Ganz so überraschend kommt das glaube ich nicht. Auch die Zuschauerresonanz wird wohl zeigen, dass man mit dieser Personalpolitik nicht den großen Wurf gemacht hat. Die Leute (und wahrscheinlich auch Sponsoren) wollen Kontinuität und Stabilität sehen, vor allem aber Spieler, die sich mit diesem Verein identifizieren! Bin mal gespannt, ob und wie es nach Weihnachten weitergeht. Hatten wir doch schon mal vor ein paar Jahren...
Das ist genau das Problem. Und wenn Uli sich wundert, dass "die Jugendlichen überall wegbrechen", kann ich mich nur wundern, dass er sich darüber wundert. Er ist es doch, der maßgeblich angestoßen hat, schon im Jugendbereich wild zu scouten und damit in Kauf zu nehmen, dass die Jugendlichen aus dem eigenen Dorf vergrault werden. Sein Bonmot
bei irgendeinem Planungsgespräch, mit der Dorfjugend könne man keinen Leistungshandball spielen" (sagt ausgerechnet er) klingelt mir noch im Ohr.
Ob das allein etwaige Sponsoren abschreckt, weiß ich nicht, scheint mir eher in den Bereich Managementschwäche zu gehören; wen es aber ganz sicher abschreckt, ist das Publikum. Ganz klar, die Hälfte der 700, die im Schnitt (höchstens) bei den Spielen der vergangenen Saison gezahlt haben, sind die Alten, die aus Interesse am Sport und aus Tradition kommen, weil man in der Halle sieht und gesehen wird.
Und dann kommen natürlich Schlachtenbummler der Gegner - da kamen in der 3. Liga natürlich mehr, weil: wer fährt schon aus Rostok nach Leutershausen 
Von der anderen Hälfte aber kommt ein Teil, um ganz bestimmte Lieblingsspieler zu sehen (Mitch, Roko, Jonas, Kuch) - herzlichen Glückwunsch SGL, die gehen eben jetzt nach Saase oder Nußloch ...
Und ein Teil sind Leute, deren Kinder bei der SGL spielen - waren(!) Leute, deren Kinder bei der SGL spielten(!) ... und, hej, die Leutershausener kommen jeden Samstagabend in die Halle, wenn ihr Kind in der Jugend da spielt, die Wilhelmsfelder, Weinheimer oder Dossenheimer aber nicht - und die Heddesheimer schon gar nicht - warum auch ... (was fürn Quatsch, mit Heddesheim die Jugend-Koop zu machen, statt bei Saase einzusteigen, die schon erfolgreich gearbeitet haben mit den anderen Sachsen-Dörfern).
Und die Krönung: Die Damenmannschaft melde ich mal ab, weil die zu hochklassig spielen, damit brechen auch die Mädchen weg - wie praktisch, da brauch ich dann auch keine qualifizierten Trainer/innen mehr - bloß: auch das kostet Zuschauer für die Bundesligaauftritte.
Und: beides kostet noch was; Ehrenamtliche, die sich in den Hallen die Beine in den Bauch stehen, die sich als Mannschaftsbetreuer, Schiedsrichter/Sekretäre oder Trainer/innen engagieren, machen das auch nicht einfach so, sondern weil sie für ihre Kinder und deren Freunde was tun wollen. Bei den gescouteten Kindern/Jugendlichen fällt das aber weg - deren Eltern wurden ja überredet, dass das Kind in Leutershausen spielen sollte; dafür muss man doch dann nicht noch was machen/ehrenamtlich arbeiten!
Zusammen genommen landet man wieder bei den Sponsoren: Die SGL hat einfach kein gutes, zukunftsfähiges Konzept für die 2. BL, deshalb kommt kein junges Publikum nach, deshalb gibt es keinen Sponsor, der sich wirklich dafür interessiert - und deshalb ist die SGL derzeit einfach falsch in der 2. BL. Punkt.
Und solange Roth (+Spielbetriebs-GmbH) nicht kapiert, dass Leutershausen nunmal ein Dorf ist, ergo die SGL ein Dorfverein ist, ergo man ein Konzept für einen Dorfverein (oder eine Dorfvereinskooperation - logischerweise mit Saase) braucht, solange wird er auch keinen Erfolg "da oben" haben. Die Zeiten, wo Handballdörfer einfach so erfolgreich sein konnten, sind vorbei, aber der Uli hats noch nicht gemerkt. 