Ich gehe nicht immer konform mit den Analysen von Sportsfreund Bayerwisser, aber diese trifft den Nagel auf den Kopf. Der TSV ist nicht bundesligareif und wir es mit diesem Torhütertrio auch nicht mehr werden.
Interessant auch, dass endlich mal jemand die Rolle der Presse anspricht. Ich habe diesbezüglich schon einmal den Reporter von News 89,4 darauf angesprochen, warum er selten bis nie bei der PK ist. Antwort von ihm: Er würde mit den Spielern und dem Trainer die Interviews direkt nach Spielende führen und (jetzt kommt der interessantere Teil der Antwort) man könne sowieso Fragen was man wolle, von den Anwesenden könne sowieso keiner was zur Situation sagen. Die würden dann an Dr.Anders (früher) oder Herrn Ellrich oder Neuenhausen (jetzt) verweisen, um sich nicht den Mund zu verbrennen. Von daher weißt Du jetzt, warum keiner was fragt: Es lohnt sich nicht. Und sowas nennt sich dann Pressekonferenz.
Und noch ein Wort zur Homepage: Der Verein appelliert bei der Pressekonferenz vor gut einer Woche an die Presse, sie möge die Zuschauer doch für das Spiel gegen Gummersbach aktivieren. Das ist in Ordnung. Gleichzeitig versäumt es der Klub aber bis zum Tag des Spiels selbst, auf seiner Homepage einen etwas ausführlicheren Hinweis auf das Derby zu veröffentlichen. Das ist einfach nur unglaublich. Andere sollen was machen, der Verein selbst macht nichts. Mir fehlen die Worte.
Beiträge von Donald Duck
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Nachdem inzwischen alle Zeitungen und Radios berichtet haben, kann ich mir ein Bild von dem machen, was da am Montag am Höhenberg vor sich gegangen ist. Es lässt mich zu folgendem Schluss kommen:
Egal, zu was die bravourös kämpfende Mannschaft in der Lage ist - es wird wohl kaum für Erstliga-Handball in Dormagen künftig reichen.
Warum diese Einschätzung? Dazu folgende Erklärung:
1. Der TSV Dormagen ist auch ohne den Hauptsponsor "Bayer" weiter mitten drin im "System Bayer". Und das besagt: Wir nennen keine Zahlen. Wir klären nach Außen hin nichts auf. Wir verfolgen auch das Fehlverhalten früherer Vorstände nicht. Wir nennen keine Namen. Wir bleiben in unserem "System Bayer". Daran hat sich auch ein Herr Ellrich zu halten und er tut es - obwohl er Transparenz angekündigt hatte. Schade ist dabei nur, dass alle der Bayer AG eigentlich dankbar sein sollten. Sie sind es aber nur teilweise, weil Bayer zwar Geld gibt, aber gleichzeitig Aufklärung verhindert.
2. Sponsoren von Außerhalb sind gefordert. Die investieren aber nicht in das "System Bayer". Der TSV Dormagen ist nicht zuletzt dank solcher Vorgänge wie am Montag weiterhin ein Werksverein. Meiner Meinung nach würde eine GmbH-Ausgliederung helfen. So ganz wird der TSV sein Image aber nicht los.
3. Die Zuschauer sollen bitteschön wieder verstärkt kommen. Ein Witz. Warum denn sollen sie kommen? Um das "System Bayer" der Geheimniskrämerei und der schützenden Hand über den Herren Derad und Anders zu unterstützen? Das werden viele nicht machen. Sie kommen wenn sie kommen für Mannschaft, Trainer und für Dormagen.
4. Neue Sponsoren wollen Glaubwürdigkeit. Die ist aber nicht gegeben, wenn man Vorgänge aus der Vergangenheit einfach als geschehen hinnimmt und dann ruhen lässt. Ein (sicherlich etwas schräger) Vergleich: In Zons wird einer erschossen. Ok, machen wir weiter, der ist ja eh tot, da braucht man seinen Mörder ja nicht zur Rechenschaft ziehen. So geht´s nicht. Vorgänge müssen aufgearbeitet und nicht unter den Tisch gekehrt werden.
