In jedem der vorgenannten Beiträge steckt ein Stückchen Wahrheit. Davon stelle ich nichts in Frage.
Ich habe es mir noch mal angetan, die Aufzeichnung dieses beschämenden Auftritts anzuschauen.
Da es ja inzwischen schon eine ganze Serie von Versagerspielen gegeben und man diese
negativen Vorzeichen immer wieder unter den Teppich gekehrt hat, wird es langsam Zeit
sich der qualitativen Situation zu stellen.
Stellen wir uns in unserer Erwartungshaltung immer vor, dass die deutschen Akteure im Team ihre Topleistung abrufen. Bringen sie diese Leistung, weil sie im Verein von ausld. Mitspielern wirkungsvoll in Szene gesetzt werden ?
Ich frage mich, was sich ein Rückraumhalber dabei denkt (wenn er überhaupt denkt !) sämtliche Torwürfe nach unten zu ziehen, egal ob der Torwart schon mit den ersten Abwehrparaden zeigt , dass er stereotyp „unten zumacht“. Die beiden Rückraumspieler Christophersen und Pfahl haben mit ihrem einfachen , variationslosen Wurfverhalten den Torwart in die Rolle des Unüberwindlichen schlüpfen lassen (ich habe bei C. 7 Fehlwürfe hintereinander und mehrere Alibianspiele mit Ballverlust gesehen.Pfahl brauchte für seine 4 Tore 16 Torwürfe. Ihre (späten oder zu späten ) Nachfolger Kneer,Weinhold und Müller spielten erst Mal die Rollen runter, die sie in ihren Vereinen neben selbstbewussten Ausländern spielen, nämlich die, der deutschen Ergänzungsspieler bzw. Mitläufer ohne Eigeninitiative zu sein. Einzig Strobel als RM deutete mit seinen Ideen und Durchsetzungsaktionen seine Möglichkeiten an. Für Haaß kam das Ganze nach seiner Verletzungspause einfach zu früh, um Leistungsträger und Taktgeber zu sein. LA Gensheimer als passiver Dauerjogger an der Seitenlinie(wie man ihn auch bei den RNL inzwischen sieht) mit dem verworfenen 7m von Anfang an nur noch ein Schatten der vergangenen Saison. Der verballerte Freie vor der Halbzeit die Bestätigung seiner schwachen Leistung. Hier hätte Klein schon viel früher in der 1.Hälfte ins Spiel kommen müssen, weil er einfach mit seiner Art zu spielen und seinem Einsatz Impulse geben kann. Wieczek mit seinem Kreisläuferspiel und in der Abwehr noch ausbaufähig, wenngleich er mit 3 verballerten 100%igen auch einer der Misserfolgsverantwortlichen war.
Ich habe den Eindruck es ist alles Kopfsache und Einstellungssache und welche Leute anfangs auf dem Feld stehen und wie sie vor allem Willensstärke im Abwehrspiel demonstrieren.
Kein entschlossener Gegenstoß, erweiterter Gegenstoß (Gegenargument :wie auch, wenn die TW nichts halten) aber auch keine Schnelle Mitte, stattdessen betulicher Spielaufbau einer AH-Mannschaft, so als müsse man sich körperlich erholen und mental auf den Angriff einstimmen.
Zum Positionsangriff, dem Positionswechselspiel oder den Übergängen gehört nun mal die Temposteigerung und dass ein Spieler situativ mit einer Individualaktion ausbricht und sein Tor oder sein Anspiel macht.
Das haben uns doch schon so viele Gegner vorgemacht. Haben unsere Spieler keine Individualausbildung in Abwehr und Angriff ? Es war ja gestern schon peinlich , dass keine einzige Überzahlsituation gewonnen wurde und man beim Warnzeichen passives Spiel und Abschlusszwang für den Gegner mit 90%iger Sicherheit mit einem Gegentreffer rechnen musste. Warum dies so war, können am besten die Torhüter im Zusammenspiel mit einer indisponierten Abwehrreihe erklären, deren Spieler wie die Trainingsdummies fürs Wurftraining dastanden.
Alles Kopfsache, fehlendes Selbstbewusstsein, individuelle Ausbildungsdefizite oder
Leistungstief aufgrund vereinsspezifischer Situationen ?
Wir als TV-Handballfans können zum Leistungsniveau der meisten Spieler nichts sagen, weil wir nur Kiel,Flensburg,HSV,Berlin oder die RNL vorgesetzt bekommen.
Deshalb kann man sich auch nicht der Illusion hingeben, das Spieler in der deutschen Nationalmannschaft plötzlich zu Leistungsträgern, Antreibern oder Spielentscheidern werden,die in ihren Teams in Spitzenspielen diese Rollen gar nicht spielen. Zaudern, verstecken, anpassen oder Alibianspiele an den Kreis sind das Ergebnis, das wir jetzt schon so oft gesehen haben. Wie reagieren unsere Schlüsselspieler,wenn einem ein körperlich aggressiver Abwehrspieler oder ein mitspielender Torwart „die Traute“ genommen hat. Einer der im eigenen Verein Indianer ist, wird im Nationalteam kein Häuptling sein. Die DHB-Verantwortlichen sehen eine Menge HBL-Spiele und regelmässig die deutschen Spieler, die dort spielen (dürfen), um beurteilen zu können, was ihnen international zuzutrauen ist.
Ein Fäth oder Lemke sind sicherlich Altnativen auf RL, Holst oder Allendörfer auf LA , um Gensheimer aus seiner Lethargie zu wecken, der aber auch bei den RNL keine Verschnaufpausen kriegt, Herth aus Balingen auf RM(oder Michi Kraus mit mehr Spielpraxis beim HSV), wer ausser Glandorf auf RR,Rojewski ?
Dissinger und Djordic sind interessante junge Nachwuchsleute, die aus einer langen Verletzungssituation und Regeneration kommen oder noch verletzt sind. Hier müsste man erst mal abwarten, wie sie sich im Wettkampf darstellen..
Durch dieses Tal muß das Trainerteam mit den derzeitigen Möglichkeiten durch.
Ein ausländischer Trainer wäre nicht der Heilsbringer. Mit wenigen Ausnahmen zeigen nämlich die Ausländer auf den Trainerstühlen der HBL auch nicht die Kreativität in der Trainings- und Spielgestaltung, der individuellen Förderung deutscher Talente oder dt.
Nationalspieler und in puncto Menschenführung und Leistungsmotivation oftmals seltsame
Verhaltensweisen. Zeigt mir die deutschen Spieler der Top 8 der HBL, die entsprechende Einsatzzeiten bekommen, sich durch Forderung und Förderung weiterentwickelt haben und heute sagen, sie hätten alles ihrem ausld.Trainer zu verdanken.
Das was das deutsche Nationalteam heute zusammenspielt und sich individuell zutraut, ist das Ergebnis der Trainingsarbeit und der Menschenführung in den Vereinen.