Hallo Handballfreunde,
mit schöner Regelmässigkeit sucht man nach nicht überzeugenden Auftritten oder sporadischen Versagenssituationen in entscheidenden Spielen der deutschen Damennationalmannschaft die Schuld beim jeweiligen (Trainer-)Verantwortlichen.
Ich halte mich da an die Aussage von M.I.B., dass diese Schuldzuweisung billig und nicht angebracht ist. Jeder ,der schon einmal auf der Bank sass und miterleben musste, wie Leistungstraeger aus nicht nachvollziehbaren Gründen blockiert waren und eine ganze Mannschaft die Fassung verlor(die Flut technischer Fehler,Fehlwürfe und Konzentrationsmängel in Abwehr und Angriff,die uns so erschreckt und verärgert hat), wird bestätigen, dass man da auch mit time-out oder Halbzeitansprachen an Mimöschen(bei Damen und Herren) nicht mehr rankommt.
Vielleicht sollte sich der DHB mal überlegen,vor Titelkämpfen einen Psychologen einzuschalten, um die Spielerinnen sowohl auf internen (selbst auferlegten) als auch auf externen Stress (Publikum,Schiris,gegnerische
Einflüsse) vorzubereiten und geeignete Gegenmassnahmen und Strategien zur Stabilisierung einzuüben.
Osmanns Arbeit mit den Damen und die Fortschritte, die er überraschend kurzfristig noch vor dieser verkorksten WM (ich meine nicht die Platzierung, sondern die sehr bescheidene spielerische und wettkampfmässige Darstellung der Feldspielerinnen) mit z.T. vollkommen neuen Spielerinnen und fehlenden "alten" Leistungsträgerinnen erreichen konnte,haben vielleicht doch zu überzogenen Erwartungen geführt, die von jungen (und sehr hoffnuingsvollen)Spielerinnen wie Mietzner,Steinbach und Müller als Rückraumschlüsselpositionen nicht stabil über ein ganzes Turnier erfüllt werden konnten.
Ich halte es für nicht angebracht, dem Trainer die Schuld dafür zuzuweisen, dass die Spielerinnen seit einigen Spielen " auf dem Spielfeld" nicht mehr das bringen/brachten, was jede zu leisten imstande ist. Warum einige "neben den Schuhen herlaufen" oder keine Verantwortung übernehmen wollen/können müsste psychologisch ausgelotet werden (Vereinstrainer kennen da ihre Spielerinnen besser)
Ich behaupte, dass jede/jedere andere Kandidat(in).die/der nun wieder in die Diskussion Nationaltrainer geworfen wird, dem Auftreten unserer Dämchen genauso hilflos gegenüber gestanden hätte.
Vielleicht sollte man dem Team einfach noch Reifezeit zugestehen, es aber auch regelmässig mit Turnieren gegen starke Gegner gezielt in Stress bringen. Individuelle Persönlichkeitsbildung ,Stressresistenz und Übernahme von Verantwortung in stressigen Spielsituationen kann neben der trainingsmässigen Vorbereitung sowieso nur im Verein /der Wettkampdspielklasse stattfinden.
Der Nationaltrainer kann nur die" Qualität" übernehmen/einsetzen, die ihm von den Vereinen übergeben wird.
Wobei in vielen Beiträgen der letzten Tage auch viele sinnvolle und berechtigte Kritiken genannt wurden.
Aber den Bundestrainer Osmann dafür verantwortlich zu machen,schiesst doch weit übers Ziel hinaus.
Die Aussage von Wörz "mit Platz 7 können wir zufrieden nachhause fahren" zeigt , dass selbst erfahrene Spieler mit "Schwamm-drüber-Mentalität" nicht darüber nachdenken wollen, wie stark die "Anti-Werbung" für den deutschen Frauenhandball allein durch das spielerische Auftreten und die Mängelflut in den Medien war.
Ich hätte mir zwar gerne noch die "besseren Teams" in Halbfinale und Finale angeschaut, aber wenn der Werbecommerz das Programm bei Eurosport beeinflusst und der Wintersport SEndezeiten zu Lasten des Handballs bekommt dann muss man das als Handballfan zähneknirschend
hinnehmen.
Es kann nur besser werden.