5. Wer geht an Sponsoren heran, wer hat Ideen, wer bringt den Verein Marketing-technisch weiter? In diesem Bereich gibt es soviele Baustellen wie in ganz Berlin. Hier wiederum entscheidend etwas in Gang zu setzen, dauert Monate, wenn nicht gar Jahre. Zeit und Manpower, die der TSV nicht hat.
Von daher: Es ist wohl die Abschiedstour durch die Bundesliga. Wie sagte Karl-Josef Ellrich am Dienstag im Radio: Vielleicht ist das für Dormagen eine Nummer zu groß.
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Nach so einem Spiel ist auch nix wirklich zum Feiern. Aber mal im Ernst zu dem was hier geschrieben wird. Da textet ein "bayerwisser" hier von einem Kreuzzug der Herren Oli und tsvfieber. Dergleiche bayerwisser war es, der über Jahre hinweg im Zweitliga-Forum alles und jede Maßnahme des Trainers in Frage gestellt hat. Von daher kennt er sich mit Kreuzzügen bestens aus.
Außerdem sind wir schon längst nicht mehr beim Kreuzzug. Wenn millionenschwere Schulden existieren, dann kann man sich an fünf Fingern abzählen, dass dafür nicht die neue Handball-Führung um Dröge / Kurth / Neuenhausen verantwortlich sein KANN. Dieses Loch - egal ob durch Schwimmbad oder was auch immer - muss in der Zeit Derad entstanden sein. Oder geht hier ernsthaft jemand davon aus, dass die neue Troika binnen weniger Wochen Hunderttausende in den Sand gesetzt hat?Am Rande noch etwas anderes. Die Zuschauerzahlen gehen steil nach unten. Für mich kein Wunder. Der TSV wirbt für seine Spiele schlechter als ein Fußball A-Kreisligist. Kaum Plakate, bis gestern Nacht kein Vorbericht auf der Homepage. Und das nennt sich Bundesliga. Ganz schwach, ganz schlecht. In diesem Sinne - nacht Mattes.
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@ Steinar. Ich bin nicht der Zweitnick von Olioli.
Ich schließe mich ab tsvfieber an. Ich will handballworld nicht schlecht machen. Nur: Die Berichterstattung ist nicht ausgewogen. Während UD nämlich groß und breit alles erklären durfte, kommt die Gegenseite nicht zu Wort, weil sie ja auch selbst kaum was sagen will. Das alleine macht die Sache schon unausgewogen. Und was heißt überhaupt "zu Wort kommen". Ihr schreibt Sachen ab. Ihr wisst doch selbst gar nicht, ob sie stimmen, stellt sie aber als wahr da. Nennt Ihr eigentlich immer die Quelle?
Ganz ehrlich: Ich finde handballworld in Ordnung, solange es um harmlose Infos rund um Spiele, Spieler usw. geht. Sobald es aber in die Tiefe geht, muss mal richtig recherchiert werden.
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@ Steinar: Warum, er hat doch Recht.
UD hat es bisher geschafft, ein paar Schreiberlinge zu instruieren und dadurch den Kreis Neuss und die Handballszene in Schach zu halten. Und bei allem Respekt: Was da bei Handball-World steht, sind keine selbstrecherchierten Texte, sondern abgeschriebene Dinge aus anderen Texten, sonst gar nix.
Da jetzt aber bundesweit der Fokus auf diesem Vorgang liegt, wird Kollege D es schwer haben, jetzt wieder alles zu übertünchen oder den Menschen weis zu machen, dass er doch gar nicht der böse Bube ist.
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Ich will hier niemandem verbal auf die Schulter klopfen, Olioli nicht und auch nicht mir selbst, aber wir haben schon vor Monaten unabhängig voneinander darauf hingewiesen, dass die Machenschaften im System Derad nicht gutgehen. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Bis zu 2,5 Millionen Euro Schulden.
Schön, dass Herr Ellrich vor drei Wochen noch im Radio bei 89,4 "alles gar nicht so gesagt" haben wollte. Will er jetzt wieder behaupten, es sei alles halb so wild? Jetzt müssen endlich mal die Fakten auf den Tisch, Die Zeit des Beschwichtigens und der Heimlichtuerei ist vorbei. -
Im Kommentar der NGZ wundert sich VK heute darüber, dass es keine Nachfragen zum Thema "Finanzkrise" bei der PK gab. Das Lustige daran: Er hat selbst keine gestellt! Nur das Radio wollte was wissen, ist aber von Derad zugegebenermaßen clever abgebügelt worden nach dem Motto "ist nicht mehr meine Baustelle". Und vom TSV war keiner dabei, der was sagen durfte. Ganz schlapp.
