Nr.18 rheinland-sr
"Und weiter: "Dass das Spuren bei der Mannschaft hinterlassen ist, ist völlig unstrittig."
Das sind doch keine Handball-Bubis, denen man pfundweise Staubzucker reinblasen muss oder jedem einen persönlichen psychologischen Betreuer zur Hand. Oder sind sie so vom Spielwitz ihrer ausländischen Spielmacher in der HBL abhängig, dass sie erlernte und trainierte Handballfertigkeiten im Zusammenspiel von Positionsgruppen nicht individuell einsetzen können ?
Das erinnert mich an Elternschwärme bei den kleinsten Handballern, die um ihre hochgelobten und verwöhnten "Talente" herumschwirren und bei jeder Störung,jeder Niederlage dem Trainer die Schuld geben.
Nach meiner Ansicht sind die Medien und TV Kommentatoren schuld, die total wirklichkeitsfremd eine Erwartungshaltung hervorrufen und Fehleinschätzungen bei Spielern,dem Teamumfeld und der "Sch...."schreibenden Zunft verursachen.
Der Shitstorm, mit dem man einer Person, dem Bundestrainer, die Schuld tzuweisen will.... ist einfach unterstes Niveau.
Der BT hat mit Sicherheit nicht versucht eine absolut neue Handballspielweise mit den Nationalspielern zu kreieren. Dazu hatte er gar keine Zeit. Das war von Spielern schon fast Aktions- und Leistungsverweigerung, Verhaltensweisen, die sie sich in ihren Klubs und ihren Trainern nicht hätten erlauben dürfen.
Die Jungs kommen jeder mit einem Bestand (fast) identischer Spielhandlungen aus ihren Vereinsteams, die allerorts immer wieder angewandt werden um Bewegung und Tordruck ins Spiel zu bringen und Shooter aussichts- und erfolgreich zu positionieren oder Nachbarpositionen am Kreis oder auf Aussen zum Wurf zu bringen. Diese Lauf- und Bewegungselemente, Räumliche und zeitliche Ablaufvorgaben werden i.d.R auch im kombinierten Abwehr- und Torwuftraining intensiv eingesetzt, um die Akteure
für den Sekundenbruchteil der Entscheidung Wurf-,Durchbruch oder Pass zu präparieren.Ich unterstelle, dass diese Trainingsschwerpunkte auch beim Nationalteam wettkampfnah eingesetzt werden.
Wir haben zwei Vorrundenspiele gesehen, wo im Stile einer AH-Mannschaft, mit Gehen, Tippen und ruhebringenden Aktionen zum Vorteil der gegnerischen Mannschaft ohne Angriffsrhythmus gespielt wurde.Standhandball zu dicht auf der klammernden Abwehr. Im dritten und vierten Spiel wurde der Angriffsschwung zeitweise wieder entdeckt
und verlorengegangene Shooter wie Kühn,Fäth oder Häfner waren plötzlich so unwiderstehlich und schussmässig souverän,wie es alle erwartet hatten, wobei sich der sporadisch torwurfgefährlich und selbstbewusst
spielende Weber dann zum großen Zauderer rückentwickelt hatte. Musste Prokop in diesen letzten 4 Spielen innerhalb der ersten 10-12 Angriffe nicht immer wieder die Rückraumzusammensetzung finden, die Lust und Selbstvertrauen hatte, dieses Spiel im Angriff erfolgreich zu gestalten ? Auch die 1.Hälfte gegen Spanien war angriffsmässig eine Steigerung, bei konzentrierter Nutzung der 100%igen Torchancen wäre eine Führung mit 4 Toren durchaus realistisch gewesen. Dann eine zweite Hälfte, 10 Minuten, die dem Gegner die Tore schenkten.
Der berühmte 0:8 Lauf im Spiel gegen Spanien,die Sammlung beschämender Ballverluste durch technische Fehler in der Rückraumbesetzung war der absolute Tiefpunkt im Zusammenspiel der Rückraumspieler ! Der Tiefpunkt des Turniers.
Diese Negativaktionen, die sich mehr oder mi8nder heftig durch das ganze Turnier zogen, kann man nicht den beiden Bundestrainern auf der Auswechselbank anlasten. Die müssen sich das Ganze anschauen und schnellstens mit wechseln reagieren.
Die Leistung wurde aber allein von den Spielern auf der Platte erbracht und da sollten sich kritisierende Vereinstrainer zuhause mal gefälligst zurückhalten, die technisch-taktischen Defizite und fehlende Wettkampfhärte haben ihre Ursachen im täglichen Vereinstraining, der Basisarbeit.