Ích halte eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Sportarten für sehr schwierig. Gerade bei den Wurfdisziplinen in der Leichtathletik ist es ja auch so, dass ein "Glückswurf", bei dem mehr oder weniger zufällig alles stimmt, über Gold und Blech entscheidet. Es gab bei der WM drei deutsche Speerwerfer, die alle realistische Chancen auf Gold hatten. Es hängt halt davon ab, bei wem die Bedingungen passen, so dass er einen "raushaut".
Leistungen in der Nordischen Kombination oder im Biathlon - unabhängig vom Aufblähen der Sportarten, was vor allem den Verbänden durch Werbeeinnahmen nützt - sind da schon anders zu bewerten. Sicher, es muss auch alles stimmen, nicht nur in der Loipe, sondern auch beim Springen respektive Schießen. Nur wenn jemand in vier von vier Läufen jedes Mal gewinnt, jedes Mal zu 100 % da ist, ist das eine Qualität, die ein Johannes Vetter nicht zeigen kann. Da es eben nur einen Wettkampf für ihn gibt.
Dennoch muss man beide Leistungen wie sie sind respektieren und würdigen. Und wer vier von vier Wettbewerben lang die Konkurrenz teilweise dominiert, ist eben in den Augen vieler Zuschauer und Journalisten "würdiger" als jemand, der "nur" einen Wurf raushaut. Wobei man natürlich auch argumentieren kann, dass er es gerade deswegen verdient hätte, da er nur diese eine Chance hatte. Insofern kommen wir wieder dahin, dass es subjektiv ist, wer diesen Titel holt.
Vielleicht sollte man auch eine "Sportler des Jahres"-Wahl in verschiedene Disziplinen unterteilen. Damit jeder Sportler entsprechend gewürdigt werden kann.
Wobei ich denke, dass es für die Sportler weniger relevant ist, wer einen solchen Titel bekommt, als für Zuschauer und Journalisten.