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Derads Rolle ist und bleibt fragwürdig. Ich bin sehr sicher, dass die TSV-Fans mehr Durchblick haben, als ihm lieb sein dürfte. Ein tüchtiges Pfeifkonzert am Sonntag ist ihm gewiss. Oder geht er davon aus, dass die oben zitierte Äußerung die Zuschauer glauben lassen, dass Jojo Kurth, Thomas Dröge und Kollege Neuenhausen innerhalb kürzester Zeit den Karren in den Dreck gefahren haben?
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Heute im Rheinischen Anzeiger
Handball-Bundesliga: Finanzkrise hat den TSV Dormagen erreicht/Ellrich: „Werden die Saison auf jeden Fall zu Ende spielen“
Vereinsführung prüft bereits „weitreichende Sparßmaßnahmen“Dormagen (-oli) - Auch den TSV Dormagen und seine Sponsoren haben die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise erreicht. Damit der Spielbetrieb in der Ersten Handball-Bundesliga nicht gefährdet wird, prüft „die Vereinsführung rechtzeitig weitreichende Sparmaßnahmen“, heißt es in einer Pressemitteilung, die am Montag um 20.55 Uhr veröffentlicht wurde. Der neue Vorsitzende des TSV Bayer Dormagen, Karl-Josef Ellrich, reagierte damit auf die Berichterstattung in einem lokalen Rundfunksender aus Neuss.
Dort war am Sonntag von einer finanziellen Krise die Rede. Mit den Spielern seien bereits Gespräche über Gehaltskürzungen angelaufen. Außerdem solle jeder Spieler, der ein Angebot von einem anderen Verein bekomme, die Freigabe aus seinem laufenden Vertrag erhalten. Das Defizit, so der Bericht weiter, sei aufgetaucht, nachdem Manager Uli Derad nach Kiel gewechselt sei.
Ellrich spricht auf Anfrage des RA am Montag um 20 Uhr von einer „Unverschämtheit“. In dem mehrfach gesendeten Bericht werde der Eindruck erweckt, er habe dies alles so gesagt. „Das stimmt nicht“, betont Ellrich. Erst am Freitag sei die offizielle Übergabe durch seinen Vorgänger Dr. Bertram Andres erfolgt. „Jetzt will ich mir erst einmal einen detaillierten Überblick verschaffen“, so der 59-Jährige. Sowohl der Gesamtverein als auch der „Zweckbetrieb Bundesliga-Handball“ seien zahlungsfähig. „Unsere Ziele bleiben sportlich der Klassenerhalt und wirtschaftlich weiterhin eine seriöse Geschäftsgrundlage“, betonte Ellrich keine Stunde später in der Pressemitteilung. Er sei optimistisch, dass der Verein gemeinsam mit der Mannschaft, den Sponsoren und den Fans die Herausforderung meistern werde. Bei den bereits angelaufenen Gesprächen mit Sponsoren und Förderern sei die Vereinsführung schon auf „viel Verständnis“ gestoßen. Die Lage, so der neue Vorsitzende, sei nicht so dramatisch, dass der Spielbetrieb eingestellt werden müsse. „Wir werden diese Saison auf jeden Fall zu Ende spielen“, betonte Ellrich, der damit den Gerüchten über eine drohende Insolvenz vehement entgegentritt. Obwohl der Verein im Handball-Oberhaus als TSV Dormagen antritt, hält die dazugehörige Lizenz immer noch der TSV Bayer Dormagen.
Die angelaufene Prüfung von Sparmaßnahmen „betrifft unter anderem auch die bestehenden Verträge der Mannschaft“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Konkrete Gespräche mit den Spielern könne es aber nicht geben, solange der Verein nicht wisse, wie groß die finanzielle Lücke tatsächlich sei, so Ellrich: „Bei der Gehaltsstruktur in unserem Kader können wir ohnehin nicht davon ausgehen, dass das eine entsprechende Größenordnung werden würde.“ Der Mannschaft wurde er am Donnerstagabend vor dem Training vorgestellt. Dabei habe es zu keinem Zeitpunkt die Aufforderung an die Spieler gegeben, sich einen neuen Verein zu suchen. Es gebe keine generelle Freigabe, so Ellrich weiter.
