Steinars Betrag vom 1.2.2010 mit dem Spiegelartikel(Vlado Stenzel 1990) trifft den Nagel auf den Kopf.
Ein Land, das nicht bereit ist, seine eigenen Talente in der höchsten Spielklasse einzusetzen und zu fördern, wird
über kurz oder lang international zweitklassig. Wir hatten jetzt das dritte internationale Titelturnier, bei dem die
Nationalmannschaft versagt hat. Der "Nachhall" hier im Forum von vielen Handballfreunden hat einen hohen Wahrheitsgehalt.
Die Medien haben vor der WM Spieler zu Leadern gekürt, Leistungserwartungen geschürt, ohne zu berücksichtigen,dass diese Spieler in ihren "europäischen Spitzenklubs" schon lange in der Rolle der Ergänzungsspieler fungieren und überhaupt nicht mehr in der körperlichen und vor allem mentalen Verfassung sind
Führungsrollen zu übernehmen,Spiele mit ihrer Individualitaet zu entscheiden.
Ich möchte garnicht darauf eingehen, welche der deutschen Nationalspieler im individuellen Leistungsvergleich mit anderen internationalen Akteuren überhaupt Spitzenspieler sind.
Tatsache war doch, dass Heiner Brand ständig versuchen muss, die individuellen Mängel sogar seiner Stammspieler
in taktische Zwänge zu pressen , in der Hoffnung, mit sauber gespielten gebundenen Spielhandlungen, einer Position
eine erfolgversprechende Schußposition zu schaffen. Und das 60 Min. lang in ca 60-70 Angriffen.
Die offensiv und kreativ agierende Deckungspitze einer 5:1-Deckung brachte den dt. Rückraum in Fehlpasssituationen, lähmte den Tordruck und erzeugte Passivspiel-Zeitdruck.
Wird in der HBL nicht mehr individuell trainiert ? Kommen deutsche Nationalspieler nicht mehr "in den Genuss"
individuelle Durchbrüche wie Wackler,Überzieher,Schlagwürfe über den falschen Fuss zu trainieren ?
Absolut notwendige Techniken , um überhaupt der gegn. Abwehr zu suggerieren, dass man torgefährlich ist, ein Tor erzielen will und kann
Sind dadurch gruppentakt. Aktionen in der Zweiergruppe dadurch nicht mehr spielbar und dadurch deutsche
Kreisläufer mehr passive Kreis-Steher ?
Bringen dieses indiv.Durchbruchsrepertoire die ausländischen Spitzenspieler aus ihrer Grundausbildung mit, die in den Stammformationen der HBL-Klubs die entscheidenden Positionen besetzen und dort auch die "Spieleentscheider" sind ?
Sind die Spitzentrainer der HBL nicht in der Lage ,überhaupt individualtechnisch zu trainieren, TEchniken zu vermitteln und zu stabilisieren, die auch in Stresssituationen traumhaft sicher abgerufen werden ?
Ist es der bequeme Weg, ständig mit dicker Geldbörse fertige Spieler aus Osteuropa oder Skandinavien zu holen ?
Trotz aller Unterstützungserklärungen der "profilneurotischen Manager" von HBL und der Spitzenvereine
kommen dann in den folgenden Wochen wieder alle "ja aber"- Einschränkungen.
Sagen wir doch, wie es ist: Unter dem Namen deutscher Vereine ,werden ,wie im alten Rom mit Gladiatoren ,Europaauswahlen zusammengekauft, damit "deutsche " Vereine in internat. Cup-Wettbewerben für DEutschland und deutsche Werbeträger erfolgreich sind.
Sie finanzieren es, dass die talentierten Spieler angrenzender europ. Nachbarn, wirtschaftlich abgesichert mit
Managergehältern (aus deutschen Werbetöpfen), Hochleistungssport betreiben können und nachrückende Talente in diesen Ländern immer wieder Zugang in die höchsten Spielklassen ihrer Heimatländer finden, dort zwischen 17 und 23
Jahren leistungssportlich gefördert und herangeführt werden, um dann in Deutschland oder Spanien an die Fleischtöpfe gelockt zu werden.
Wo könnte die "Übergangsspielklasse sein, um deutsche Talente an internationales Hochleistungsniveau heranzuführen ?
Was wird uns die einteilige zweite Liga bringen ? Auch hier der einfache Weg, Ausländer auf die Königspositionen zu setzen ?
Ich waere dafür,"deutsche Ergänzungsspieler" aus Topklubs der HBL1 nicht mehr zu nominieren, kritisch zu beurteilen,
inwieweit mit "Führungsspielern" der Nicht-Top-Klubs international angetreten werden kann und für die HBL2 die Ausländerquote in der Form einzuführen, dass der Klub monatlich für jeden Ausländer >3 in einen gemeinsamen Fördertopf 1000 EUR zu zahlen hat. Als Ausgleich sollte jeder Klub der HBL2 ,der 5 Positionen,Schwerpunkt Rückraum + Kreis (nicht nur die typ. Positionen für DEutsche,LA+RA+TW) mit U23 Spielern nicht nur kadermässig besetzt hat sondern mindestens 4 U23-Spieler im Wettkampf einsetzt pro Spieleinsatz EUR 500.-- bekommen.
Der DHB sollte einfach mittelfristig die nachrückenden Talente über die HBL2 ins Nationalteam bringen und auf weitere Blamagen, wie bei Olympia,EM und WM verzichten.
Lieber auf früherem B-WM-Niveau einen Neu-Aufbau einleiten.
Ich habe eine Dauerkarte und schaue mir regelmässig Spiele der HBL1 an.
Aber ich werde mich von der Sportart Handball abwenden, für die ich mich 50 Jahre begeistert habe, wenn ich diese
Aussendarstellung unserer Sportart in Deutschland mit den Kommentaren dieser Möchtegern-Handballmanager
ertragen muss.
Diese Leute sind für den Niedergang der NM verantwortlich und nicht Heiner Brand.
Möge sich das Publikum in Kiel,Hamburg,Flensburg und Mannheim mit seiner europ. Söldnergruppe identifizieren,sich für deren Leistungen begeistern
und über die Kluberfolge freuen. Aber keiner dieser Handballfans darf ein Wort der Kritik zur deutschen NM abgeben.
Denn diese Klubs sorgen dafür, dass die Schlüsselpositionen im dt. NM nicht adaequat besetzt sind.
Da sind die internat. Erfolge von Veszprem,Zagreb,Montpellier,Kolding und sogar Barcelona eher anzuerkennen,werden sie doch mit Teams errungen, die überwiegend mit Einheimischen besetzt sind.
Gruß
nosp