Ich glaube leider auch, dass die Erwartungshaltung und die Ziele der deutschen Frauennationalmannschaft nicht immer ganz realistisch sind. Allerdings finde ich persönlich (Zwecks-)Optimismus sympathischer als Pessimismus.
Das Problem liegt meiner Ansicht nach weiterhin beim Übergang vom Jugendbereich in den Juniorinnen-/Erwachsenbereich. Auch wenn man im Juniorinnenbereich teilweise ja durchaus erfolgreich gewesen ist. Das lag aus meiner Sicht aber auch oftmals an Einzelspielerinnen. Ich glaube übrigens noch immer (auch wenn dann gleich wieder einige meckern
), dass Bölk das Zeug zu einer ganz Großen hat. Sie ist einfach sehr "komplett".
Vielleicht hat jemand früher auch mal eine Oftedal oder Mörk bei den Juniorinnenmeisterschaften gesehen. Sehr talentierte Spielerinnen, aber nicht konkurrenzlos gut. Was dann aber in den kommenden 4-5 Jahren im Bereich "Kraft und Athletik" mit den beiden passierte, das fehlt halt bei den deutschen Spielerinnen oftmals. In Ansätzen zeigte sich bei Minevskaja und Smits während ihrer "Frankreichzeit", was Kraft und Athletik ausmachen können.
Wenn man die vergangenen beiden Jahre von Reistad auf norwegischer Seite beobachtet hat, dann passiert dort gerade wieder das gleiche. Ich bin mir sicher, dass sie in 2-3 Jahren auf dem Niveau von Oftedal ist. Dazu muss man natürlich erwähnen, dass z. B. Oftedal ja sogar in Ungarn vom norwegischen Verband gezielt gefördert und unterstützt wird. Norwegische Athletiktrainer schicken ihr regelmäßig Trainingspläne und sogar persönliche Besuche sind nicht ungewöhnlich. Vielleicht gibt es so etwas im deutschen Handballverband ja auch, das kann ich nicht beurteilen.
Und sicherlich war die Leistung gegen Norwegen unterirdisch. Aber so groß, wie in diesem einzelnen Spiel, ist aus meiner Sicht der Leistungsunterschied nicht. Man muss hier aber finde ich auch anmerken, dass die deutsche Mannschaft taktisch einfach schlecht eingestellt gewesen ist.
Bin gespannt auf heute Abend