Offenbar hat der Kassensturz, den der neue Hauptgeschäftsführer Frank Neuenhausen und der neue Teammanager Thomas Dröge nach dem Weggang von Derad gemacht haben, das finanzielles Loch zu Tage gebracht. Schon seit einigen Wochen kursierten rund um den Höhenberg Gerüchte, wonach es eine Unterdeckung des ohnehin schon kleinsten Etats der Liga (etwa eine Million ¤) gebe. In den vergangenen Tagen konkretisierten sich die Gerüchte: Das Defizit soll im sechsstelligen Bereich liegen.
Die Gründe dafür sollen in der „Bestandsaufnahme“ des neuen Vorsitzenden aufgeklärt werden. „Danach werden wir über die Details reden. Wir wollen die nötige Transparenz schaffen“, betonte Ellrich. (RA vom 16.9.2009)
Was lehrt uns dieser Artikel? Auch der gute Herr Ellrich steht offenbar nicht zu dem, was er gesagt hat. Stattdessen versucht er, die Presse madig zu machen ("Unverschämtheit"). Schade, es sah soerst so aus, als wenn er wirklich transparent aufräumen wollte. Vermutlich gab´s nach dem Radio-Interview einen auf den Deckel vom Herrn Bayer.
Denn schaut man sich die Meldung von 89,4 vom Sonntag mal genau an, dann steht das nix anderes drin, als heute im Rheinischen Anzeiger:
Zitate von heute:
"Die angelaufene Prüfung von Sparmaßnahmen „betrifft unter anderem auch die bestehenden Verträge der Mannschaft“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Konkrete Gespräche mit den Spielern könne es aber nicht geben, solange der Verein nicht wisse, wie groß die finanzielle Lücke tatsächlich sei, so Ellrich"
Der Sender hatte über mögliche Gehaltskürzungen berichtet. Nichts anderes ist die Prüfung von Sparmaßnahmen, die die bestehenden Verträge betreffen. Und wenn er sagt, dass er noch nicht genau weiß, wie groß die finanzielle Lücke tatsächlich sei, dann gibt es auf jeden Fall eine. Der Sender hatte von einem finanziellen Loch gesprochen. Wo ist der Unterschied zwischen Loch und Lücke?
Und dass Spieler bei einem eventuellen Angebot ihren Vertrag möglicherweise auflösen können, hatte er bereits gestern in der NGZ gesagt. Wo ist das die Unverschämtheit in der bisherigen Presseberichterstattung? Ganz schlechter Stil, Herr E., zumal gerade das Radio immer wieder auch gute Aktionen in Sachen Handball gemacht hat. Die werden darüber - wenn sie´s denn im fernen Neuss lesen - nicht gerade "amused" sein.
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Hier der aktuelle Text der NGZ von Morgen:
Gerüchte um den TSV
"Wir sind zahlungsfähig"
VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 14.09.2009 - 21:30TSV-Vorsitzender Ellrich dementiert Gerüchte über Gehaltskürzungen und Spielerfreigaben
Müssen Christoph Schindler und Vitali Feshchanka bald mit Gehaltskürzungen leben? Der TSV Dormagen muss jedenfalls kräftig sparen. Foto: O. KratoGeld wirft doch Tore in der Handball-Bundesliga. Um das zu erkennen, muss man nach dem zweiten Spieltag nur einen Blick auf die Tabelle werfen. Die wenigsten Treffer haben nämlich die Klubs erzielt, die auch in der finanziellen Rangliste ganz weit unten stehen: die HSG Düsseldorf (42), GWD Minden (45) und der TSV Dormagen (47).Glaubt man den Gerüchten, die am Montag, zwei Tage nach der 23:33-Niederlage beim TuS N-Lübbecke, neu entfacht wurden, könnten es auf Dormagener Seite bald noch weniger Tore werden. Denn angeblich informierte Kreise wollen von Gehaltskürzungen und der Erlaubnis für die Spieler, sich andere Arbeitgeber zu suchen, wissen. Gerüchte, denen der neue starke Mann des TSV (Bayer) Dormagen energisch entgegentritt: "Ich bleibe dabei, was ich am Freitag gesagt habe: Wir wollen und wir werden in jedem Fall die Saison zu Ende spielen", erklärt Karl-Josef Ellrich, seit vier Tagen kommissarischer Vorsitzender des drittgrößten Sportvereins im Rhein-Kreis Neuss.
