Nochmal hallo in die Runde...ich möchte hier mal ein bißchen was zur Situation aus Sicht eines HSG-Fans schreiben, der jetzt seit ein paar Jahren nur noch sporadisch zu Heimspielen pilgern kann (aufgrund Umzug):
Das, was momentan bzgl. der HSG Nordhorn abläuft, erschüttert mich zutiefst, allerdings - und das mag für einige überraschend klingen - wundert mich nicht unbedingt.
Die HSG war und ist noch nie finanziell "auf Rosen gebettet" gewesen. Nicht zuletzt die Krise 2001/2002, bei der die Lizenz erst im 2. Anlauf erteilt wurde, hat dies offenbart. Damals waren sog. Altlasten aus dem Bau des Euregiums Grund für die Misere, auch heute noch schiebt man einen Teil davon vor sich her - diese abzutragen bzw. schneller abzutragen war scheinbar die Auflage, die die HSG Nordhorn immer wieder als Auflage bei der Lizenzerteilung erhalten hat. Allerdings kommen einige - psychologisch wichtige - Punkte seitdem hinzu:
- Wechsel in der Zuständigkeit bzgl. Marketing. Einmal war jemand ehrenamtlich tätig, dann wurde angefangen zu professionalisieren mit der Ausschreibung einer Stelle als Marketing-Manager. Der momentane Marketing-Manager sollte jetzt zum Geschäftsführer der Marketing ernannt werden, da er in Augen vieler Personen im Umkreis der HSG gute Arbeit leistete. Bis heute ist hier aber noch kein Vollzug zu melden. Das macht bei Sponsoren und dem Aufbau von langfristigen Beziehungen zwischen Marketing u. Untenehmen keinen professionellen Eindruck.
- Wechsel im Beirat der HSG; nach den Lizenzproblemen in 2001/2002 wurde ein sog. Beirat installiert, der Spielerverpflichtungen etc. absegnen sollte, analog wie ein Aufsichtsrat. Kurze Zeit darauf verließen aber 3 nicht näher benannte Personen aus Politik und Wirtschaft diesen Beirat, weil es "persönliche Probleme" im Umfeld der HSG gab. Ebenfalls kein gutes Bild bei Sponsoren und bzgl. der Konsolidierung der HSG.
- geographische Lage der Stadt Nordhorn; die Stadt gehört schon nicht zu den größten Städten, in denen Bundesliga-Handball gespielt wird (ca. 53.000 Einwohner), liegt zudem direkt an der niederländischen Grenze und verfügt über keine namhaften deutschen Unternehmen in der Region. Den Grenzcharakter (Achse Deutschland-Niederlande) konnte man bis heute (bis auf kleine Sponsoren) nie wirklich als positive Sache herausstellen. Man hat zwar sehr viele lokale, aber meist auch eher kleinere oder mittelständische Unternehmen, als Sponsor gewinnen können - diese reichen aber für die Tragfähigkeit von Bundesliga-Handball kaum aus.
- Fankultur in Nordhorn; eine richtige Fankultur mit echten Fans u. regelmäßig vollem Euregium hat es erst seit 1,5 Jahren gegeben. Davor war der Zuschauerschnitt kaum planbar. Besonderes Problem in Nordhorn: die Mannschaft hatte nicht unbedingt sehr viele Spieler aus der Region, mit der man sich identifizieren konnte. Und ein nicht zu vernachlässigender Punkt ist die Erfolgsverwöhnheit in der Grafschaft und drumherum. Hat die Mannschaft "schlecht" gespielt und man war tabellarisch eher im Mittelfeld angesiedelt, konnte man einen Einbruch in den Zuschauerzahlen erleben - bei Mannschaften mit Tradition wie Göppingen, Wetzlar und Co. ist dies eher anders.
Ich will damit nichts beschönigen und gutreden. Es kann nur ein Motto geben, was komischerweise Herr Rigterink immer wiederholt hat "Wir geben nur das Geld aus, was wir haben!". Genau so sollte es sein...