Interessant, dass die wichtigsten politischen Gegner der CDU (Steinmeier und Gabriel) ihre Klappe halten. Mit Vaterlandssinn und schützen vor einer Regierungskrise kann das ja nicht unbedingt sein. Ein Schelm, der meint dass die beiden selber Dreck am Stecken haben.
Dass die beiden Dreck am Stecken haben mag sein, ist jedoch in dieser Sache irrelevant. Sie haben es einfach nicht nötig, noch mehr Öl ins lodernde Wulffsche Feuer zu gießen, weil er a) sich selber mit jeder weiteren Aussage, die nicht einen echten Schlussstrich zieht, selber weiter reinreitet und b) aus genug Richtungen Angriffe gegen Wulff gefahren werden und sie nicht als amtsschädigend gelten wollen, wenn sie ihrerseits gegen den immerhin (noch) amtierenden Bundespräsidenten zu Felde ziehen.
Sie setzen sich in die zweite Reihe und schauen sich das ganze an, geben vielleicht mal einen Kommentar ab mit einem kritischen Unterton und betonen dabei die "Würde des Amtes" o.ä. (siehe Gabriel), aber lassen sonst andere den freien Fall von Wulff weiter beschleunigen.
Der Kredit war bis her das harmloseste. Hätte er hier nicht die Salamietaktik angewandt wäre das andere wohl gar nicht so heraus gekommen.
Das sehe ich ähnlich. Wenn er beim ersten Anzeichen, dass seine Kredite etc. herauskommen könnten, reinen Tisch gemacht hätte, wäre da vieles wohl im Sande verlaufen, was nun fast täglich für neuen bunespräsidialen Sprengstoff sorgt. Und die Gespräche mit der Bild, der Springer AG und derMerheitsaktionärin wären auch niemals geführt worden.
Die entscheidende Frage ist wohl, wie reagiert Merkel. Und wann.
Gerade noch gesehen: CDU-Politikerin bringt Gauck ins Spiel. Würde sich Gauck das jetzt antun? Er wäre imho eine der wenigen Persönlichkeiten, denen ich es zutrauen würde, dem Amt wieder Würde zu verleihen, insofern wärs vernünftig und vermutlich angebracht. Würde Merkel da mitziehen? Es wäre ja eine ziemliche Niederlage für sie. Aber einen weiteren Parteisoldaten (wen eigentlich?) kann sie nicht wirklich ins AMt hieven, ohne dass der neue Bundespräsident gleich wieder mit dem Makel "Parteifunktionär" behaftet wäre.