Ellrich geht sogar noch einen Schritt weiter: "Wenn wir sportlich den Klassenerhalt schaffen, werden wir alles dafür tun, auch in der nächsten Saison in der Bundesliga zu spielen." Dass beides ein schwieriges Unterfangen wird, darüber ist sich der 59-Jährige im Klaren. Doch er stellt klar: "Ich habe dieses Amt nicht angetreten, um den Profi-Handball abzuwickeln. Wir sind zahlungsfähig, und wenn es ein Minus gibt, dann müssen wir schauen, wie wir das in den nächsten zwei, drei Jahren behoben kriegen", so Ellrich am Montagabend gegenüber der NGZ.
Allerdings seien auch die Spieler in der Pflicht, und das nicht nur, indem sie möglichst viele Punkte gegen den Abstieg sammeln: "Auch von anderen Arbeitnehmern wird ja erwartet, dass sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten finanzielle Abstriche machen. Warum sollen Profisportler da eine Ausnahme bilden?", fragt Ellrich, der seit 1994 Betriebsratsvorsitzender der Bayer AG in Dormagen und seit 2005 Vorsitzender des Konzernbetriebsrats ist. Allerdings sei das nur als ein "symbolisches Zeichen, dass alle bereit sind, etwas zu tun" zu werten: "Unsere Spielergehälter sind nicht so hoch, als dass man damit viel einsparen könnte."
Dass der Verein sparen muss, habe er den Spielern auch erklärt, als er am Donnerstag vor dem Training von seinem Vorgänger Dr. Bertram Anders der Mannschaft vorgestellt wurde. Dabei, sagt Ellrich, "habe ich auch erklärt: Wenn einer ein Angebot von einem anderen Verein hat, werden wir darüber reden, ob eine Vertragsauflösung machbar sei." Das, will er festgehalten wissen, sei aber keine Aufforderung gewesen, den TSV zu verlassen und schon gar keine generelle Freigabe: "Unser Ziel ist, die Mannschaft zusammen zu halten. Das gilt vor allem für unsere jungen Spieler, in die wir viel investiert haben." Bleibt die Frage, wie denn die finanzielle Schieflage überhaupt entstanden ist. Dazu möchte Karl-Josef Ellrich vorerst nichts sagen: "Wir sind noch dabei, zu prüfen, was Sache ist. Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen."
Was ist die Quintessenz? Der Verein widerspricht sich selbst. Er dementiert ganz oben, dass Spieler verkauft werden sollen bzw. das es Gehaltskürzungen geben soll. Genau das wird ein Stück weiter unten dann aber bestätigt:
1) Zitat:
"Auch von anderen Arbeitnehmern wird ja erwartet, dass sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten finanzielle Abstriche machen. Warum sollen Profisportler da eine Ausnahme bilden?", fragt Ellrich.
Aha. Also doch Gehaltskürzungen
2) Zitat
Dabei, sagt Ellrich, "habe ich auch erklärt: Wenn einer ein Angebot von einem anderen Verein hat, werden wir darüber reden, ob eine Vertragsauflösung machbar sei."
Aha. Also: Wer gehen kann und ein Angebot hat, kann gehen. Während viele die Schuld bei Ex-Manager Uli Derad sehen, kommt in der NGZ kein Böses Wort über ihn. Ein Schelm, der böses dabei denkt...
Alles in allem hatte ich gehofft, dass jetzt mehr Transparenz reinkommt. Leider trifft das nur ein Stückweit zu, man versucht schon wieder zu beschwichtigen.
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@ TSV Fuchs
Warum sind die Medien jetzt mitschuld? Sehe ich nicht. Die restriktive Informationspolitik des Klubs ist schuld, sonst nix.
Man sollte dem Radio dankbar sein, dass die offenbar jetzt dem TSV mal auf den Zahn gefühlt haben. NGZ-Schreiberling Koch war doch zuletzt immer tüchtig pro-Derad.
