Manager Rainer Dotzauer: "Er hat ein grün-weißes Herz"
Radoncic zurück zur HSG?
06.11.2005
(vs). Die HSG Wetzlar ist in diesen Tagen immer für eine Überraschung gut. Nach den sportlichen Rückschlägen (Pokal-Aus, sieben Bundesliga-Niederlagen in Folge), dem Trainerwechsel (Dragan Markovic für Martin Schwalb) und der Suspendierung von Christian Caillat will Manager Rainer Dotzauer jetzt einen ganz besonderen Trumpf aus dem Ärmel ziehen: Damir Radoncic, der schon von 1996 bis 2000 für die Grün-Weißen in der ersten und zweiten Bundesliga auf Torejagd ging, soll ins grün-weiße Trikot zurückkehren und erstmals am 12. November in Delitzsch für die HSG auflaufen.
Der 34-jährige Serbe mit deutschem Pass verlor gestern Abend mit seinem derzeitigen Verein Pallamano Secchia das Duell in der ersten italienischen Liga in Gaeta mit 23:25. Bereits am Mittwochabend soll Radoncic aber bereits erstmals am Training in Dutenhofen teilnehmen.
"Damir wäre genau der Führungsspieler, der uns fehlt. Er besitzt Eigenschaften, die uns verloren gegangen sind", sagt HSG-Manager Rainer Dotzauer. "Er hat ein grün-weißes Herz. Das sind die Typen, die wir jetzt brauchen. Damir kann uns mit seiner Erfahrung und Dynamik in der Deckung enorm helfen und Lars Kaufmann in der Offensive unterstützen. Er kennt das Umfeld und hat in der Region immer noch viele Fans", so der HSG-Manager. Radoncic soll vom aktuellen Tabellen-15. zunächst einen Vertrag bis zum 30. Juni 2006 mit einer Option für den Verein auf Verlängerung erhalten.
Nach seinem ersten Engagement bei der HSG wechselte der zweifache Familienvater in der Saison 2000/2001 nach Hameln und anschließend zum TuS N-Lübbecke. Außerdem spielte der Rechtshänder in Al Ahli in Katar, bevor es ihn nach Italien zog. Seine Frau lebt mit den beiden Kindern zur Zeit in Serbien und Montenegro und wird dort auch aller Voraussicht nach wohnen bleiben. Sollte seine Familie einem Wechsel zustimmen und obendrein Einigung mit dem Club aus Secchia erreicht werden, würde einem sofortigen Wechsel des Rückraumspielers nichts im Wege stehen.
Radoncic, dem vor der laufenden Saison ein Angebot des TV Großwallstadt vorlag, liebäugelt mit einem Wechsel zurück an die alte Wirkungsstätte, wie Dotzauer bestätigt. "Er hat sofort gesagt: Ich komme gerne, wenn Du mich brauchst. Er muss nur noch einige Dinge klären", sagt Dotzauer.
"Mit der Verpflichtung von Radoncic wären unsere Planungen allerdings noch nicht abgeschlossen", stellt der Manager klar, dass bis spätestens Dezember ein weiterer Spieler das HSG-Team verstärken soll. "Da ist jetzt Dragan Markovic gefragt, der entscheiden muss, wo er noch Bedarf sieht. Die finanziellen Möglichkeiten sind uns durch den Wechsel von Martin Schwalb nach Hamburg gegeben. Wir müssen deswegen keine Schulden machen", sagt Dotzauer.
"Es muss alles für den Klassenerhalt getan werden. Wir haben uns bei den Verhandlungen mit dem HSV nicht so naiv angestellt, wie offensichtlich viele befürchtet hatten. Allerdings wird es keine Schnellschüsse geben und diese Entscheidung muss mit dem Aufsichtsrat abgestimmt werden", so Dotzauer weiter.Christian Caillat heute gegen Kronau definitiv nicht im Wetzlarer Trikot Eine Verpflichtung von Publikumsliebling Radoncic wäre laut Dotzauer aber völlig unabhängig von der Tatsache, dass sich die Wege der HSG und Christian Caillat kurzfristig trennen könnten "Bei uns sollen nur noch Spieler auflaufen, die sich mit dem Verein, der Region und den Fans identifizieren. Caillat gehört nicht mehr dazu", gibt Dotzauer klar zu verstehen.
Coach Dragan Markovic wird heute (17 Uhr, Mittelhessen-Arena) gegen Kronau/Östringen auf den Franzosen verzichten. In Sachen Personal kann der neue Mann auf der HSG-Bank aber zumindest wieder mit Robert Sighvatsson und Mario Clößner rechnen.