[...] und Deutschland hat Wenta eingebürgert und versuchen es jetzt mit Djordjic.
Vergiss nicht Oleg Velyky und Andrej Klimovets (der übrigens auch mal für Al Sadd spielte, den führenden katarischen Verein). Und irgendwen hab ich sicher vergessen...
Zitat
Katar macht das halt systematisch und für die Spieler lukrativ.
Katar hat dieses System genausowenig erfunden wie Spanien. Auch im Frauenhandball ist das ja Gang und Gäbe und nicht erst seit ein paar Jahren. Man mag es kritisieren, bedauern oder befürworten, für die Spieler(innen) ist es eine wichtige Entscheidung, die nicht unerhebliche Konsequenzen mit sich bringt. Angefangen von doppelter Staatsbürgerschaft bis hin zu etwaigen Verpflichtungen wie Wehrdienst und ähnlichem. Das trifft niemand leichthin denke ich, jedenfalls nicht, wenn er/sie mit gesundem Realismus an die Sache rangeht.
Wenn man wie im Falle Katar ausländische Spieler holt, um eine Art Handballkultur zu schaffen, halte ich das nicht für falsch. Immerhin gibts in Katar einen funktionierenden Ligabetrieb und die Teams aus Katar, allen voran Al Sadd, Al Rayyan und El Jaish, dominieren in den letzten Jahren die asiatische Champions-League. Das ist wohl nicht nur eine Eintagsfliege, weil der Emir von Katar zufällig Handball-Fan ist, sondern das ist schon nachhaltiger. Wenn man die europäischen Spieler als eine Art Entwicklungshelfer sieht, wird vielleicht eher ein Schuh draus. Und zur Verständigung zwischen den Völkern und Religionen trägt dieses Konzept deutlich mehr bei als viele Reden, die in den Tagen und Wochen nach Charlie Hebdo (eigentlich schon seit dem ersten Anschlag aufs World Trade Center in den 90ern) geschwungen wurden.