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Ich bin auch nicht für Untergangsstimmung. Trotzdem sollte man jetzt nicht die Augen verschließen. Meiner Ansicht nach gibt es zwei Möglichkeiten:
1) Es geht komplett dahin. Das heißt: Sportlich gibt´s fast ausschließlich Pleiten, daran schließt sich die finanzielle Pleite an.
2) Man arbeitet die Ära Derad auf. Offenbar ist die "Arbeit" des früheren Geschäftsführers ein Fass ohne Boden. Es machen bereits Gerüchte über finanzielle Unregelmäßigkeiten die Runde. Die Mannschaft sollte darauf trotzig reagieren und sich am eigenen Schopf aus dem Dreck ziehen. Ich traue den verbliebenen Leuten durchaus zu, neue Sponsoren zu akquirieren. Dr.Anders war dafür - bei allem Respekt vor dem Alter - nicht mehr der richtige Mann. Er hat sich von Derad das Blaue vom Himmel erzählen lassen und jetzt vermutlich erkannt, dass er kräftig an der Nase herum geführt worden.
Zu einer Aufarbeitung der Ära Derad gehört aber auch irgendwann ein Schlussstrich. Das heißt: Man muss zu einem Ergebnis kommen, Kassensturz machen und ggf. die aufgetretenen Unregelmäßigkeiten auch veröffentlichen und verfolgen. Und nicht nur rund um den Höhenberg was erzählen, um einen Grund für die aktuellen Probleme zu finden.Von daher: Ärmel hochkrempeln. Noch ist nichts verloren.
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Ich persönlich bin auch nicht der Meinung, dass die bisher handelnden Personen nicht ausgelastet waren. Ich habe die Frage nach der Auslastung nur gestellt, weil ich nicht glaube, dass es ausreicht, den Handball-Manager durch das Team zu ersetzen was schon da ist. Der Bereich "Vermarktung des Klubs" ist schlicht und ergreifend unterrepräsentiert.
In Sachen Förderkreis sind wir sicherlich einer Meinung.
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@ Las Vegas
Was Du schreibst in Sachen Kurth / Dröge kann ich gut nachvollziehen. Jojo Kurth wird - sofern er wirklich sich auf seinen Marketing-/Manager-Job konzentriert und nicht plötzlich doch noch wieder im Tor steht - tatsächlich mehr Zeit haben. Bei Thomas Dröge und auch den anderen, die bisher in der Organisation bzw. im Hintergrund gearbeitet haben, stellt sich aber doch folgende Frage: Waren die bislang nicht ausgelastet, wenn sie künftig den Manager-Job mit übernehmen können?
Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Einen Manager mit hohem Gehalt zu verpflichten, ist vielleicht nicht der Königsweg. Vielleicht gibt es aber die Gelegenheit, eine Art "Förderkreis" zu installieren, der selbstständig beispielsweise Marketingarbeit macht, um neue Klein- und Mittelsponsoren ranzuholen. So eine Art "Handball-Netzwerk". -
Die Führung des TSV um Dr.Anders ist immer auf große Seriosität bedacht. Das ist grundsätzlich natürlich hervorragend. Was allerdings soll man davon halten, wenn Anders, Derad und Co. auf eine Pressekonferenz sagen, man werde Vertragsverlängerungen erst dann vermelden, wenn sie in trockenen Tüchern sind und gleichzeitig ein Christoph Schindler HÖCHSTPERSÖNLICH im Interview auf Radio News 89,4 sagt (er war selbst zu hören, kein Zitat), er habe für zwei Jahre in Dormagen verlängert? Wird da nicht die Seriosität bald ad Absurdum geführt? Sind alle anderen nun unseriös, haben keine Ahnung (Radio und Handballwoche) oder was steckt dahinter?
Davon ganz abgesehen: Von der PK hatten sich viele mehr versprochen. Ich habe gehört, dass das ganze eine Viertelstunde gedauert hat, dann war alles vorbei. Fragen wurden wenn überhaupt mit einer Reihe von Absichtserklärungen beantworten, konkret war nur die Personalie "Neuenhausen". Und der will sich "aus dem Handballbereich weitestgehend raushalten".
