angeblich verlogenen Medien das auch nur ansatzweise in Frage stellen. Dafür benutzt du dieses Argument wie viele andere dafür, überhaupt schon die Erwähnung von Beckenbauers Verfehlungen in der 2006er Vergabe abzulehnen. Im Zweifelsfall wird dann auf eine angeblich spezifisch deutsche Tendenz zur Demontage unserer Idole verwiesen.
Dabei ist das Interesse an Enthüllungen, man kann auch sagen: der Voyeurismus, vermutlich überall proportional zur Fallhöhe. Wer das bezweifelt, darf sich gerne mal britische Boulevardmedien näher anschauen.
Richtig ist allerdings, dass 2006 zumindest schon starke Indizien existierten, wie man es schafft, ein internationales Top-Sportereignis an Land zu ziehen. „Das wollen wir gar nicht so genau wissen“, war seinerzeit in meinem Bekanntenkreis ein gängiger Satz. Als es aber klare Belege gab, konnte man nicht mehr einfach wegschauen.
Ich bin im Übrigen durchaus bereit, die Mauscheleien als zumindest damals notwendiges Übel in Kauf zu nehmen bzw mit dem wunderbaren Sommermärchen gegenzurechnen. Aber nochmals: Daraus den Schluss zu ziehen, dass man diese Vorgänge niemals erwähnen darf, kann nicht die Lösung sein.