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Teil I
Gaumont berichtet detailliert über Dopingpraxis
Philippe Gaumont, wegen Dopings (Besitz von verbotenen Mitteln sowie Handels mit ihnen) angeklagter ehemaliger Radprofi des Cofidis-Teams, hat sein Schweigen gebrochen und der französischen Tageszeitung „Le Monde“ detailliert über die Praxis des Dopings im Radsport berichtet. Der 30-Jährige hatte zu Beginn des Jahres im Rahmen des Cofidis-Skandals seine zehnjährige Profi-Karriere beendet.Gaumont gab zu, dass er schon in seinem ersten Profijahr verbotene Substanzen, Corticoid und den Amphetamin-Drogen-Mix „pot belge“, zu sich genommen hat. Während seiner gesamten Karriere hätte er ständig gedopt (Testosteron, EPO, Wachstumshormone): „Ein Pferd bekommt in der Startbox die Peitsche, damit es sich aufregt. Wir ziehen im Wohnmobil die Vorhänge zu, und der Arzt setzt uns eine Spritze, bevor es zum Zeitfahren geht.“ Für das Jahr 2004 hatte Gaumont 10.000 Euro für die Betreuung durch „einen dieser italienischen Ärzte, die die Stars des Pelotons vorbereiten“ eingeplant.
Positiv getestet wurde der ehemalige Radprofi jedoch nur im Jahr 1996 auf Nandrolon. Dies veranlasst ihn dazu, das gesamte Kontrollsystem als wirkungslos zu bezeichnen. Er wolle nun sein Schweigen brechen, um dem Verband verstehen zu helfen, wie man sich dope.
Zum einen würden die Fahrer beliebig nicht nachweisbare Substanzen einsetzen. Außerdem könne man mit Attesten wegen Allergien das Doping mit Corticoiden ermöglichen. Zum anderen würden unangekündigte Kontrollen nur bei Rennen und in Trainingslagern stattfinden. Seitdem EPO noch drei Tage nach der Verabreichung nachweisbar sei, würden viele Athleten Eigenbluttransfusionen vornehmen, mit welchen der Hämatokritwert bei fünfzig anstatt normalerweise vierzig Prozent gehalten und durch das erhöhte Hämoglobin eine bessere Sauerstoffversorgung der Muskeln ermöglicht werden könne.
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Teil IIGaumont packt noch weiter aus
Phlippe Gaumont, ehemaliger Radrennprofi, holt weiter zum großen Rundumschalg aus. Er hat sich vorgenommen, nun die Dopingpraxis im Profi-Radsportzirkus offen zu legen.Gaumont erklärte, dass es sogenannte Maskenprodukte nicht gebe, man sich jedoch passende Atteste beschaffe. Ein Fahrer werde erstmal zu verschiedenen Ärzten geschickt, um sich Atteste zu besorgen. Zuerst zu einem Allergologen, denn mit einem Attest über Hausstauballergie könne man sich das Spray Nasacort verschreiben lassen und anschließend Kenacort zu sich nehmen. Bei einer Dopingkontrolle könne kein Unterschied zwischen dem dann legalen Spray und dem Kortisonhaltigen illegalen Produkt festgestellt werden. Anschließend gehe der Athlet zu einem Dermatologen. Zuvor reibe man sich die Hoden ein wenig mit Salz, bis sie rot werden. Daraufhin würde einem der Arzt für sechs Monate die Salbe Diprosole verschreiben und anschließend ist die Injektion von Diprostène nicht mehr eindeutig nachweisbar, Rückstände bei einer Doping-Kontrolle würden mit der Salbe erklärt. Auch die Nachweisbarkeit von EPO von bis zu drei Tagen im Urin habe nichts an der Einnahme geändert, nur an der Zeit der Einnahme. So nehme man EPO immer so, dass man es drei Tage vor Ankunft am Wettkampf- oder Trainingslagerort wieder absetze und schon sei eine positive Dopingkontrolle nicht mehr möglich.