Bundesliga
Lizenzen: Entscheidung nächsten Mittwoch - 09.06.2005 10:52
Die Hertha soll sogar Bedingungen erfüllen müssen
Bis zum Mittwoch mussten die Profiklubs, die Bedingungen für die Erteilung der Lizenz zu erfüllen hatten, ihre Unterlagen bei der DFL einreichen.
Am kommenden Mittwoch, vor dem Eröffnungsspiel im Confederations Cup zwischen Deutschland und Australien in Frankfurt, wird der DFL-Vorstand endgültig über die Lizenzvergabe für die Saison 2005/06 entscheiden, die mit einem Heimspiel des amtierenden Meisters FC Bayern München am 5. August angepfiffen wird. Der 1. FC Nürnberg, Hansa Rostock, Karlsruher SC, Wacker Burghausen, Dynamo Dresden, 1. FC Saarbrücken und RW Essen hatten eingeräumt, Bedingungen erfüllen zu müssen. Ebenso Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig. Haben alle Klubs mit offenen Karten gespielt?
Wie der kicker aus gut informierter Quelle erfuhr, soll Hertha BSC Bedingungen für die Erteilung der Lizenz gestellt bekommen haben. Berlin hatte nach der ersten Runde im Lizenzverfahren erklärt, die Lizenz unter Auflagen für die kommende Saison erhalten zu haben. Dass dort die wirtschaftliche Situation angespannt ist, bedeutet indes keine Neuigkeit. Noch im Mai hatten die Berliner mehrfach betont, wie wichtig die Qualifika- tion für die Champions League aus wirtschaftlichen Gründen sei. Diese Qualifikation wurde verpasst.
Bayer Leverkusen und Arminia Bielefeld gehören zum großen Kreis der Klubs, die die Lizenz schon erhalten haben. Beide Klubs sollen sich jedoch nach einem Bericht des ZDF-Magazins "Frontal 21" in schwieriger wirtschaftlicher Situation befinden. Die Verbindlichkeiten von Bayer wurden in der ZDF-Sendung am Dienstag auf etwa 76 Millionen Euro beziffert.
Bielefelds Manager Roland Kentsch erklärte am Mittwoch gegenüber dem kicker: "Wir haben zum ersten Mal die Lizenz erhalten, ohne Bedingungen erfüllen zu müssen. Das beweist, dass sich Arminia konsolidiert hat." In Leverkusen hat man gelassen auf den Frontal-Beitrag reagiert. Nach kicker-Informationen liegen die Verbindlichkeiten der Bayer Fußball GmbH sogar bei etwa 99 Millionen Euro. Dem gegenüber steht allerdings ein Umlaufvermögen in Höhe von etwa 78 Millionen Euro und ein Eigenkapital per 31. Dezember 2004 in Höhe von etwa 28 Millionen Euro. "Bayer hatte zu keinem Zeitpunkt Liquiditätsprobleme", sagte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.
Er räumte gegenüber dem kicker ein, dass 2002/03 ein Verlust in Höhe von etwa 20 Millionen Euro hingenommen werden musste, da die Champions League verpasst wurde. In der Saison zuvor hatte Bayer trotz der Teilnahme am Finale der Champions League nur einen kleinen Überschuss erwirtschaftet. "Wir haben nach der Saison 2002/03 rechtzeitig die Reißleine gezogen und ein Konsolidierungsprogramm erstellt, das absolut greift", berichtet Holzhäuser. Kostendeckend wird inzwischen in Leverkusen gearbeitet; das Konzept sieht vor, dass ab der Saison 2006/07 auch im operativen Geschäft ein Plus erzielt wird.
Rainer Franzke