Noch mehr überrascht mich aber, dass es Leute gibt (sorry, jedem ist seine Meinung gegönnt!), die die Lösung für vernünftig halten, mit den vorhandenen Leuten den Posten des Handballmanagers abzudecken. Die bekommen es doch schon jetzt kaum geregelt. Immer wieder ist hier auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, dass das vorhandene Personal nicht ausreicht. Und die Aussage von Dr.Anders, wonach man lieber in Spieler als in Organisation investiert, ist doch aus Unternehmersicht (und ein Handball-Bundesligist ist ein Unternehmen) ein schlechter Witz. Vielmehr MUSS man auch in Organisation investieren, um eine bundesligataugliche Struktur im Hintergrund zu schaffen.
Noch ein Wort zur Erhöhung der Eintrittspreise. Das finde ich legitim. Kaum irgendwo war´s so günstig wie beim TSV. -
Gestern auf 89,4 im Radio war Christoph Schindler im Interview. Er hat seinen Vertrag um 2 Jahre verlängert! Eine gute Nachricht.
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Lord Vader, geh mit Deinem Blödsinn bitte in die Witzecke. Mit konstruktiver Diskussion hat das genauso viel gemeinsam wie Dormagen und die Champions League.
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Im Tagesspiegel hat sich ein Vermarktungs-Experte zu Wort gemeldet - er spricht mir aus der Seele und unterstreicht die höchst mangelhaften Strukturen, die ich und andere hier seit Monaten anprangern, die manche aber nicht wahrhaben wollten - bitteschön:
"Einer neuen Studie von TNS Infratest zufolge hat das Fußball-Sponsoring – mit weitem Vorsprung vor anderen Sportarten – noch großes Potenzial. Warum schließt zum Beispiel der Handball, trotz WM-Sieg und diverser Vereinserfolge auf europäischer Ebene, nicht auf?
Weil sich gerade in Krisenzeiten auch das Sponsoring fokussiert. Im Prinzip steuern wir auf eine Monokultur zu, weil alle in den Fußball wollen. Das hat letztendlich damit zu tun, dass die Vereine in anderen Sportarten nicht so professionell aufgestellt sind. Viele Mannschaften im Handball agieren einfach amateurhaft. Das ist schade, denn Sponsoring ist ein sehr kostengünstiges Tool der Kommunikation.
Die Handballer lassen Geld liegen?
Die Summen, die im Handball bezahlt werden, sind auch in Relation gesetzt unglaublich weit vom Fußball entfernt. Handball ist zum Teil ein Betätigungsfeld für viele Mäzene und kleine Millionäre. Am Ende wurde die professionelle Ausbildung der Clubs vernachlässigt, man hat sich auf den Mäzen verlassen. Es fehlen die professionellen Vermarktungsstrukturen, die im Fußball in den vergangenen 15 Jahren entstanden sind. Bei den Bayern sitzen heute etwa zehn gut ausgebildete Leute in der Sponsoring-Abteilung, früher hat der Hoeness das allein gemacht. Und bei Hertha ist es nicht anders, da sitzen auch etwa zehn Leute des Vermarkters Sportfive in der Geschäftsstelle, um den Verein zu vermarkten."
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
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@ meteokoebes:
Theoretisch sicher richtig, die Feststellung, dass zwischen einem TSV-Taler und unendlich viel etwas geflossen sein kann. Zumindest aber stellt die Formulierung sicher, dass es überhaupt etwas gibt, was aus Sicht beider Vereine angemessen ist. Wie schon oben gesagt: Es wäre sicherlich transparenter, wenn mehr Presse berichten würde und mehr Pressevertreter nachhaken würden. Ist aber nicht der Fall, von daher geht´s so weiter wie bisher.
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"Ich finde es richtig, Personalentscheidungen erst dann an die Öffentlichkeit herauszugeben, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist. Dasselbe gilt für Sponsorenverträge.
Nenn mir mal einen Verein, der öffentlich bekannt macht, mit welchen Leuten er verhandelt."
Bestes Gegenbeispiel ist hier der THW Kiel. Hier wurde Uli Derad schon als Geschäftsführer im Internet vorgestellt, als beim TSV noch nicht mal über die Anfrage berichtet wurde...
Oder der Fall Chantziaras - während in Stralsund schon sein Abgang nach Dormagen verkündet wurde, wollte in Dormagen keiner was davon wissen.
Vielleicht ist das aber auch nicht nur Geheimniskrämerei. Vielleicht ist der Pressesprecher auch einfach etwas langsam, ist weiß es nicht.